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Entführung durchs schottische Hochland

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Sons of Scotland > Felder, Wiesen und Wälder

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Holly Daniels
MacDonald
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Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Liam und Holly, sowie Angus

Holly war froh, als sie erkannte, dass Angus soweit zu Bewusstsein gekommen war, dass er sowohl sie wahrnahm, als auch Liam der zu ihnen kam.
Liam hockte sich, sie kurz mit einem vertrauten Nicken begrüßend, auf die freie Seite seines Vaters und hielt dessen hand.
Es schien Angus gut zu tun seinen Sohn zu sehen.
Holly nutze die Gelegenheit, da der Vater abgelenkt war, Angus verbände mit kurzen, vorsichtigen Griffen und genauen Blicken zu überprüfen.
Sie schienen noch alle fest zu sitzen und sowohl bei seinem Bein, als auch seinem Arm schien bis jetzt nichts all zu warm oder ungewöhnlich geschwollen, dass sie sich über eine Blutverunreinigung oder Entzündung Gedanken machen musste.
Als Angus lautstark nach Whisky verlangte, sie dabei wieder fixierte, fühlte sie an seiner Stirn kurz nach Fieber, doch er fühlte sich nicht heiß an.
Vielleicht ein wenig erwärmt, aber das konnte genauso auf die vollkommene Erschöpfung seines Körpers zurückzuführen sein.
Er war die letzten Tage womöglich ununterbrochen unterwegs gewesen, wahrscheinlich eine ganze Weile sogar nur zu Fuß.
Sie hatten unterwegs den Sattel von Angus gefunden, der sie wieder auf seine Spur gebracht hatte, nachdem Liam ihn deutlich als den seines Vaters hatte bezeichnen können.
Inwiefern er Pausen eingelegt hatte oder seinem Körper Wasser und Nahrung gegönnt hatte war nicht klar.
Das er jedoch wohl seinem Körper das Äußerste abverlangt hatte, das lag all zu deutlich in den bis zur totalen Erschöpfung geprägten blauen Augen, die bei jedem Erwachen, den Namen seiner Frau aussprachen, wegen der er all dies auf sich genommen hatte.
Inwiefern er um Lucys….inwiefern er um das Ausmaß der Verletzungen wusste, konnte sich Holly nicht ausmalen und wollte es auch lieber nicht.
Liam erklärte sie ruhe sich aus und das schien Angus zu beruhigen und das war gut.
Sie nickte kurz zu Liam, lächelte dem Jungen zu.
Er leistete heute schon seitdem sie seine Eltern gefunden hatten Großartiges und Holly war sich nicht sicher, inwiefern er darum wusste.
Sie würde es ihm sagen, sobald sie beide ein paar Minuten für sich hatten.
Liam hatte etwas Lob verdient und jemand der ihm sagte, dass er sich wahrlich tapfer hielt, solange er von vielen hier nicht als erwachsen und angesehen und für ernst genommen wurde.
Doch jetzt reichte sie Liam erst mal einen Becher.
Sie deutete auf die dunkle Flüssigkeit, die nichts anderes als Tee aus Schellkraut war.
Es war nur zu einem drittel gefüllt, da man mit diesem Kraut vorsichtig sein musste.
Es beruhigte nicht die Nerven und ließ einen schlafen, wie Baldrian oder gar in eine getäuschte Ohnmacht versetzen, wie Schlafkraut, dass sie für die Operation benutzt hatte, aber man durfte den Tee trotzdem nicht in zu großen Mengen zu sich nehmen, da er die Nerven betäubte und damit den Schmerz nahm.
Man konnte die Nerven dauerhaft schädigen und ohne Schmerzempfinden war der Mensch so gut wie tot. Man würde die kleinste Wunde nicht bemerken und konnte an einem Schnitt verbluten.
Ihre Großmutter hatte sie gewarnt damit sehr vorsichtig zu sein, auch wenn Schwangere gerne danach verlangten, wenn sie gebaren und die Schmerzen unerträglich wurden.
Doch ein drittel in einem Becher, wie jenen den sie Liam reichte, war eine Menge, die alle 2 Stunden vertretbar war.
Sie nickte leicht zu Angus Sohn, als sie diesen anvisierte und ihm erklärte was jetzt passieren würde.
„Liam wird dir erst mal etwas Whisky geben, aye?“
Sie lächelte, zwinkerte dem Jungen zu, ohne das sein Vater das bemerken konnte und rührte in der Suppe.
Angus Durst und der Wille nach wohlverdienten, den Geist benebelnden Whisky mochte ausreichend groß sein, um alles mit einmal auszutrinken.
Sie nahm den leeren Becher entgegen und begann den Löffel in die Suppe, die Jamie gekocht hatte einzutauchen.
Jamie!
Was er wohl machte…hoffentlich dachte er nicht, dass sie seine Kochkunst würde verachten oder ihr nicht trauen, weil sie nichts gegessen hatte.
Sie verspürte jedoch gar keinen Hunger.
Dafür war sie nicht mehr müde, wie noch Minuten zuvor.
Sie fütterte Angus geduldig, der dies mehr grimmig über sich ergehen ließ, als das er es schätzte.
Aber er schien bemerkt zu haben, dass ihm die Kraft fehlte sich sowohl gegen Hollys Tun noch die überzeugenden Argumente seines Sohnes zu widersetzen.
Nach dem er 2/3 der Suppe gegessen hatte, lächelte Holly zufrieden.
„Okay noch etwas von dem Tee hier, dass muss sein. Er ist für die Wundheilung. Und etwas von dem, der ist entzündungshemmend. Lucy wird böse, wenn du nicht auf mich hörst, aye?“
Sie nickte ernst als sie Angus ablehnende Miene sah, aber er widersprach nicht mehr, sprach statt dessen ihren Namen noch mal aus, bevor er nach einigen Schlucken von dem einen, wie dem anderen Tee, mit geschlossenen Augen und gleichmäßigem Atem wieder in Schlaf zurück sank.
Holly strich ihm über das Haar, lächelte als sie wieder zu Liam sah und sich aufrichtete, sich dabei durchs Gesicht fahrend.
„Er wird erst mal wieder etwas schlafen. Es geht ihm ganz gut, für die Umstände. Ich sehe mir in einer Stunde noch mal die Verbände an und wechsle sie.“
Sie sah zu Liam.
„Wie geht es dir? Hast du etwas gegessen?“
Sie grinste breit.
„Keine Sorge ich verkneife mir zu sagen, dass du aussiehst als könntest du etwas Schlaf gebrauchen.“
Sie wurde ernster.
„Deine Eltern sind sehr stolz auf dich…sie werden es sein sobald sie das alles hier verarbeitet haben. Du machst das großartig, kein Erwachsener könnte das besser.“
Sie nickte.
„Und was hast du jetzt vor? Du siehst aus als habest du einen Plan, oder darf ein einfaches Kindermädchen davon nichts mehr wissen?“
Sie lächelte auf so eine vertraute Art, die deutlich präsentierte wie ihre Worte verstanden werden mussten. Wie sie gemeint waren wusste Liam sicher.
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Beitrag 22.05.2007, 11:58
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Liam MacDonald
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly


Seine Augen lagen wieder auf seinem Vater, während Holly erklärte, es gehe ihm den Umständen entsprechend
Liam erhob sich ebenfalls, als sie nach seinem Befinden fragte. Er schenkte Holly ein dankbares, wenn auch noch immer müdes Lächeln, das sich noch darauf bezog, dass sie sich so gut es ging um seine Eltern kümmerte. eigentlich taten das alle und er wusste, vieles wäre ohne sie alle nicht möglich gewesen. Aber vielleicht waren das Gedanken, die er nicht jetzt denken sollte.
Er schüttelte den Kopf, als Holly fragte, ob er etwas gegessen habe. Er verspürte keinen Hunger und das lag nicht an Jamies Kochkünsten. Ihm ging so vieles im Kopf herum, das er momentan keinen Bissen zu sich nehmen konnte.
Er ging um seinen Vater herum zu Holly und stand lächelnd neben ihr, als sie feststellte, sie würde ihm nicht sagen, er sähe aus, als könne er Schlaf gebrauchen. Für Dankbarkeit bezüglich dieses Angebots war man sicher nie zu alt. Und er mit 17 Jahren wahrscheinlich erst recht nicht. Die Arme verschränkt hörte er Holly weiter zu, er sah zu seiner Mutter, bei der Duncan saß und schüttelte abwehrend den Kopf. Nicht sehr energisch.
Es verhielt sich ein in etwas wie mit seinem Hunger. Im Augenblick schien er nicht zu existieren. Das Gefühl, etwas Großartiges zu tun. Er hatte gedacht er hätte seine Eltern verloren und nun waren alle schlimmsten Befürchtungen ausgeräumt.
Ein unbeschreibliches Gefühl der Erleichterung, dass sich nicht so leicht trüben lassen wollte, war das einzige, was ihn erfüllte. Er war der Überzeugung, es gäbe nichts, dass seine Eltern nicht verarbeiten könnten.
So müde, wie er dennoch war, glänzte die Dankbarkeit für Hollys Worte dennoch warm in seinen Augen. Bevor er sie darum bat, sich mit ihm noch mal Alans Arm genauer anzusehen, umarmte er seine ehemalige Amme einfach unbedarft. Es war ihm ein Bedürfnis, seinem Dank so Ausdruck zu verleihen.
„Danke Holly, danke für alles.“, flüsterte er dabei nochmals, während sie sich so nah standen. Dann löste er sich auch alsbald wieder, so dass die Umarmung nicht zu lange hätte angedauert. In einem Lager voller erwachsener Männer wäre das seiner Glaubwürdigkeit kaum zuträglich.
„Ich muss dich um etwas bitten, Holly.“ Er hob in einem sehr sicheren Ernst die Brauen. In einem solchen Ernst, der ihn schlagartig zu dem souveränen Führer machte, der er später einmal werden sollte.
„Du musst dir unbedingt den Arm von einem der Gefangenen ansehen. Er ist verletzt. Ich weiß nicht, was genau ihm fehlt, aber er scheint Schmerzen zu haben.“
Er wartete auf eine zusage Hollys, hoffte darauf und fügte erklärend an, er habe die Erlaubnis seines Onkels Alastair.
"Ich bitte dich darum. Es ist wichtig."
Beitrag 22.05.2007, 11:59
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Holly Daniels
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly

Holly reagierte vielleicht überrascht auf Liams Umarmung. Aber das waren nur die ersten Sekunden der Verblüffung, dann erwiderte sie den Druck sanft.
„Schon gut.“
Es bedeutete ihr viel.
Liams Worte.
Sie bedeuteten auch, dass er wirklich erwachsen geworden war.
Vielleicht waren sie das beide heute geworden…
Darüber musste sie lächeln. Sie erwiderte seinen blick jedoch fragend, als er sich von ihr löste und erklärte, dass er sie um etwas bitten müsse.
„Bitten? Was ist denn?“
Sie klang nicht wie sonst neugierig, sondern in ihrer Stimme lang unterschwellige Anspannung, die Holly durchaus in der Lage war zu spüren.
Sie hatte sie die ganze Nacht und den heranbrechenden Morgen über fest im griff gehabt und sie war sich sicher, dass Gefühl ließe erst nach, wenn sie alle wieder sicher in Urquhart waren und Holly wusste, sowohl Angus als auch Lucy waren wieder genesen.
Denn das was man ihr jetzt als Lob aussprach…es konnte auch schnell verflüchtigt sein, sobald Angus…
Sie würgte jeden Gedanken, der in diese Richtung sich andeutete, ab.
Sie hatte keine Zeit für Sorgen und Fragen, die begannen mit was wäre wenn…
Für so etwas blieb später genug Zeit.
Jetzt musste sie sich einen Gefangenen ansehen.
Denn wenn Liam eindringlich darum bat und sagte es sei wichtig, dann war es wichtig.
Sie lächelte nicht, nickte aber zustimmend.
„Natürlich. Ich komme mit, ich hole nur meine Sachen, warte kurz.“
Sie packte zum dritten Mal ihre Heilkräuter zusammen.
Heilkräuter, die sie dank Egraine ihr Eigen nennen konnte.
Holly hatte die schweigsame…stumme Heilerin in Urquhart während Jamies Abwesenheit kennen gelernt.
Sie hatte ihr einiges über Kräuter aus der Umgebung erzählt und gezeigt wo sie wuchsen.
Ohne sie gebe es den Vorrat, den Holly besaß nicht.
Dabei erinnerte sie sich genau, dass Egraine sie gedrängt hatte, ihn anzulegen. Holly selbst empfand es als wichtig, aber es hätte keinen Grund zur Eile.
Jetzt war sie umso erleichterter, dass sich Egraine durchgesetzt und Holly überzeugt hatte.
Den Schultersack umgehangen, folgte sie Liam.
Zunächst wollte sie nicht fragen, dann aber…es erschien ihr merkwürdig, dass Liam sich um die Gefangenen sorgte, wenn selbst Alastair der Meinung war, dass…
„Liam?“
Sie musterte den Sohn ihrer Vertrauten.
„Was hat es mit diesem Mann auf dich. Gehört er nicht zu den Männern, die…nun…zu den Leuten, die Rupert beauftragt hat?“
Sie hob erklärend die Hände, als müsse sie dafür sorgen, dass er sie nicht falsch verstand.
„Ich will damit nicht sagen, dass es nicht gut ist zu helfen. Hilfe hat jeder verdient auch diese Männer, sicher…aber…“
Nicht sicher wie sie es ausdrücken konnte zuckte sie unterbrechend mit den Achseln.
“Ich habe mich nur gefragt warum…warum dieser Mann scheinbar wichtig ist, aye?“
Sie hoffte das Liam verstand was sie meinte.
„Wenn es mich nicht angeht, oder du nicht darüber sprechen kannst, dann…dann musst du nichts sagen.“
Sie lächelte zuversichtlich. Sie wollte, dass er verstand, sie wäre ihm nicht böse, wenn sie gewisse Dinge nicht wissen sollte.
So etwas war sie doch gewohnt, letzen Endes war sie trotzdem nur eine Frau.
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Beitrag 22.05.2007, 11:59
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Alan, Soldaten

Liam schwieg auf Hollys letzte Worte hin, bis sie fast in der Nähe des alten Söldnerlagers gekommen waren. Der Ausdruck in seinen jungen Zügen blieb nach Hollys Worten nicht ungerührt, aber so verschlossen, dass man hätte kein bestimmtes Gefühl auf ihnen deuten können, als jene, bei allen vorherrschende, Anspannung und gleichzeitige Erschütterung.
Kurz, bevor die Soldaten in Sichtweite geraten wären, blieb Liam stehen, hielt Holly an ihrer Schulter zurück.
„Es ist der Wunsch meiner Mutter. Es liegt ihr viel an dem Iren.“, erklärte er sehr knapp und hörbar bedacht darauf, dass er es präzise so formuliert hatte. Aber er gab sich Mühe nicht den Anschein zu erwecken, er sage ihr dies nur aus einer Verpflichtung heraus, da sie ihn schon lange kannte.
„Zudem, Holly, handelt es sich um Beweggründe, die einer Frau schwer zu erklären sind.“ Seine hellbraunen Augen, die sie ansahen, lagen in der hereinbrechenden Dämmerung im Dunkeln.
„Es geht um meinen Onkel und …“ Er brach seinen Satz ab, weil er Stimmen in der Nähe hörte.
Mit einem Nicken zeigte Liam, er spreche nicht jetzt weiter darüber. Zudem wusste er nicht einzuschätzen, ob es Sinn hätte, es ihr erklären zu wollen.
Selbst wenn es sich um Holly handelte.
Er sah in die Richtung, in die sie gehen mussten.
„Hier entlang.“
Holly folgte ihm und nach kurzer Zeit trafen sie auf das unveränderte Bild. Die beiden Soldaten nickten Liam begrüßend zu.
„Wir sind hier, um den Iren anzusehen.“ Liams sichere Stimme erwiderte den fragenden Blick einer der beiden Männer.
„Macht ihn los, er muss untersucht werden.“
Die Soldaten zögerten, bevor einer der beiden nickte und Alan O’Sullivan von dem Knebel befreite. Dieser hustete, während er erleichtert nach Luft schnappte.
Liam sah unterdessen zu Holly.
„Das ist er. Alan O’Sullivan. Er versteht unsere Sprache.“ Er näherte sich dem Iren und begrüßte auch diesen mit einem Nicken.
„Etwas mit seinem Arm ist nicht in Ordnung.“
Alans leuchtend blaue Augen sahen zu der Frau unter ihnen.
Liam erklärte sich nochmals.
„Das ist Holly. Sie wird deinen Arm ansehen.“
Alan nickte mit einem leicht gebrummten Aye, das in seiner irischen Mundart befremdlich wirkte. Liam wandte sich zu dem Soldaten, der schon den Knebel gelöst hatte.
„Binde ihn los.“
„Aber.. das geht nicht, Sir.“, erwiderte der nur seinen Anweisungen folgend.
Liam blieb unnachgiebig.
„Macht ihn los!“, befahl er in leicht entnervtem Tonfall.
„So kann man ihn wohl schlecht behandeln.“ Bevor der dunkelhaarige MacDonald-Schotte widersprechen konnte, argumentierte Liam weiter.
„Meiner Mutter ist viel an ihm gelegen. Also macht ihn für die Untersuchung los!“ Er sah zwischen den beiden stolzen Männern hin und her.
„Oder wollt ihr euch für die Konsequenzen verantworten müssen.“ Liam seufzte schließlich einlenkend, nachdem er bemerkte, wie wenig ihn eben seine Argumentation weiter brachte.
„Sir Alastair ist damit einverstanden.“
Auf diesen Satz hin, bewegte sich ein Mann, schnitt den Strick durch, der Alans Hände vor dessen Körper zusammenhielt.
Liam sah auffordernd zu Holly, richtete seine Worte aber an den Iren.
„Ich habe die Botschaft überbracht.“, teilte er diesem loyal mit, als habe Liam Alan soeben übermittelt dessen Befehl ausgeführt zu haben. Alan nickte dankbar lächelnd.
„Geht es ihr gut?“, fragte er, ohne scheinbar darüber nachdenken zu müssen.
Liam nickte kurz angebunden. „Es geht ihr gut.“
Er sah zu Holly.
„Und? Was ist mit seinem Arm?“
Beitrag 22.05.2007, 12:00
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Holly Daniels
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Alan

Holly spürte, dass Liam sie an der Schulter zurückhielt, als sie beinahe das Lager erreicht hatten.
Holly konnte schon die schemenhaften Umrisse von Menschen erkennen.
Das Liam noch einmal auf ihre Frage eingehen würde, damit hatte sie nicht mehr gerechnet.
Sie nahm an, dass es gute Gründe hatte, wenn er nicht darauf einging und mehr dachte sie nicht dazu.
Sie dachte schon viel zu viel zu all dem was hier passierte, wenn es nach ihr ging.
Denn im Grunde ging es sie nicht nur nichts an, es war auch alles viel zu viel, um es verarbeiten zu können.
Dennoch sah sie Liam abwartend ernst an, als er zu sprechen begann.
Wenn Lucy viel an dem Iren gelegen war, dann musste es sich hier um einen guten Menschen handeln, wie immer er unter die Verräter gekommen war.
Wenn ihre Vertraute darum bat er möge untersucht werden und es solle ihm geholfen werden, dann würde Holly das tun, ohne mehr wissen zu müssen.
Sie nickte verstehend und einlenkend, als Liam erklärte, dass er außerdem Gründe habe, die ihr als Frau womöglich schwer zu erklären waren.
Das verstand sie und sie nahm es ihm nicht übel.
Sie hätte ihm das gerne gesagt und das sie nicht mehr wissen musste, nicht mehr wissen wollte, aber er bedeutete ihr leise zu sein, als sie in reichweite von Stimmen waren.
Das Lager erreicht wurden Hollys Züge ein wenig verkniffener.
Etwas in ihr rebellierte gegen die Vorstellung, die sich ihr bot.
Diese Männer saßen dort, gefangen und geknebelt und warteten nur auf den morgen, der sich immer deutlicher im Dunst des heraufziehenden Nebels, näherte um dann gehängt zu werden.
Holly hatte noch nie einer solchen Bestrafung beigewohnt und sie würde es auch nicht wollen.
Natürlich wusste sie, dass diese Männer ihre Strafe verdient hatten. Das was sie der Familie, das was Lucy und Angus angetan hatten, wog schwer in ihrer aller Herzen und es konnte dafür keine Entschuldigung geben.
Dennoch…es fiel leichter, diese Menschen mit dem Tod bestraft zu wissen, als sie noch keine Gesichter hatten.
Gesichter, die sie zu einfachen Menschen machte, die einem falschen Weg einem falschem Mann, die dem wirkliche Verräter, vertraut hatten und gefolgt waren.
Sie würden keine Gelegenheit haben diesen Fehler einzusehen, ihn zu bereuen und wieder gut zu machen.
Die Vorstellung, wie die Luft in ihren Lungen immer schwächer wurde, ließ auch Holly schwerer atmen und sie versuchte den Blick gesenkt auf den Boden zu halten, während Liam ihr erklärte, dass der vorne Sitzende, Alan O’Sulivan sei und darum bat man mache ihn los.
Es war ein regelrechter Wortkampf, den Liam sich mit den Wachen leisten musste, damit den Iren los machte und Holly konnte ahnen, dass es Liam nicht recht war und mehr als seinen jugendlichen Stolz verletzte, dass seine Anweisung erst befolgt wurde, als er verkündete, dass sein Onkel damit einverstanden sei.
Holly fragte sich für einen Augenblick wieso Alastair so viel Macht hier hatte.
Mehr als der Sohn des Clanführers, der doch der Rangfolge nach näher an der Führung des Clans stand, als Alastair.
Außerdem lebten seine Eltern und wenn seine Mutter es wünschte, dann…
Holly verstand das nicht, aber sie nahm an, dass das die Dinge waren, die sie nicht verstehen würde, laut Liams Hinweis und sie gab ihm Recht.
Politik und Macht waren doch die Welt der Männer und Holly beneidete sie nicht darum, wenn sie Liam sah.
Diese Welt war nichts für sie.
Also beugte sie sich zu dem Iren und beantwortete Liams Frage erst einmal damit, dass sie sich das ansehen würde.
So konnte sie nichts dazu sagen.
Das Liam mit dem Iren sprach, als habe er etwas überbracht und der sich nach Lucys Befinden erkundigte, zeigte Holly nur, dass sie Recht gehabt hatte mit ihrer Vermutung.
Der Ire musste wahrlich eine Beziehung zu Lucy aufgebaut haben und auch wenn Holly sie nicht kannte, hoffte sie, als sie in die Augen des Gefangenen sah, dass man ihn verschonen würde.
Diesem sah sie nun fest in die Augen. „Ich werde mir deinen Arm ansehen.“ Sie versuchte langsam zu sprechen, um sicher zugehen er verstand sie. „Ich bin keine Heilerin. Ich bin nur Hebamme, verstehst du? Aber ich versuche alles zu tun was ich kann, aye?“
Sie nickte und schenkte ihm ein aufmunterndes Lächeln, bevor sie seinen Arm untersuchte.
Sie brauchte ihn nicht lange zu strecken und betasten.
Sein schmerzvolles Stöhnen, der gepresste Atem waren Indiz genug dafür, dass er große Schmerzen litt.
Hollys Finger, die versuchten vorsichtig zu sein, wussten schnell warum.
„Liam?“
Sie bat den Jungen zu sich, wartete bis auch er neben ihr hockte.
„Sein Arm ist gebrochen. Ich werde dir nachher ein paar Aufträge geben und du musst sie korrekt ausführen, verstanden? Das ist sehr wichtig.“
Sie sah wieder zu Alan. „Hast du verstanden? Dein Arm ist gebrochen. Ich werde dir etwas gegen die Schmerzen geben, dann werde ich dir etwas geben, damit du schläfst und dann…schiene ich deinen Arm. Wir wollen hoffen, dass er fest zusammen gebunden wieder zusammen wächst, aye?“
Sie hatte keine Ahnung und sie wusste, dass sie so etwas noch nie gemacht hatte.
Sie spürte, dass ihr wieder der Schweiß ausbrach und sie musste das Zittern ihrer Hände kontrollieren.
Warum war sie nur so verdammt alleine mit all diesen Aufgaben?
Warum musste so vieles an ihr hängen?
Wer war sie denn schon?
„Liam?“
Sie sah zu dem Jungen.
„Okay du wirst mir jetzt gut zuhören. Ich brauche deine Hilfe und du musst alles ganz genau so machen wie ich es dir sage.“
Sie trug ihm auf ihr einen Becher Wasser zu besorgen, in dem er die angegebene Menge Kräuter auflösen sollte.
Sie würde auch Alan etwas Schellkraut verabreichen, um die Schmerzen zu lindern.
Außerdem würde sie die Salbe brauchen, die Egraine ihr mitgegeben hatte. Holly hatte von der Heilerin gelernt, wie man sie herstellte und für welche Zwecke man sie anwandte.
Ihr erschien es beinahe merkwürdig, wieso diese so sehr darauf bestanden hatte, dass Holly das lernte und sie mit sich in ihrem Vorrat an Kräutern trug.
Jetzt war sie nur noch dankbar auf die stumme, eindrucksvolle Schottin gehört zu haben.
Außerdem trug sie ihm auf ihr etwas zu Essen für den Iren zu besorgen. Er würde die Kraft brauchen.
Dann brauchte sie einen Becher Schafstroh, zur Wundheilung, damit die Wunde besser heilte und einen Becher mit Johanniskraut, damit sie ihm einen Umschlag machen konnte, damit sich die offene Haut, da wo der Knochen leicht hervortrat, nicht entzünden würde.
Sie fragte Liam zweimal, ob er sich alles gemerkt hatte, gab ihm die Menge Kräuter mit und sah dann zu Alan.
„Ich besorge etwas, damit ich deinen Arm schienen kann, in Ordnung?“
Als sie wieder kam, war Liam noch nicht zurück.
Sie hockte sich wieder vor Alan und begann damit die Holzstöcke neben seinen Arm zu legen.
„Ich werde deinen Arm strecken. Du wirst von dem Schmerz nichts mitbekommen, wenn Liam zurück ist und ich dir etwas zum Schlafen gegeben habe, aye?“
Sie lächelte dem Iren aufmunternd zu. „Du wirst schon wieder gesund werden.“
Das hoffte sie jedenfalls.
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Beitrag 22.05.2007, 12:00
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Alan O'Sullivan
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Alan

Alan sah der jungen Frau nicht nach, die ihm helfen wollte. Er vertraute ihr, dass sie wiederkam, mit etwas, mit dem sie seinen Arm schienen konnte.
er war kein misstrauischer Mann, aber den Männern mit den Pistolen und Gewehren traute Alan dagegen nicht. seine Augen warfen einen verstohlen kurzen Blick auf jeden von beiden.
Und, während der eine ihn völlig zu ignorieren schien, warf der andere hin und wieder einen Blick auf Alan.
Wenn er fliehen wollte, wäre jetzt die Gelegenheit. Denn Alan wusste, was mit ihm geschehen würde, wenn er bis zum morgen nicht für sich gesprochen hatte.
Das war auf eine gewisse Weise nichts beunruhigendes, weil Alan den Tod nicht fürchtete und er als Söldner auch immer mit diesem rechnen musste.
Aber so zu sterben wäre nicht richtig. Der Ire fühlte das.
Er besah sich seinen Unterarm. Die Frau hatte sein langärmeliges Hemd mit einem kleinen Dolch bis zu der Armbeuge aufgeschnitten, um sich die wunde ansehen zu können.
Der Innere der beiden Unterarmknochen hatte sich in der Mitte seines Unterarms durch die Haut gebohrt. Es gab einen Grund, warum er vor Schmerz beinah wieder hätte das Bewusstsein verlieren wollen. Denn der jetzige Zustand seiner Knochen rührte von der achtlosen Behandlung durch die Männer da drüben, nachdem er das erste Mal in Ohnmacht gefallen war.
Er versuchte den Schmerz wegzudrücken, indem er sich kräftig immer wieder den Oberarm unterhalb des Schultergelenks rieb. So gebannt auf die Wunde starrend, bemerkte er Holly erst, als sie ihn wieder ansprach, dabei Äste auf den Boden legte, mit denen sie seinen Arm schienen würde.
Alan sah in ihr freundliches Gesicht, nickte zustimmend. Er würde schon wieder gesund werden.
Holly nahm erneut seinen Arm und drehte ihn leicht. Er vermutete, sie wartete auf die Rückkehr Liams, um den Arm zu richten. Alan hoffte, sie hatte das zuvor schon einmal gemacht. Er wollte nicht sterben, nur weil sie etwas machte, von dem sie sich nicht sicher war, dass es funktionieren würde.
Er sog die Luft scharf ein, als sein Körper von einem stechenden Schmerz durchzuckt wurde, hob seine hellblauen Augen.
„Danke dass Sie mir helfen, Ma’am.“ Seine Augen kniffen sich zusammen, wie er sie musterte, weil seine Frage wichtig war.
„Kennen Sie die Lady MacDonald? Wie geht es ihr wirklich?“ Er räusperte sich gedämpft, damit keiner der Soldaten einen Grund hätte, seine Worte unterbinden zu wollen.
„Wie geht es dem Mann, den ich …“ Er schüttelte den Kopf, wollte es anders erklären. „Der mit den langen, schwarzen Haaren.“ Alan nahm an, sie waren schwarz gewesen. Im Dunkeln war er sich nicht vollkommen sicher gewesen.
„Ist er tot?“, fragte er letztendlich ernst.
Alan hoffte es nicht. Er musste wichtig gewesen sein, wenn die Leute seine Männer waren.
Er wünschte sich weder den Tod von wichtigen, noch den von unwichtigen Männern.
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Beitrag 22.05.2007, 12:01
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Holly Daniels
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Alan

Holly sah auf, als sie spürte, dass der Ire sie ansah. Er hatte hellblaue, freundliche Augen und Holly lächelte beruhigend, da sie annahm, er würde Schmerzen haben und Sorgen aussprechen, bezüglich seiner Verletzungen und ihrer Fähigkeit ihm zu helfen.
Aber überrascht vernahm Holly nichts dergleichen.
Alan bedankte sich stattdessen für ihre Hilfe und erkundigte sich anschließend, mit gedämpfter Stimme und ehrlichen Worten, nach Lucys Befinden.
Im ersten Moment, da Holly versuchte dies einzuordnen, war sie so überrascht von seiner Frage, dass sie nicht direkt antwortete.
Alan nutzte dies um nach dem Mann zu fragen, von den Holly vermutete er meinte Angus.
Wenn er Rupert meinen würde…nun Holly, war verwirrt, da sie nicht wusste, wie sie Alan einschätzen konnte und schon gar nicht sein Verhältnis zu ihrer Freundin.
Was für eine Rolle hatte der Ire gespielt und welche spielte er im großen Ganzen, das auf sie alle zukam, nachdem diese Tragödie noch einmal gut ausgegangen war?
So viele ernste Fragen, deren Antworten ihr ein Rätsel blieben und vielleicht bleiben sollten.
Schon möglich, dass das besser so wäre.
Darüber sinnend, schob Holly konsequent, zu Alan aufsehend, jede Gedankenspielerei von sich und widmete sich der Beantwortung seiner Fragen, die eine eben so ehrliche Antwort erwarten durften.
„Ich bin Holly. Ich bin Lady Lucy’s Hebamme und Freundin.“
Sie lächelte, gab sich Mühe langsam zu sprechen, da sie nicht wusste, inwieweit die Kenntnisse schottischer Sprache bei dem Iren ausgeprägt waren.
„Ich habe ihren Sohn aufgezogen, der Junge, der eben hier war. Liam MacDonald, er ist ihr Sohn, aye?“
Sie suchte nach Verständnis, hoffte, dass Alan erkannte, dass sie Lucy wirklich kannte.
Sie wurde ernst, seufzte kurz.
„Es geht ihr…es geht ihr nicht sehr gut. Sie hat…viel Schlimme mitmachen müssen, die letzten Tage.“
Sie sah wieder zu dem Iren, nachdem sie den Blick nachdenklich in die Ferne hatte schweifen lassen.
„Sie wird viel Ruhe brauchen, für sich und das Kind, aber es geht ihr schon besser, jetzt da ihr Sohn und ihr Mann wieder bei ihr sind.“
Sie lächelte zuversichtlich, hoffte diese Worte entsprächen der Wahrheit und besann sich dann seiner zweiten Frage, bezüglich Angus MacDonald.
„Der Mann, der Mann auf der Lichtung, der bei Lucy MacDonald war, der mit den schwarzen Haaren?“ Sie versuchte nachzufragen, da Rupert MacDonalds rotes Haar ganz sicher von dem des Clanchiefs zu unterscheiden war, egal wie dunkel es war.
Als der Ire nickte, stimmte sie ihm ernst zu, um verständlich zu machen, sie hatte verstanden, wem seine Frage galt.
„Er ist schwer verletzt, aber ich habe getan was ich konnte. Ihr Mann ist stark, ich bin sicher er wird es schaffen.“
Sie lächelte zuversichtlich. „So wie sie auch.“
Sie war sich nicht sicher, ob dies dem Mann würde helfen, wenn er wie die anderen im Morgen…
Oder würde man sie verschonen?
Holly kannte sich damit nicht aus und sie wusste nicht, ob sie froh darüber war oder nicht.
Als sie Liam wieder kommen sah, war sie jedenfalls entschlossen, mit dem Jungen zu reden.
Wenn dieser Ire für Lucy wirklich wichtig war…weshalb auch immer- wenn er verdient hatte zu leben, dann würde er es auch.
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Beitrag 24.05.2007, 13:59
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13.05.1746/ früher Morgen
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Zum hilfsbereiten Laufburschen degradiert, versuchte Liam, den Becher in den Händen haltend, mit möglichst breiten Schultern zurückzukehren. Die Blicke der Soldaten lagen dabei spürbar auf ihm. Aber in dem Moment, indem er Holly bei dem Iren hocken sah, wusste er, es war nicht wichtig, welchen Eindruck er hinterließ, wenn er sich darum kümmerte.
Er würde seine Chance bekommen, sich im Richtigen zu behaupten.
Liam kam zu Holly, hockte sich neben sie und reichte ihr den Becher mit den aufgelösten Kräutern.
„Hier, ich habe alles so gemacht, wie du es gesagt hast.“ Er lächelte verhalten und musterte Alan nicht feindselig mit einem Blick. „Geht es?“
Alan nickte, die Zähne zusammenbeißend und deutete dabei auf die Stöcke, die neben ihm lagen. Liam lächelte erleichtert, kam dennoch nicht umhin, sich nochmals seiner früheren Amme zuzuwenden. „Wird er es schaffen?“
Beitrag 10.07.2007, 19:04
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Alan O'Sullivan
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Alan

Bevor Alan die Möglichkeit bekam, etwas zu sagen, wurden sie von dem jungen schotten namens Liam unterbrochen. Der hatte etwas von dem Getränk, das die Frau ihm versprochen hatte. Gegen die lebhaften Schmerzen ankämpfend, schlichen sich alle Worte um ihn herum in immer weitere Ferne. Die Frage Liams bejahte er noch mit einem Nicken.
Aber alles darauf Folgende zog an ihm ungreifbar vorbei. Erst der Becher an seinen Lippen ließ Alan seine letzten Kräfte mobilisieren. Er schüttelte den Kopf und etwas von dem heißen Tee rann über sein Kinn und tropfte auf seine Brust, versickerte im Stoff seines halb zerrissenen Hemdes.
„Nein…“ röchelte er widerwillig. Sie versuchte es erneut, aber er war darauf bedacht, sie mit seinen blauen Augen zu fokussieren. Auf ihre braunen Augen treffend schüttelte er mit letzter Kraft den Kopf.
„Nichts zum Schlafen…“, spuckte er leise und kraftlos aus. Die Schmerzen hatten viel von seiner Kraft genommen und Alan fühlte sich auch ohne diese Trunk viel zu schläfrig. Müdigkeit könnte tödlicher sein, als sie es vielleicht erahnen würde.
Mit der Hoffnung, sie verstünde ihn, spürte er, wie der junge Mann, der neben ihm hockte, ihm einen breiten Lederriemen vor die Lippen hielt.
Alan versuchte zu nicken und biss auf das kalte Leder, dass er ihm zwischen die Zähne schob.
„…zur Sicherheit…“, glaubte er zu hören, aber selbst die Umrisse der Frau vor ihm verschwammen so sehr, dass es nicht mehr möglich war, auf sie zu konzentrieren.
Da war nur noch Schmerz, der ihn erstickt aufschreien und dabei die Zähne aufeinander pressen ließ.
Die Welle ließ Alan nicht los und ihm wurde immer schwärzer vor Augen, obwohl die Dämmerung immer weiter voran schritt.
Sich dagegen wehrend, waren die Schläge auf seine Wangen, damit er wach bliebe kaum spürbar. Seine blauen Augen sahen von Holly zu dem jungen Mann. Beide schienen schneller zu leben, als er. Alles in ihm war müde, aber er zwang sich zusammengesunken, die Augen offen zu halten.
„Danke…“ röchelte er dem Jungen hustend entgegen, als dieser ihm den Kiefer auseinander drückte und den Riemen aus dem Mund nahm. Er schaffte es nicht, die Taubheit seines Körpers abzuschütteln, glaubte aber die Hoffnung in den Gesichtern der beiden ihm gegenüber zu erkennen.
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Beitrag 10.07.2007, 19:05
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Holly Daniels
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Alan

Holly spürte, dass der Ire scheinbar etwas zu sagen versuchte, aber sie wurden unterbrochen von Liam, der zurückgekehrt war und Holly den Becher reichte, um den sie ihn gebeten hatte.
Sie nickte dankbar, als Liam erklärte, er habe alles so gemacht wie sie es ihm gesagt habe und nahm ihm dem Krug ab.
Sie hörte wie Liam den Iren fragte, ob es ginge und sah, dass diesem immer mehr die Augen zufielen.
Sicher nicht die Müdigkeit, sondern die Schmerzen, die ihn in Ohnmacht sinken ließen.
Holly fand das war nicht gut. Egraine und auch schon Hollys Großmutter war davon überzeugt gewesen, dass die Ohnmacht ein böser Schlaf war, in dem dunkle Mächte uns in ihr Reich zögen und die Seele mit sich nahmen, so dass derjenige der starb, dazu verdammt war seine Seele zu suchen.
Beunruhigt über Alans Zustand sah sie zu Liam bei dessen Frage und zuckte abwiegend mit den Schultern.
„Er wirkt stark und soweit ich sehen kann, hat er außer dem gebrochenen Arm nicht viel abbekommen. Aber ich weiß es nicht…vielleicht hat er Verletzungen die man nicht sieht.“
Holly sah zu Liam. „Ich bin Amme Liam, keine…Heilerin. Aber, “ fügte sie mit hoffnungsvollem Seufzen an, dass entschlossen wirkte. „ich kann seinen Arm schienen, ihm etwas gegen die Schmerzen geben und wir können beten, dass das reicht.“
Holly sah von Liam zu den Soldaten und wieder zurück zu dem Sohn des Clanchiefs.
„Wenn das denn ausreichend ist.“
Sie sah noch einen Moment länger schweigend zu Liam, versuchte zu ergründen, was dieser dachte und Antworten auf eine Frage zu finden, die Holly bewegte, nämlich die nach dem Schicksal dieser Männer. Aber dann ließ sie es bleiben und konzentrierte sich auf ihre Arbeit, die darin bestand Liam anzuweisen, Alan festzuhalten, während sie dem wegdriftenden Iren versuchte etwas von dem Getränk einzuflössen.
Dieser schien ihr etwas sagen zu wollen und Holly musste sich auf die Worte des Söldners konzentrieren, um seine schwache Stimme zu verstehen.
Sein Körper wirkte dünn und beinahe ausgemergelt.
Er tat Holly auf sehr ehrlich berührte Art leid, die Respekt vor seinem Mut hatte, es gleichzeitig als unverantwortlich dumm fand.
Diesen männlichen Stolz jedoch respektierend, nickte sie nachgebend, stellte den Becher neben Alan ab und wartete bis Liam dem Iren etwas Leder zwischen die Zähne geschoben hatte.
Erst als der Schotte seine Arme um Alans Körper gelegt hatte, um diesen festzuhalten, begann Holly mit dem Schienen.
Die Anstrengung alles richtig zu machen ließ ihr Schweiß das Gesicht und den Nacken hinunter laufen.
Sie wurde blass bei seinen Schmerzensschreien und den knackenden, malenden Geräusch einrenkender Knochen, die sie mit einem festen Lederriemen an die Äste band, damit er gerade bleib.
Konzentriert biss sich Holly dabei so fest auf die Lippen, dass sie an einer Stelle aufplatzte.
Der metallartige Geschmack auf ihrer Zunge, machte sie darauf aufmerksam und sie ließ in ihrer Anspannung locker.
Nach ein paar weiteren Knoten, deutete sie Liam mit einem erleichterten Seufzen an, er könne los lassen, sie sei fertig.
Sich das nasse Haar aus der Stirn wischend, bemerkte sie die Morgendämmerung die immer näher rückte.
Sie musste nach Angus sehen und Lucy. Aber vor allem Angus. Sie musste ihm erneut etwas Flüssigkeit und neue Medizin einflössen.
Hoffentlich hatte er kein Fieber…
Hoffentlich hatten Lucys Blutungen nachgelassen…
So viel um das sie sich zu sorgen hatte.
Keine Zeit!
Angespannt und mit verkniffenem Gesicht sah sie zu Alan, der immer mehr wegzudriften schien.
„Hey…“ Sie kniete neben ihm, rüttelte ihn sacht an der Schulter.
„hey, Alan.“ Sie zwang den Iren, sie anzusehen. „Das ist doch dein Name, Alan, nicht?“
Sie merkte zufrieden, wie er sich wenigstens ein wenig auf sie konzentrierte.
„Du musst etwas davon trinken, aye? Man sagt, wenn ein Mensch ins Reich der Dunkelheit gerät, obwohl seine Zeit nicht gekommen ist, dann gibt es kein Zurück mehr.“
Sie sah kurz zu Liam, lächelte dann aufbauend zu dem Söldner.
„Deine Zeit ist noch nicht gekommen, aye?“
Sie reichte ihm den Becher. „Wenigstens fünf tiefe Züge. Bitte.“
Ihre Stimme hatte etwas Weiches und für Momente ruhten ihre Augen auf Alan, bevor sie zu Liam sah.
Erschöpft strich sie sich erneut durchs Haar. „Ich muss dann zurück. Ich muss nach Angus sehen. Ich möchte nicht…zu spät kommen, falls er mich braucht. Kommst du mit mir zurück?“
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Beitrag 10.07.2007, 19:52
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Liam MacDonald
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Alan

Liam sah zuerst zu Holly, richtete dann seinen Blick auf den Iren, dessen Arm sie soeben gerichtet hatten. Kopfschüttelnd lächelte er.
„Ich werde aufpassen, dass er noch etwas davon trinkt. Geh du schon zurück.“ Dem halb ohnmächtigen Alan den Becher aus der Hand nehmend, bestätigte mit einem Nicken, Holly können gehen. „Ich komme dann nach. Kümmere dich um meine Eltern.“
Sein verabschiedendes Lächeln, das er seiner ehemaligen Amme schenkte, war bitterer als jenes zuvor.
Er bemerkt, wie Holly sich erhob und den Platz verließ.
Liam drehte den Becher in den Händen, bemerkte, wie Alan kurz davor war, zusammen zu sinken. Er stellte den Tee neben sich, winkte einen der Soldaten zu sich.
„Hilf mir ihn dahin zu tragen.“
Der Hochländer musterte den jungen MacDonald argwöhnisch. Liam erhob sich, diese Reaktion ignorierend. „Na los, mach schon!“
Vorsorglich hatte er die Schulter von Alans verletztem Arm im Griff, der Soldat nahm Alan an der anderen. Mit einem Ruck zogen sie den schlaffen Körper zu einem Baum, lehnte Alan daran. Dessen stöhnen ließ schon nach dem ersten Ruck den sein Körper durchzogen hatte, nach.
Er öffnete die Augen kaum noch, um unorientiert zu Liam zu sehen. Der lächelte zuversichtlich. „Es ist alles in Ordnung. du musst ein bisschen Schlaf finden.“ Er hörte Alans röchelnd kraftlosen Versuch, ehrlich zu lachen.
„Sei still.“, mahnte Liam nicht ernsthaft und griff sich den Becher mit dem Tee. Er flößte dem Söldner etwas davon ein, war sich jedoch nicht sicher, ob nicht viel mehr an dessen Mund vorbei lief, als in seinen Magen. aber die Hoffnung nicht aufgebend, schüttete Liam solange vorsichtig, bis er sah, dass Alan eingeschlafen ein musste. Er erhob sich, der Soldat, der ihm dabei geholfen hatte, den Iren zum Baum zu hieven, kam zu ihm. Er hatte das Seil in der Hand, mit denen Alan zuvor gefesselt war.
Liams Augen weiteten sich nahezu fassungslos. Er sah fragend zu dem, ihn um eine Handbreit überragenden Hochländer. „Was willst du damit?“, hielt er ihn mit Schärfe in seiner Stimme auf, die in seiner Selbsteinschätzung dennoch zu aufgebracht klang.
„Ich muss ihn wieder fesseln. Keiner der Gefangenen darf…“
Liam unterbrach den Soldaten. „Warte! Der Mann kann sich nicht mal mehr wach bleiben.“
„Aber, Sir, wenn ich nicht…“, versuchte der Hochländer höflich zu bleiben und wollte weiter auf Alan zugehen. Liam stellte sich zwischen ihn und den Iren, sah zu ihm auf. Wie entschlossen er wirkte, war Liam nicht bewusst.
Er legte seine Hand auf die Brust des Hochländers, um ihn symbolisch aufzuhalten, ihm gleichzeitig Einhalt zu gebieten.
„Pass auf!“ Liam tippte mit dem Finger beinah drohend gegen den Hochländer. „Ich übernehme für diesen Mann die Verantwortung. Er wird nicht… Verstehst du! … nicht fliehen oder den Versuch unternehmen!“ Einatmend, setzte Liam mit reichlich Elan fort, von dem er nicht wusste, warum er auch den noch immer besaß.
„Mein Vater liegt viel an ihm. Wenn der Ire auch nur irgendwie verletzt wird, dann tragt ihr alle hier die Verantwortung!“ Liam deutete auf den anderen Soldaten, entfernte sich dabei etwas von dem Soldaten. „Und dir ist klar, dass mein Vater Angus MacDonald ist.“
Sicher lächelnd bezog er nun auch den anderen Soldaten ein. „Spätestens in einer Woche müsst ihr meinem Vater die Treue schwören! Und was glaubt ihr, wie viel Gelegenheit er euch dafür geben wird, wenn…“
Theatralisch hielt Liam inne.
„Aber was ist mit Lord Alastairs Anweisung?“
Liam widmete sich diesem Einwurf. „Ich frage euch ja nur, wer wohl Clanchief werden wird, wenn wir erst einmal zurück sind?“ Eine legere Drehung vollführend, ließ Liam seinem Gefühl, dass richtige zu tun einfach freien Lauf. Er ahnte ja nicht, wohin das alles führen konnte. Denn die Soldaten schienen sich tatsächlich beeindruckt zu fühlen.
Plötzlich.
„Mein Onkel… oder mein Vater!“ Die Soldaten tauschten gegenseitig blicke aus, nickten danach wie abgesprochen zu Liam.
„Gut.“, bestätigte er fest die Stille Übereinkunft, Alan nicht wie die anderen zu fesseln und zu knebeln. Die Beflügelung durch diesen Erfolg in seiner Brust spürend, hockte er sich zu Alan.
Er kontrollierte dessen Atem, der schwach war.
„Ich muss etwas essen. Aber ich komme wieder, sobald ich kann.“, versprach er leise, erhob sich daraufhin. Mit einem prüfenden Blick, der bestätigte, die Soldaten hielten sich an ihre Abmachung, ging Liam mäßig beruhigt ins Lager zurück. Vollkommen traute er ihnen nicht und beschloss, sobald wie möglich zurück zukehren.
In dem Lager angekommen, sah er sich um. Holly saß soeben bei seinem Vater, aber Liam leistete ihr keine Gesellschaft. Er ging zu dem Feuer, an dem Jamie etwas Essbares gekocht hatte, nahm sich ein Stück hartes Brot und etwas Wasser. Mehr hätte sein Magen nicht vertragen.
Sich etwas abseits an einen Baum lehnend, begann er, vor sich hin starrend, zu essen. Er war abwesend, seine Gedanken kreisten um die Ereignisse der letzten Tage. von der Ankunft seiner Mutter, hin zu den Auseinandersetzungen mit seinem Vater und letztendlich der Tatsache, dass es um beide nicht gut bestellt aussah.
Nie hatte er deutlicher fühlen können, mit wie viel Ungewissheit die Zukunft gewoben werden würde.
Die Zukunft von Chief Liam MacDonald?
Das lag alles näher, als zuvor. Und er wäre unehrlich, würde er wirklich behaupten, es bekümmere ihn nicht.
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Beitrag 13.07.2007, 16:05
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13.05.1746/ früher Morgen
PP: Holly, Liam, Lucy, Duncan, Angus

Holly lächelte Liam dankbar zu und packte ihren geschrumpften Vorrat an Kräutern zurück in das Ledersäckchen, welches sie in ihre Tasche steckte und erhob sich.
Beim Verlassen des Lagers vermied Holly es, die anderen Söldner zu betrachten, oder die Soldaten, die Liam und sie misstrauisch beobachtet hatten, als sie Alans Arm geschient hatten.
Holly wollte nicht zu sehr darüber nachdenken, ob diese Männer eine gerechte Strafe, eine faire Verhandlung erhielten, wie sie es egal was sie getan hatten, trotz allem verdient hatten.
Rupert MacDonald hatte keine bekommen…
Aber das war etwas das wohl in Angus Entscheidung gelegen hatte und wahrscheinlich war das Verbrechen, dass der ehemals enge Freund des Paares, sehr viel schlimmer gewesen, als das der irischen Söldner. Seine Strafe somit womöglich verdienter.
Holly seufzte, schob die Gedanken beiseite.
Es gab so vieles anderes, um das sie sich kümmern musste, dass ihre Aufmerksamkeit brauchte.
Außerdem verstand sie von Politik und all diesen Männer Angelegenheiten viel zu wenig, um sich eine Meinung bilden zu können.
Ja, eindeutig.
Als sie das Lager in Sicht kommen sah, wurden ihre Schritte schneller.
Sie war schon lange fort.
Was wenn in der Zwischenzeit etwas passiert war?
Doch als sie den Kreis erreichte, schien alles ruhig.
Die meisten schienen versunken dazusitzen, einige ruhten aus, andere aßen und Alastair und Eric unterhielten sich.
Jamie konnte Holly nicht ausmachen.
Ohne sich die Zeit zu nehmen ihren Freund zu suchen, ging sie zu Duncan und Lucy.
Der Clanchief der McLachlans saß immer noch neben der hochschwangeren Frau, schien mit ihr zu sprechen, verstummte aber, als er Hollys Gegenwart verspürte.
Sie lächelte Duncan zu und hockte sich zu ihm.
Sie sah das Lucy döste und wollte sie nicht wecken. Noch nicht.
Still fragte sie nach ihrem Zustand, Duncan zuckte mit den Achseln.
„Sie scheint ruhig, sie ist eben ein wenig weggedämmert.“
Holly lächelte.
„Das ist der Tee. Er lässt sie schlafen. Wenn sie wach wird, werde ich noch einmal nach ihr sehen.“
Jetzt reichte ein kurzer Blick, um zu sagen dass Lucy keine Wehen hatte und dass der Tee, sowie die Salbe scheinbar erst einmal half.
Sobald sie wach würde, konnte ihr Holly erneut etwas gegen die Schmerzen und zum Stoppen der Blutung geben, sofern das nötig war. Vielleicht schien alles noch einmal gut gegangen zu sein.
„Es ist gut, wenn sie etwas ruht, Kannst du weiter bei ihr bleiben, Duncan? Ich muss nach Angus sehen?“
Der Schotte nickte kurz und ehrlich und Holly schenkte ihm ein dankbares Lächeln, bevor sie zu Angus Lager trat.
Sie fühlte sich weder erschöpft noch müde.
Es war ihr als wären diese Gefühle weit verdrängt. Sie war viel zu angespannt, um sich hinzulegen oder müde zu sein.
Angus hingegen schien noch immer zu schlafen, aber sie merkte an seinem Atem, dass er bald aufwachen würde.
Holly nutzte die Gelegenheit, sowohl einen Becher gegen seine Schmerzen, der ihn schlafen lassen würde und den für die Heilung bereitzustellen.
Sie hoffte dabei sehr, dass der Trick mit dem Whisky erneut klappen würde.
Sie trat zum Feuer, füllte etwas von Jamies Suppe in eine Schüssel und ging mit dieser zurück zu Angus.
Vielleicht hatte er Hunger, wenn er erwachte. Das wäre ein gutes Zeichen.
Sie befühlte seine Stirn, konnte keine Anzeichen von Fieber erkennen, stellte das mit Erleichterung fest.
Während sie über sein haar strich, beruhigend flüsterte, spürte sie wie der Körper des Clanchiefs erwachte.
Er stöhnte, wie Holly annahm, der Schmerzen wegen.
„Angus?“ sprach sie den Schotten fragend, vorsichtig an.
„Angus, hörst du mich, ich bin es Holly.“
Der Schotte sprach undeutlich, murmelte und schien sie kaum wahrzunehmen, nickte aber träge.
Sie schaffte es dem halb schlafenden Angus sowohl etwas von der einen wie der anderen Flüssigkeit einzuflößen, während er immer wieder mit schwacher Stimme, das Wort Whisky aussprach, dabei einzelne Buchstaben verschluckte.
Er war sehr schwach.
Schwächer als er aussah und das beunruhigte Holly.
Als sie seinen gleichmäßigen Atem verspürte, sah sie auf.
Die Sonne war aufgegangen und bei ihrer Suche konnte sie Alastair und Eric nicht mehr sehen.
Holly fragte sich wo die beiden wären, fand stattdessen Liam am Feuer sitzen.
Er schien eingenickt.
Holly stand auf und nahm ihr Schultertuch ab, hing es dem Jungen um.
Sie strich ihm über den Kopf, küsste seine Stirn.
Er war ein guter Junge.
Den Rücken durchstreckend, sah sie sich um und erkannte Duncan, der zu ihr sah.
Dann geschahen ganz plötzlich mehrere Dinge gleichzeitig.
Liam schreckte auf, fragte nach Alastair, ohne das Holly wusste wieso und Lucys unterdrückter Schrei drang an Hollys Ohr.
„Ich weiß nicht…weg.“ Sagte sie zu Liam, lief dann in Duncans Richtung, der aufgeregt schien.
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Beitrag 13.07.2007, 16:05
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Liam und Alan, außerdem C. Saunders, sein Onkel und Eric  Antworten mit Zitat  

13.05.1746/ Morgen
PP: Holly, Liam, Soldaten, Gefangene Iren, Alastair, Eric

Liam kniff die Augen zusammen. Er war eingenickt und erwachte gerade merklich wieder. Wo er war, drang nur mühsam in seinen Geist und bevor er es wahr haben konnte, schüttelte er den Schlaf benommen ab. Dabei hatte er sich nur ein wenig ausruhen und hinsetzen wollen. Er nahm Notiz von dem gewebten Tuch, das um seine Schultern lag.
Was sollte er Alan O’Sullivan erklären?
Er war nun sicher länger weg geblieben, als er es vorgehabt hatte. Der junge Mann drehte den Kopf, um seinen steifen Nacken zu lockern, erhob sich träge. Sich streckend, sah Liam sich in der Umgebung um. Es hatte sich nichts verändert. Jamies Blick begegnend, wollte er ihm freundlich grüßend zulächeln, aber der Vertraute seines Vaters wich Liams offenen Blick aus. Liam wunderte sich darüber zugegeben, aber schließlich tat er es als Anstrengung und Unbehagen über die Situation an sich ab, die James Graham belasteten. Er nahm sein abgelegtes Schwert in die Hand und sah sich nach seinem Onkel um. Vielleicht konnte er jetzt ernsthaft mit diesem über das weitere Vorgehen bezüglich der Gefangenen sprechen. Doch nach mehreren, vergewissernden Blicken konnte er weder seinen Onkel, noch dessen Begleiter Eric McCrindle ausmachen. Er wandte sich mit der Frage nach deren Verbleib an John McDonell, der gerade dabei war, die Schilde nach dem nächtlichen Kampf zu flicken. Dieser schüttelte den Kopf unwissend und entschuldigte sich dafür, ihm keine Auskunft geben zu können. Liam bedankte sich, suchte nach jemandem, der ihm eher Auskunft geben konnte. Er traf wieder auf Jamies unsicheren Blick, der ihn still bat, ihn nicht zu fragen.
Leider war ihm damit viel zu klar, weshalb. Seine Hand raufte durch sein halblanges Haar, um jetzt besser denken zu können. Es tat sich in Liams Gewissen ein Abgrund auf, der viel zu schwarz wäre, als dass er ihn bereit war, zu sehen. Er hielt Holly am Arm, die ebenso aufgeregt schien.
„Wo ist mein Onkel, Holly!?“ , fragte er. Aber seine harschen Worte wurden von dem unterdrückten Schreien seiner Mutter durchbrochen. Seine Mutter. Liam vermied den Blick in die Richtung zu wenden. Ihm stiegen ungewollt Tränen in die goldbraunen Augen.
„Wo ist Alastair?“ Seine Frage hatte an Gewalt verloren, bat nur um eine Antwort, damit er loszulaufen vermochte. Aber Holly hatte keine Zeit. Sie wusste es nicht. Daraufhin ließ er ihren Arm los, entschuldigte sich leise für den Ton.
Holly rannte vorbei, es schien seiner Mutter schlechter zu gehen. Liam fühlte die Wut in sich aufsteigen, die nicht nur tief aus seinem Herzen kam, sondern sich mit einem Zorn mischte, der den Druck der Tränen noch stärker werden ließ.
Liam lief los. Er rannte bald, durch das Unterholz, streifte dabei Bäume und Sträucher, die er zur Seite bog, ohne auf den ausgetretenen Waldweg zu achten.
Als er zu dem Lager kam, hockten dort keine Gefangenen mehr. Nicht einmal die Briten. Liam starrte mit aufgerissenen Augen in das Gesicht eines einzelnen Soldaten, der die Nacht über die Männer bewacht hatte. Er wollte ihm entgegen schreien, wo sie wären. Aber er wusste, mehr als ein Krächzen wäre nicht aus seiner Kehle gekommen, also beschloss er, sich nicht damit aufzuhalten. Er suchte nach einem Deut, in welche Richtung er laufen musste und schließlich zeigte der Mann sie ihm.
„Da entlang ...“ , sagte er noch immer verstört, als wisse er nicht, was Liam so antrieb. In Liam stieg eine tiefe, innere Verzweiflung auf, der er sich nicht hingeben wollte. Er wollte nicht schuld am Tod von fünf Männern sein, die auf so ungerechte Weise gerichtet wurden.
Blind lief er in die Richtung, die der Soldat gewiesen hatte, wich Bäumen aus, schlug sich durch das Unterholz, riss seine Schuhe aus dem Brombeergestrüpp in dem sich seine Füße verfangen wollten. Er stolperte über den krautbedeckten Waldboden und stieß gegen etwas weiches, warme und zudem schlaffes in Höhe seiner Schulter. Er sah auf, erschreckte sich schmerzhaft, als seine Augen auf die aufgerissenen, blauen Augen einer der Briten stieß. Die dünnen, blonden Haarsträhnen klebten an der schweißnassen Haut. Der Ekel erregende Geruch vom Todeskampf des Mannes stieg Liam in die Nase und trotz der Starre würgte er beim Anblick der verquollenen Zunge die aus dem aufgerissenen Mund hing.
Liam zwang sich, zu schlucken und nicht niederzuknien, um das wenige Essen auszuspeien. Er glaubte, er würde danach nicht mehr auf die Beine finden. Also lief er weiter, entdeckte noch einen weiteren Mann der leblos an einem Seil baumelte. Alastair hatte angewiesen, sie alle säuberlich jeweils an einem Baum aufzuhängen.
Wahrscheinlich verlas er die Urteile selbst. Liams Tränen von Wut und Zorn hielten sich nicht mehr zurück, er stürmte auf die Lichtung, auf der er die Gestalten seines Onkels, dessen Begleiter und Captain Saunders erkannte.
Fassungslos benötigte Liam einen Augenblick, um den Mann zu erkennen, dessen rotes Gesicht sich blau verfärbte. Das Fass, auf das sich die tot Geweihten stellen mussten, damit man es unter ihren Füßen wegtreten konnte, schien noch davon zurollen.
“Nein!“ , schrie Liam krächzend und Alastair drehte sich verwundert zu ihm.
Der Ire... Liam rannte zu dem Söldner, dem Holly und er gerade noch den Arm geschient hatten. Das schien so nah und doch so weit weg, denn jetzt zappelte dessen Körper, um die letzte Luft in seinen Lungen ringend.
“Nein...“ , keuchte Liam ungläubig. Er hatte keinen Einfall, den er so dringend bräuchte. Was... “Nein...“
Mehr konnte er nicht denken, während ihn die viel zu schwere Last erdrückte. Alle sahen dabei zu, wie der Mann ersticken würde. Keiner hielt es auf. Keiner hielt Liam auf. In einer entschlossenen Bewegung hechtete er zu dem glatten Stamm und begann das unmögliche Unterfangen, diesen hinaufzuklettern.
Liam löste schnell und geschickt die Verschlüsse seines Schwertes, damit er den Gurt seines Schwertgehänges frei bekam. Er trat an den Stamm, verhakte die Enden ineinander, nachdem er das breite Leder um den Baum gelegt hatte. So konnte er sich beim Klettern in den Gurt legen und geübt fand der Jungen kaum Halt in der glatten Rinde, aber er erklomm den Baum eben so schnell er konnte. Sich so verbissen in das Holz krallend, um voran zu kommen, bemerkte er die Wärme in den Fingerkuppen, die mit jedem zurückgelegten Zentimeter klebriger wurden.
Halt durch, Alan...
Er warf einen kurzen Blick zu dem Hängenden auf Augenhöhe und erkannte, wie dieser mit letzter Kraft noch immer seinen Hals in neu gewonnener Hoffnung verkrampfte.
Mit letzter Kraft griff auch Liam nach dem dicken Ast, an dem der Strick festgebunden war, aus dem die Schlinge bestand. Der Schwertgurt riss krächzend und so klammerten seine Beine um den Stamm und gaben ihm halt.
Es war unmöglich den geübten Knoten lösen zu wollen, der sich bei Belastung noch fester zurrte. Sein Vater hatte ihm diese Technik, einen Knoten zu binden einmal gezeigt. Aber er hatte nicht verraten, wozu man sie bräuchte. Liam griff mit der Linken nach seinem Sgian dubh, den er in seinem Strumpf hatte.
“Er ist tot, Junge... das hat keinen Zweck mehr. Komm runter.“ , drang die Stimme seines Onkels dumpf in Liams rauschende Ohren. Er schüttelte entschlossen den Kopf. Für ihn sah Alan O’Sullivan noch sehr lebendig aus.
Die kleine Klinge angesetzt, umklammerte er fest den Horngriff und kniff die Augen zusammen. Er hatte das Gefühl, sein rechter Arm, der sich am Ast festhielt und damit Liam selbst, riss ihm bald aus. Mit der Linken glaubte er nur kraftlos an dem dicken Tau zu ritzen, bis er nach endloser Zeit hörte, wie der Strick riss und die kleine Klinge ins Leere schnitt.
Er hörte in der verkrampften Haltung, in der er mit letzter Kraft da hing nicht, wie der los geschnittene Körper auf dem Boden aufschlug.
Er hatte es nicht geschafft. Er war zu langsam gewesen, schoss es ihm durch den Kopf. Und am liebsten hätte Liam einfach losgelassen. Es war alles so sinnlos. Er fühlte, wie seine Finger sich lösen wollten, selbst wenn er nun auch mit der Linken an dem Ast halt gefunden hatte. Unwirklich formte sich der langsame Plan seiner weiteren Vorgehensweise. Er würde die Beine lösen, am Ast hängend solange baumeln, bis er bereit war, loszulassen und auf dem Boden zu landen.
Sie Tränen brannten scharf in seinen Augen und auf der Haut. Er wollte die Augen nicht mehr öffnen, egal, ob er sich beim Aufkommen das Genick oder die Beine brechen würde. Wie hatte sein Onkel das tun können? Wie nur?
Diese Fragen ließen seine Arme nur noch mehr schmerzen, seine Muskeln ächzen und kurz bevor er selbst sich hätte fallen lassen, fühlte er starke Arme um seinen Beine und sicheren Halt. Er ließ los und wurde auf den Boden gehoben. Die Hände, die ihn hielten, damit er nicht umfiel, bohrten sich in Liams hängende Schultern.
“Bist du in Ordnung, Junge?“ , wurde er gefragt. Die Augen geöffnet sah er in die besorgte Mine von Captain Saunders. Liam nickte und kam sich selbst wie ein weinerliches Kind vor, wenn er dem breitschultrigen Schotten gegenüber stand.
“Aye... ich glaube schon.“ Seine Stimme klang wie das Schluchzen eines Mädchens. Liam sah sich um, konnte aber seinen Onkel nicht mehr erkennen. “Wo sind die anderen?“ , zwang er sich tiefer zu sprechen, um fester zu klingen. Aber er konnte seiner Enttäuschung einfach nicht Herr werden.
“Die sind weg.“ Saunders behielt seine ernste, immer freundlich wirkende Mine bei. Liam traute sich nicht, nach Alan zu fragen.
“Ich habe ihn da drüben hingelegt.“ , bekundete Saunders und zeigte nur wenige Schritte weiter auf den leblosen Körper des Iren. Liam nickte ernster geworden.
“Ist er...“
Saunders konnte sich scheinbar einem leichten lächeln nicht erwehren und klopfte Liam so auf die Schulter, dass diese darunter nachgab. Er verzog das Gesicht.
“Du hast es geschafft. Gerade noch rechtzeitig.“ Saunders nickte und ließ Liam vorerst allein. Liam wandte sich zu Alan und erkannte erst jetzt, wie er sich hustend und schwer atmend den verletzten Arm rieb. Sie hatten ihm die Schienen entfernt, damit sie ihm die Arme auf dem Rücken verbinden konnten.
Liams Beine gaben nach, als er neben Alan getreten war. Er sank kraftlos in sich zusammen und vergrub die blutigen Fingerkuppen in seinen Haaren. Die Handballen ruhten auf der Stirn und bei geschlossenen Augen suchte Liam schwer atmend nach der Kontrolle, die er brauchen würde.
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Beitrag 26.08.2007, 09:07
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