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Sons of Scotland > Cumberland Siedlung

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Lilian Elaine McLeod
McLeod
McLeod


Geschlecht: Geschlecht:weiblich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
Beiträge: 100
Wohnort: In der Achterbahn der Gefühle
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Beitrag 22.05.2007, 14:52
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Liam MacDonald
MacDonald
MacDonald


Geschlecht: Geschlecht:männlich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
Beiträge: 19
Wohnort: It might be ridiculous, but I am serious about
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Oberhalb des Lagerplatzes:

Liam MacDonald
TBC von … ich habe keinen blassen Schimmer wo Liam war… er hätte jedoch beim Frühstück sein sollen *lol*
3.05.1746, später Nachmittag

Liam hatte die Augen zusammengekniffen, um überhaupt noch etwas erkennen zu können. Die Nachmittagssonne stand tief und blendete den jungen Schotten. Oder war er mehr noch ein schottisches Kind?
Er empfand, er war unlängst dazu bereit, als Mann angesehen zu werden.
Er lag nun seit einigen Stunden unter den Zweigen eines jungen Nadelbaums, der an der kargen Kante eines steilen Hanges wuchs und beobachtete den Lagerplatz in der Tiefe.
Liam lag auf der Lauer nach… danach, dass die Nacht würde einbrechen und er seinen Posten endlich würde verlassen können.
Es verhielt sich nicht einfach, sich vor den Wachen zu verstecken, die patrouillierten und ihn nicht entdecken dürften. Der Junge hatte in etwa eine Ahnung, wie sehr sich sein bewegungsloses auf dem Bauch Liegen im Schatten der Tannenzweige auf seine Glieder auswirkte. Er glaubte schon jetzt nicht mehr daran, seine Arme zu spüren. Aber seine, im Licht bernsteinfarben schimmernden Augen erkannten, er hielt sein gezogenes Schwert noch immer mit eisernem Willen umgriffen.
Liam wusste, er würde es nach Anbruch der Nacht mit ebensolch eisernem Willen in der Brust einiger der Engländer da unter versenken.
Er wusste doch, was Neil ihm erzählt hatte. Und nach Neils Erzählungen wusste Liam auch, wie gewalttätig und roh diese Südmänner waren. In all ihren Gesichter sah man nur die pure Lust am Töten.
Würde er zwei oder drei davon umbringen, dass wusste Liam, würden ihn alle nicht mehr behandeln, als habe er noch keinen Toten gesehen. Es war doch nicht so, dass er ein Mädchen war und wenn sein Vater wüsste, was Liam alles schon erlebt hatte, dann … dann würde selbst er ihn nicht mehr behandeln, als sei er acht Jahre alt.
Weshalb hatte sein Cousin Neil, der gerade vier Jahre älter als Liam gewesen war, mitgehen dürfen … Er aber musste hier in Urquhart bleiben und anstatt Engländer hatte er bis heute mehr die Langeweile totgeschlagen.
Aber genau das wollte er heute beenden.
Und dann müsste auch sein Vater einsehen, Liam würde den Raum nicht mehr verlassen müssen, sobald er sich mit anderen unter Männern unterhielt. Außerdem würde er nicht mehr von seiner Amme ins Bett geschickt werden.
Wie kindisch sich der 14-jährige hierbei vorgekommen war, als er nicht einmal mehr bis Mitternacht hatte mit den Männern an einem Tisch sitzen dürfen, sondern schon zuvor auf sein Zimmer geschickt wurde… das hatte keiner gesehen.
Was wussten die Kinder im Dorf schon vom Krieg. Neil hatte ihm erzählt, wie es wirklich gewesen war. Und Liam, der sich mit der freien Hand das halblange schwarze Haar aus der Stirn strich, fühlte einfach, dass Neil recht damit hatte.
Mit dem, was er über die Bedrohung gesagt hatte, mit dem, was er über die Gefahren der Reise erzählte… und mit dem, was er meinte, auf diejenigen wartete, die als Männer aus einem Krieg zurückkehrten.
Natürlich war das hier nicht dasselbe, wie eine Schlacht.
Aber es war ein Beweis seiner Fähigkeiten, die er schon so lange trainierte, ohne von ihnen Gebrauch machen zu können. Und dabei hatte Rupert ihm erzählt, dass er seinen Vater schon im Kampf gesehen hatte, als er selbst noch keine Waffe halten konnte.
Warum erlaubte sein Vater ihm nicht ebenso, sich unlängst in dem zu beweisen, was männlich war!
Er hatte kein Recht dazu, darüber zu bestimmen. Selbst seine Mutter hatte es ihm vorgeworfen.
Wie sollte er ein Recht haben übe Liams Leben zu bestimmen, wenn er es nicht einmal kannte.
Wusste er denn, was sein Sohn den ganzen Tag tat?
Sicher kümmerte ihn nicht einmal, dass er nicht zum Frühstück aufgetaucht war… sonst hätte er schon unlängst nach ihm suchen lassen. Aber den ganzen Weg, den Liam vom Ufer des Lochs bis zu dem Gefangenenlager zurückgelegt hatte, hatte er keinen der Männer seines Vaters gesehen, der nach ihm suchte. Wahrscheinlich würde man sein Fehlen auf der Burg nicht mal bemerken, wenn das Pferd, dass ihm am See davongelaufen war, wieder ohne Reiter zurück in den Stall kehrte.
Liam biss sich auf die Lippen. Sie waren trocken und begannen spröde zu werden. Er hatte Durst, dass musste er sich eingestehen. Vielleicht hätte er aus der Quelle, die er auf dem Weg entdeckt hatte, einige Schlucke trinken sollen.
Aber er lag hier nicht, um zu Jammern.
Liam zählte die Stunden, bis der Mond aufging und er den Steilhang leise hinunterrutschen würde, um sich an den Wachen vorbei zu schleichen, die unterhalb seines Standpunktes postiert waren.
Beitrag 22.05.2007, 14:53
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Angus MacDonald
MacDonald
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Geschlecht: Geschlecht:männlich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
Beiträge: 62
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TBC von Thronsaal am Vormittag (erstmal)/Urquhart
3.05.1746, später Nachmittag
PP: Murthag, Angus, Liam...

Schnaubend protestierte Angus Pferd dagegen, seinen Schritt zu verlangsamen, den es seit einer halben Stunde beibehalten hatte. Sein Reiter und dessen bewaffnete Begleiter aber waren auf einer Lichtung angekommen und der Soldat, der die Gruppe führte, wies einen Mann an, vorauszureiten, um zu prüfen, ob auch das letzte Stück des Weges sicher sei.
Es war eine Vorsichtsmaßnahme, einem Hinterhalt zu entgehen.
Dabei waren nicht die Hinterhalte gemeint, die einen Unbedarften immer im Hochland würden ereilen können, sondern jenen Hinterhalt, der auch Ian das Leben gekostet haben musste.
Gefährliche Zeiten gab es auch nach dem Krieg und so dauerte ein Ritt nach Cumberland, der mit einem Adligen getätigt wurde, zehn Minuten länger als jene von reinen Soldatentruppen.
Angus stieg aus dem Sattel und von seinem unruhigen Pferd. Es schien, als wittere das Tier etwas, dass über diesem Teil des Waldes lag.
Etwas Bedrohliches.
Diese Ahnung befiel auch den künftigen Clanführer der MacDonalds. Nicht erst, seitdem er heute Mittag den Menschen auf der Burg mitgeteilt hatte, ihr Clanführer Ian sei ermordet worden.
Rupert hatte Recht behalten, indem was er gesagt hatte. Es wäre nicht möglich gewesen, den Menschen etwas vom Dahinscheiden Ians zu erzählen und dabei unerwähnt zu lassen, Angus habe ihn mit aufgeschlitzter Kehle gefunden.
Dass die Nachricht die Menschen in Unruhe versetzte war durchaus verständlich.
Es ging nicht um die Unruhe der Ungewissheit, welcher Mann Ian MacDonald würde folgen. Es ging um die Tatsache, dass ein so mächtiger Mann hinterrücks umgebracht worden war.
Viele suchten die Schuldigen in den Reihen der Engländern, die nicht alle in dem Lager hier draußen gefangen genommen waren.
Viele forderten, sie zu hängen, damit sich eine solche Tragödie nicht nochmals würde wiederholen.
Und nun ritt Angus MacDonald zu dem Provisorium eines Lagers, indem sich an die vierzig stinkend Engländer befanden… nicht um zu tun, wonach viele am heutigen Mittag gerufen hatten, sondern um die Verteilung der Wachposten neu vorzunehmen.
Er würde den Schutz erhöhen müssen, der Cumberland mehr oder minder abschirmte. Ob dies geschah, weil Angus die dort befindlichen Gefangenen schützen wollte, stand außer Frage. Natürlich würde niemand um einen toten Regierungssoldat weinen.
Man sollte jedoch eine Gruppe von etwa vierzig ausgebildeten Militärs nicht unterschätzen, sollte jemand auf die Idee kommen, sie befreien zu wollen.
Wie er im heutigen Gespräch mit den anderen Vertretern der Clans, hatte erneut feststellen dürfen, hatten die MacDonalds einen Teil ihrer Autorität verwirkt.
Aber wie auch MacKenzie es hatte festgestellt: Sie besaßen die Männer, die anderen fehlten und Angus war zu der Überzeugung gekommen, dann sollten sie auch eingesetzt werden.
Ein Eichelhäher breitete seine Schwingen aus und erhob sich aus einem der hohen Wipfel, als der ausgesandte Mann zurückkam und der wartende Trupp um den MacDonald-Chief wieder aufsaß.

Der Ritt nach Cumberland nahm eine weitere viertel Stunde in Anspruch.
Sie passierten ohne viele Worte die ersten der aufgestellten Bewacher, ritten in das Lager bis hin zu dem Platz vor den vielen provisorisch aufgestellten Zelten aus dreckigen Leinen, die von Zeit zu Zeit geölt wurden, um wenigstens ein bisschen des schottischen Regens draußen zu halten.
Eine Epidemie war, was Angus MacDonald hier am wenigsten gebrauchen konnte.
Die Gräber an der Rückseite des Lagers, die für jene geschaufelt wurden, die es nicht schafften, waren in den letzten Tagen mehr geworden.
Murthag hatte berichtet, die ersten Briten kamen von den Bauern wieder, aber der Großteil von ihnen hatte die letzte Nacht nicht überlebt oder die Ankunft in diesem Lager nicht mehr mitbekommen.
Die anderen Gefangenen hoben unter der Bewachung der Hochländer die Gräber ihrer Landsleute aus, die letzten Worte sprach Vater Brian. Er war Wanderpriester gewesen hatte einen der Wachen solange darum gebeten, dass auch diese Fremden ein Begräbnis bekämen, bis Angus schließlich zugestimmt hatte.
Vater Brian hatte sich daraufhin in der Nähe des Lagers nieder gelassen, um diese Aufgabe zu übernehmen.
Angus MacDonald stieg ein weiteres Mal von seinem Pferd. Er war den Weg über schweigsam gewesen.
Die Feuerstelle in der Mitte des Lagerplatzes war kalt, kein Gefangener trieb sich herum. Man hatte die Männer vor Angus MacDonalds Ankunft in die Zelte getrieben. Vor jedem der Zelteingänge stand ein Mann, das Gewehr geladen, bereit jederzeit zu schießen.
In den Zelten, wusste der Verwalter Urquhart’ s, standen jeweils weitere, bewaffnete Männer, um die gefesselten Engländer nicht aus den Augen zu lassen.
Angus gab sein Pferd einem seiner Männer. Dieser führte es weg.
Eigentlich wollte er mit Murthag sprechen, der sicher in dem kleinen Zelt dort drüben saß und Schreibarbeit bezüglich der Verwaltung hier zu tätigen.

Bevor er jedoch einen Schritt vorwärts machen konnte, ging ein Erdrutsch vor dem breitschultrigen Mann und zwei Soldaten nieder, die ihn flankierten.
Eine Gestalt glitt mit einem grellen Schrei neben Staub und lockerem Geröll den steilen Hang hinunter. Die Männer, die auf den Anhöhen um das Lager postiert waren hatten ihre Fernwaffen angelegt. Jene, die in der Lage gewesen waren, die Szene zu verfolgen und keine Schusswaffe ergreifen konnten, hatten ihre Schwerter gezogen.
Auch Angus Hand lag unter dem Metallgeflecht seines Breitschwertes erborgen.
Der Nebel lichtete sich und die Gestalt, die hinab gerutscht war, entpuppte sich nicht als unglücklicher, englischer Flüchtling oder schottischer Attentäter.
Das halblange schwarze Haar hing ihm ins Gesicht, ergraut vom Staub, den er aufgewirbelt hatte. So sah er nicht, dass auf ihn sämtliche zu mobilisierende Waffen des Lagers gerichtet waren.
Aber keiner der Männer rührte sich. Einige sahen fragend, andere überrascht zu Angus MacDonald. Vielen war der Junge bekannt, und nach einigen Augenblicken senkten sich Schusswaffen in der Ferne.
Das kühle Blau lag auf ihm. In seinen Augen stand eine Mischung aus verwunderter Überraschung und Zorn. Die Nasenflügel des MacDonalds bebten, als seine Worte beherrscht streng an Liams Ohr drangen.
„Was machst du hier!“
Liam erkannte den Tonfall, der keine Frage, sondern eine Anklage war. Er sah auf, fasste seinen Vater in den Fokus. Weshalb war er so neugierig gewesen und hatte sehen wollen, was passierte, wenn sein Vater hier auftauchte. Jetzt schmerzte ihn nicht nur sein Rücken, sondern auch verletzter Stolz. Zu viele Augenpaare lagen auf ihm.
Und so antwortete lediglich Trotz aus den dunkelgelben Augen, die im Licht der warmen Abendsonne von einem hellen braun waren.
Der breitschultrige Schotte ließ dagegen vom Griff seines Schwertes ab. Die Soldaten taten es ihm gleich. Man vernahm das mehrfache Geräusch eines Schwertes, das zurück in die Scheide glitt.
„Antworte mir! Was tust du hier!“
Sein Befehlston überhörte Liam nicht und der Sohn von Angus MacDonald richtete sich Stolz auf, klopfte ein wenig des Staubes aus seinen Sachen. Seine Lippen aber waren noch immer verschlossen, während er nach seinem Schwert greifen wollte. Aber seine Hand zitterte ungewollt, so dass er mühe hatte, die Klinge ruhig zu halten.
Seine trockene Kehle wollte nur krächzend antworten und angesichts der Forderung seines Vaters und was es bedeuten würde, brüchig ängstlich zu antworten, sah Liam seinen Vater nur konfrontierend an.
Angus wertete diese Reaktion als Antwort. Sein verhaltenes Nicken war nur eine Geste der Höflichkeit seinem Sohn gegenüber, um ihn nicht gänzlich bloß zu stellen. Dann deutete ein Seitenblick zu einem seiner Vertrauten, er solle Liam holen.
Ohne einen weiteren Blick, ging der Hochländer zu dem Zelt, in dessen Eingang der schmale Advokat stand. Und selbst dieser konnte den Ausdruck von Überraschung auf seinen spitzen Zügen nicht verbergen.
Angus trat an ihm vorbei, etwas später ging auch Liam an ihm vorbei. Er trug denselben stur beharrlichen Zug auf seinem jungen Gesicht wie sein Vater. Und auf genauso stolze Art hatte er die Hand des ihn Begleitenden weg geschlagen und war seinem Vater vor dem Hochländer gefolgt.
Für einen Atemzug war Murthag unschlüssig, ob er nicht auch draußen warten wollte, wie all die Anderen….
Aber nachdem Angus nüchterne Stimme Liam aufgefordert hatte, sein Schwert ‚dahin’ zu legen, forderte er auch seinen Advokaten auf, einzutreten.
Der kleine Hochländer trat in das Zelt.
Angus hatte auf dem Stuhl hinter dem Tisch platz genommen, auf dem bis eben noch der schmale Schotte gesessen hatte.
Liam stand trotzig vor dem Tisch, auf dem Papiere verteilt waren.
Murthag näherte sich nur zögerlich dem Geschehen.
„Also… bist du jetzt bereit zu antworten, Sohn?“
Die Stimme des Clanchiefs flackerte vor Beherrschung, während er seinen Sohn nur kurz musterte. Liam schwieg und Angus setzte nach. Das dunkle gälisch auf seinen Lippen klang spürbar gereizt.
„Ich habe keine Zeit für Kindereien, Liam…“
Sein Sohn verschränkte abwehrend die Arme vor dem Körper. Angus sah auffordernd zu Murthag. Er solle beginnen, ihn von allem wichtigen zu unterrichten.
Murthag dagegen lächelte etwas zerrissen uneins.
„Ich habe nicht erwartet, Angus, dass du heute noch …“, versuchte er die Wogen diplomatisch zu glätten. Aber der scharfe Blick seines Chief’ s, der nur kurz von den Papieren vor ihm aufsah, ließ ihn damit beginnen, Bericht zu erstatten.
Und zwischen Zahlen, Fakten und Geldbeträgen, die das Lager verschlang, meldete auch Liam sich zu Wort.
„Als ob du jemals Zeit hättest…“
Angus sah zu Liam auf. Er war kein guter Schauspieler… schon gar nicht, handelte es sich um Feinheiten, wie etwa Sarkasmus.
„Die Sprache hast du also wieder gefunden. Wie steht es mit deinem Verstand, Junge…“
Er forderte Murthag mit einem Blick auf, weiter zusprechen, während er sich wieder der Verwaltung widmete.
Dieses Mal benötigte Liam nicht viel Zeit, sich zu sammeln. Er unterbrach den Anwalt der MacDonalds unhöflich.
Aber sein Tonfall wies daraufhin, dass er momentan nicht viel Wert auf Höflichkeit legte.
Respekt fehlte Liam… Aber er wähnte sich im Recht. Die Behandlung durch seinen Vater, stand seinen harschen Worten doch in nichts nach.
„Nenn mich nicht so! … Ich bin kein Kind mehr!“
Das war in Etwa, was er hatte schon immer sagen wollen. Und während Liam bemerkte, wie sich plötzlich eine Barriere in ihm auflöste, die ihn zuvor immer hatte schweigen lassen, vergaß Angus Zahlen und Fakten… und auch die weiterredende Stimme von Murthag.
Seine blauen Augen erforschten die wütenden Züge mit einer Mischung aus Überraschung … schon wieder… und Skepsis. Er schüttelte den Kopf jedoch beiläufig, als verstünde er das Kind ihm gegenüber nicht.
„Du bist vierzehn, Liam... du verhältst sich aber, als wärst du fünf...“, sagte er ermahnend.
„Was weißt du schon davon, wie ich mich verhalte!“ Liam schnaubte wütend.
„Du hast doch keine Ahnung, wie ich mich verhalte… wann hast du mich denn gefragt, ob ich hier her wollte.“
Liam hatte beide Hände vom Körper gestreckt. In seinen Augen stand ein lang gehegter Vorwurf.
„Oder … ob ich Mutter seit vier Jahren nicht sehen wollte.“
„Liam!“ Angus Stimme hob sich ermahnend, sowie er selbst sich aus dem Stuhl erhob.
„Nein, Vater… du hast nicht einmal gefragt. Ich dachte du nimmst mich mit, damit ich endlich erwachsen werde… Aber das einzige, was ich bis jetzt gelernt habe, ist …. dass du mich noch immer für einen Fünfjährigen hältst.“
Angus Brust hob sich schwer. Liams weich gezeichnete Gesichtszüge waren wutverzerrt, seine Wangen von jugendlicher Hitze gerötet.
„Sprich nicht in diesem Ton mit mir, Liam.“ Die dunkle Stimme des Hochländers klang wie der dumpfe Donner eines Sommergewitters, während er mit der rechten Faust auf den Tisch schlug. Der erzitterte ehrfürchtig. Murthag wünschte sich momentan an einen anderen Ort, wusste aber gut, sich nicht in diese kleine Auseinandersetzung einzumischen.
„Willst du wissen, weshalb ich hier bin…“
Der Aufregung wegen brach Liams Tonfall während seiner Worte heiser zusammen und er atmete tief ein, um neue Kraft zu schöpfen.
„Um ehrlich zu sein, Liam… es interessiert mich nicht mehr! Ich kann dir auch ganz gut ohne Erklärung den Hintern versohlen.“
Der Schotte ging wütend um den Tisch und baute sich vor seinem nicht zurückweichenden Sohn auf, die Hände in die Seiten gestemmt.
Liams Lippen waren schon geöffnet, um etwas zu erwidern, da unterbrach sein Vater ihn zur Abwechslung nochmals unhöflich.
„Aber wenn du so erwachsen sein willst, können wir das auch wie Männer regeln.“
Und während Angus die Ärmel seines hellen Hemdes hochkrempelte, redete Liam ungeachtet und mutig weiter. Es machte für den Vater keinen Unterschied ob er seine Arme für einen Kampf entblößte oder um Liam übers Knie zu legen.
Beides endete darin, dass er seinen Sohn verprügeln würde.
Dabei tat er das an sich relativ selten.
„Ich will mich nicht mit dir schlagen! ... Ich bin hier, damit ich in deinen Augen endlich erwachsen werde!“
Das traf einen wunden Punkt bei Liams Vater, einfach weil er nicht zu ergründen vermochte, was sein Sohn ihm damit mitteilen wollte. Das helle blau hatte sich in den letzten Minuten verdunkelt, jetzt blitzte es verärgert fragend unter seinen schwarzen Brauen hervor.
„Was...“, herrschte er seinen Nachwuchs an. Von seinen Lippen und der Körpersprache war Unverständnis abzulesen.
„Ich will mich auch beweisen! Ihr habt alle die Möglichkeit gehabt, dass zu tun… aber ich…“
Jetzt wirkte Liam wie ein bockiges Kind. Aber sein Vater sah nicht minder unbeherrscht kindisch aus.
„Ich musste zusehen, wie ihr alle zurückkamt. Ich wollte auch kämpfen! …“
Angus Blick hatte etwas unberechenbar Wahnsinniges auf diese Worte hin.
„Du willst also kämpfen?!…“
Liam nickte trotzig zustimmend.
„Ach so… und du willst den dreckigen Engländern ins Gesicht sehen… Willst du das wirklich.“
Liams goldbraunen Augen funkelten hoffnungsvoll. Die schmalen Lippen seines Vaters pressten sich unterdessen noch immer wütend aufeinander.
Die kühle Aufforderung, die er aussprach, vibrierte unbeherrscht.
„Komm mit!“
Er griff unnachgiebig ruppig nach Liams rechtem Oberarm und zog ihn mit sich aus dem Zelt.
Unzählige Augenpaare, die die Unterhaltung teilweise mitbekommen hatten, richteten sich mal mehr, mal weniger auffällig auf Vater und Sohn.
Angus Haar war sicher so wild, wie der Blick in seinen blauen Augen, als er seinen Sohn über den leeren Lagerplatz in eines der nächstgelegenen Zelte der Gefangenen zog.
Er wies mit seiner Hand auf die Gestalten, die einmal in Rot gekleidet die Feinde seiner Armee waren. Nun saßen sie gefesselt nebeneinander im Dreck und machten einen erbärmlichen Eindruck.
„Hier… schau sie dir an.“
Der unnachgiebige Griff um Liams Oberarm, der diesen auffordernd schüttelte, ließ Liam nicht mehr so sicher sein, ob er wirklich … genau so behandelt werden wollte.
Das ließ ihn schweigen… seine Augen flogen über das Elend und er schluckte. Er wusste nicht, weshalb sich das Gefühl der Bedrohung, von dem Neil ihm erzählt hatte, nicht einstellen wollte.
„Willst du immer noch zum Mann werden?!“
Angus schüttelte seinen Sohn wiederholt. Die Wachen in dem Zelt sahen die beiden verwundert an. Den Engländern ging es nicht anders.
Und Liam atmete ein, verbiss sich jeden Gedanken daran, er könne noch umkehren. Er fixierte jeden Hass in sich, den er für die Männer aus dem Süden aufbringen konnte, nahm all seinen Stolz zusammen und nickte schwerfällig.
Das halb verschluckte ‚Aye’ hatte eine Endgültigkeit, für die Angus empfänglich war.
Der Schotte musterte seinen Sohn eindringlich und für einen Moment wäre auch er fast dazu geneigt, einfach wieder umzukehren.
Der Moment aber verflog und Angus harte Züge griffen gnadenlos nach einem der Gefangenen in seine Reichweite.
Er hieß Jonathan Banks. Sein rotblondes Haar war verdreckt vom Schlamm. Seine Züge waren vielleicht die eines siebzehnjährigen. Seine hellblauen Augen wussten nicht, wie ihm geschah, als er von dem breitschultrigen Schotten mit der fremden Sprache aus dem Zelt gezogen wurde. Dieser zwang ihn mit viel zu starkem Druck auf seine Schulter, in die Knie zu gehen. Im Staub knienend, sah er nicht auf. Er rührte sich nicht. Was sollten sie auch mit ihm vorhaben.
Er hatte Todesangst, während Angus neben dem Gefangenen stand. Liam hatte er vor sich her gestoßen.
Der sah seinen Vater an… Die Blässe, die den Jungen befiel, kam nur mühsam gegen den gesunden Braunton seiner Haut an.
Für einen Augenblick blitzte die Bitte auf, er solle ihn nicht dazu zwingen, dass jetzt zu tun. Denn in diesem Augenblick erkannte Liam, dass er es nicht würde tun können…
Es war alles so anders als in den Erzählungen.
Aber Angus hatte einem seiner Soldaten schon entgegengeraunt, er solle dem Jungen sein Schwert geben. Der tat dies nur zögerlich.
Liam ergriff den blanken Stahl, wog das Schwert, um den Moment herauszuzögern, indem er es benutzen würde müssen.
In den blauen Augen seines Vaters stand die stille Frage nach dem, was er nun tun wollte.
Liam sah ihn ratlos an. Er schluckte hart, zitterte als sein Vater den Mann an dessen ehemals rotblonden Haar packte, damit Liam diesem ins Gesicht sehen konnte.
Die Angst, die darin zu sehen war, ging auf ihn über und er konnte sich diesem Prozess nicht erwehren. Es zeigten sich Sommersprossen auf den ungewaschenen Wangen des Engländers, als Tränen darüber rannen. Er bat den Spross der MacDonalds darum, sein Leben zu verschonen.
Der Vierzehnjährige wich den Augen seines Vaters aus, als er die Schwertspitze sinken ließ, die schon am Hals des Gefangenen gelegen hatte.
Bevor aber auch sein Blick zu Boden sinken konnte, drückte Angus den Kopf des Gefangenen nach vorne, setzte die kurze Klinge seines Sgian dubh an dessen Hals und schnitt ihm sauber und endgültig die Kehle durch.
Der Engländer, dessen Name keiner kannte, riss seine gefesselten Hände hoch, während er zu Boden ging. Er versuchte instinktiv mit den Fingern gegen die Wunde zu drücken, durch die er seine letzten Atemzüge nahm. Nach kurzem Röcheln, dass den Boden um ihn rot färbte, blieb er gekrümmt leblos liegen.
Angus warf das Messer, mit dem er dem Mann die Kehle durchtrennt hatte vor die Füße seines Sohnes.
Die Blicke der beiwohnenden Hochländer waren abwechslungsreich. Einige waren noch immer verwundert, andere überrascht und in den Augen weiterer stand ein gewisser überlegener Stolz. Denn es war nicht immer so gewesen, dass Hochländer die Macht besessen hatten, willkürlich gegenüber den Briten zu sein.
Der Clanchief räusperte sich, als beende er damit jegliche Diskussion vorerst.
In seinem Blick stand keine Enttäuschung, als er wieder in das Zelt ging, zuvor anwies, seine Männer sollen den Toten hier wegschaffen.
Aber Liam hörte nur die gewohnt beherrschte Stimme seines Vaters, sah nicht dessen Augen...
Er sah noch immer zu Boden und kämpfte nicht nur gegen Tränen sondern ebenso gegen Übelkeit.
Er hatte zwar einem Hasen schon einmal die Kehle durchgeschnitten… aber einem Menschen.
Irgendwer nahm ihm das Schwert aus der Hand.
Und irgendwann spürte Liam, dass er noch lebte und sich bewegen konnte. Er folgte seinem Vater, würde mit ihm zurück reiten, wenn dieser mit seiner Arbeit fertig war.



tbc : Urquhart ... wohi auch immer
_________________
„ Saoirse... Tha gràdh agam ort.“


Gun robh dion air t-ionmhas

Möge das, was du schätzest, sicher sein



--> verheiratet mit Angus MacDonald seit 18 Jahren
--> Liam ( 17) Ihr Sohn
--> schwanger, erwartet Ende Mai (in den nächsten Tagen) ein Kind

Beitrag 22.05.2007, 14:53
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