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Liadens Hütte

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Sons of Scotland > Wald

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Gaelan
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Geschlecht: Geschlecht:männlich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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Wohnort: Was geschieht, wenn du die Fäden lößt, Liaden...?
Liadens Hütte  Antworten mit Zitat  

tbc von: ersta Ingamepost
PP: Liaden
1.Mai1 1746/ Vormittag

Schwerer, die Sinne benebelnder Rauch, aus einer Vielzahl einheimischer Kräuter, erschwerte das Atmen in dem kleinen Raum, in dem außer einer Kerze kein Licht die Dunkelheit erhellte. Die stickige Luft zwischen den hohen Wänden lullte eine vor dieser Kerze sitzende Gestalt vollkommen ein, welcher der Schweiß in schmalen Bahnen die Stirn hinunter lief., die weich gezeichneten Wangen hinab, sich in den Mundwinkeln brach und am Kinn zu Boden tropfte, versinkend in weißen, wallenden Gewändern, in welche der Mann gehüllt war. Er starrte mit leeren Augen auf eine Schale vor ihm, während seine Lippen sich unermüdlich bewegten, immer wieder dasselbe, eine alte Formel, in säuselndem Tonfall vortrugen.
In unverständliche, alter Sprache richtete der Sitzende sich an in Götter, hielt Zwiegespräch mit ihnen. Nun schon seit drei Tagen, in denen er weder schlief, noch einen Bissen zu sich genommen hatte, oder ein Tropfen Wasser seine Kehle benetzte.
Bilder von schimmerndem Stahl in den Strahlen der Morgensonne, Bilder von Augen, in denen Hass, Kampfeslust... später Blutrausch stand. Wieder und wieder ein Abfolge von Szenarien, die den jungen Mann seit der Rückkehr in die unbekannten Berge Albas verfolgten, wie sie es schon in seiner Jugend taten.
Zukunft, die zu gegenwärtigem Bewusstsein wurde... in dem Augenblick, als die heißere Stimme, halb verschluckt, verstummte. Die aufgerissenen Augen gewannen zusehends den altbekannten Ton der Farbe zurück und den glatten, fahlen Zügen, deren Zartheit von einem
zerbrechlichen Geschmeide auf seiner Stirn unterstrichen wurden, war mit einmal eine unaussprechlich deutliche Gefühlsregung anzusehen, insofern sich der Schein der Kerze auf der Haut brach.
Geübte griffen die schmalen Finger, die der in Meditation Versunkene in seinen Schoß gelegt hatte, nach den weit fallenden Stoffen seiner Tunika und nahm sie zusammen, um sich zu erheben. Als wären die Belastungen der letzten Tage nicht vorhanden, erhob er sich, dessen langes Haar zu einem Zopf geflochten über seine linke Schulter fiel, und öffnete die Tür langsam.
Frische, unverbraucht klare Luft strömte ihm entgegen und Gaelan Beleanus kniff die Augen zusammen, denn der Schein einiger Fackeln blendete ihn, trotzdem die Nacht weit fortgeschritten war.

Die in seinen Lungen beißende Kühle eines frühlingshaften, nordischen Hochlandvormittages kündete von einem schönen Tag, welcher alsbald dadurch eingeläutet erden würde, dass sich die Morgensonne mit aller Kraft ihren Weg durch dicke, störrische Nebelschwaden bahnte.
Weiße Schwaden entflohen auch den Nüstern Brangwens, die sich in leichtfüßig mäßigem Tritt durch unwegsames Unterholz bewegte, scheinbar einen Weg folgend, den nur der erkannte, dessen Heimat die Wälder gewesen waren. So durch die für die Highlands typischen Nebelbänke trottend, die Spuren des heißen Atem des Tieres hinter sich her ziehend wirkte die nachtschwarze Stute mit der prachtvollen Erscheinung, als wäre sie ein Pferd aus einer anderen Welt, welches noch immer die Zeichen ihres göttlichen Ursprungs umgab.
Gezäumt mit leichtem Lederriemen, jedoch ohne Trense, trug sie einen Reiter durch die Wälder, dessen übernatürliche Erscheinung ebenso dem seines Pferdes gleich kam.
Eine schmale, hochgewachsene Gestalt, die erkennbar weichen Züge seines Gesichtes erhoben, hielt die Zügel in grazilen Händen. Ein Reiseumhang aus pastellenem Laubgrün verhüllte den Großteil seines rein weißen Untergewandes. Eine weit fallende Kapuze in gleichem Ton der frischen Blattspitzen verbarg den Großteil des Gesichtes und machte den Reiter somit unkenntlich. Die Abstammung von den Druiden dagegen war in aller Erscheinung unverkennbar.
Ohne, dass ein Zeichen das Pferd dazu gebracht hätte, zu verharren, verebbte der mühselige Gang des Tieres bald ganz und erst ein weiterer Blick offenbarte die Ankunft des Druiden Namens Gaelan. Dieser stieg in einer fließenden Bewegung vom Rücken der schwarzen Stute und wandte sich dem Sattel zu, an welchem an einen Strick ein weiteres, gezäumtes Pferd geführt wurde. Als der zerbrechlich wirkende Mann in der friedlichen Ruhe dieses versteckten Ortes die Festigkeit seins Knotens noch einmal untersucht hatte, fiel seine Aufmerksamkeit dem anheim, weswegen er den Weg in die Angelegenheit auf sich genommen hatte.
Eine einfache Hütte stand auf dieser Lichtung und deren Zustand nach zu urteilen, war sie bewohnt.
Doch bevor er zu dieser herüber gehen würde, fuhren seine Finger ein weiteres mal durch das samtig weiche Fell Brangwens und verharrten zwischen beiden Augen auf ihrer Stirn. Ein Augenaufschlag später löste sie die Verbindung und drehte sich weg, um den eben gekommenen Weg hinunter zu gehen und verborgen vor den Augen, welche die Hütte bewohnten, abseits zu grasen. Der Grauschimmel, der an Brangwens Sattel festgebunden war, folgte dem Leittier bereitwillig und noch bevor sich Gaelan endgültig zu der Hütte wandte, strich er die Kapuze von seinem Kopf, die die harmonischen Linien seines Gesichtes nur noch eingehender zur Geltung. Das seidig dunkelblond schimmernde Haar hatte er zu einem Zopf geflochten, der ebenso von grünem Stoff verhüllt wurde. Schmucklos einfach mutete der Abgestiegene in seinem Erscheinung an, sein Auftreten dagegen war ließ an der Einfachheit des Charakters zweifeln.
Grüne Augen, klar und leuchtend, musterten schweigend die Hausfront. Keine Bewegung... daraus schlussfolgernd war die Bewohnerin sicher noch nicht aufgestanden.
Es war lange her, seit damals...
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Beitrag 22.05.2007, 17:42
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Liaden
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1.5.1746, Früher Vormittag
PP: Gaelan

Liaden hatte sich nicht lange von ihrer Begegnung mit der Herrin des Waldes aufhalten lassen, oder besser abhalten von dem, was sie vorgehabt hatte. Deidre....ja die Gute konnte viel reden und wissen wenn der Morgen noch jungfräulich war, sie jedoch hatte wirklich andere Probleme als ein Traum oder ihre Vergangenheit. Die Zukunft mochte von Bedeutung sein, doch in erster Linie konzentrierte sich Liaden auf das Jetzt und nicht das Morgen. Das hatte sie sich nun mal zu ihrer Aufgabe gemacht, seitdem ihre Mutter aus der Welt geschieden war und da ihr Alltag vor Arbeit nicht gerade scheute, brauchte sie nicht lange suchen, nach Aufgaben, welche das Jetzt genügend ausfüllten.
Heute war es die Wäsche gewesen, außerdem warteten noch einige Gewänder darauf fertiggestellt zu werden. Beltaine war jedes Jahr erneut eine Zeit, in der ihre Fähigkeiten als Schneiderin, mehr als gebraucht wurden. Ja fast rannte man ihr die Wohnung ein und es war einer der Gründe warum sie sich das Ende des Festes herbeisehnte. Nicht das sie ihre Arbeit nicht mochte, im Gegenteil, sie liebte es Stoffe der unterschiedlichsten Art durch ihre zarten Hände gleiten zu lassen, sie waren in den Jahren ein guter Ersatz geworden, nachdem sie auf die Saiten der Harfe in ihren Händen weitestgehend verzichtet hatte, doch sie scheute eher den Kontakt zu den Menschen, den Kunden und der Zeitdruck, unter Druck vermochte sie nicht zu arbeiten. Sie mochte die Arbeit auch, weil sie ihren Gedanken bei jener freien Lauf lassen konnte, niemand der ihr Anweisungen gab, sie allein hielt es in ihrer Hand was aus dem unfertigen Stück Stoff werden würde. Doch bevor sie sich dieser Arbeit widmen würde, musste erst einmal für das Abendessen gesorgt sein. So kam es das sie nach der ungewöhnlichen Unterredung mit der Feenkönigin, nicht mehr lange untätig in der Küche saß, sondern recht bald mit einem Korb in den Wald gezogen war und nach einer guten Stunde mit einem recht gefüllten Korb, der Pilze und verschiedene Kräuter beinhaltete, so wie ein kleiner Strauß Blumen, wieder zurück zu ihrer Hüte fand. Den braunen Mantel hatte sie eng um den Körper gebunden, da es doch recht frisch war an diesem Morgen und ihre Haare trug sie in diesem Augenblick offen, als die grünen Augen durch den leichten Nebel, der aufgezogen war eine Gestalt vor ihrer Tür stehen sah. Kaum hatte sie diese in das Auge gefasst, blieb sie abwartend stehen, stützte den Korb auf ihrer Hüpfe ab und zog die Augen etwas zusammen, um zu erkennen wer es war, als plötzlich.....konnte das sein?
Es waren nur ein paar Sekunden gewesen, die Sonne drang durch die Wolken und den Nebelschleier und ließ das blonde Haar des Wartenden leuchten, wie ein Stück flüssiges Gold im Feuerschein. Es war Haar welches sie kannte, es kam ihr zu mindest bekannt vor.
Dann drehte der Fremde sich um und die Vermutung bestätigte sich als Gewissheit. Nicht das sie jetzt, wo er sich umgedreht hatte, mehr von ihm erkennen konnte, doch das grün seiner Augen reichte bis zu ihr und dieses grün hätte sie selbst noch nach Jahren wiedererkannt, welche sicher auch bereits vergangen waren. Zu viele, als das es nicht einem Wunder gleich kam das Gaelan plötzlich vor ihrer Tür auftauchte, denn eines wusste sie bereits, als sie auf ihn zukam, in großen, festen und dennoch anmutigen Schritten. Der junge Druide war nicht ohne Grund hier, Gaelan tat nie etwas ohne Grund, ohne Bestimmung. Wer wüsste das nicht besser als sie.
Als sie ihn erreicht hatte, wandte sie sich, ihn versucht nicht anzusehen, ihrer Tür zu, öffnete diese und sprach dann zu ihm, beiläufig, aber dennoch konnte sie den warmen Ton in ihrer Stimme nicht verhindern, wusste die einstige Priesterin um das Erbe ihrer Mutter und verfluchte dieses nicht zum ersten Mal. "Was willst du hier? Ich kann nicht behaupten mit dir gerechnet zu haben, nach.....so vielen Jahren." Ja damit hatte sie wahrlich nicht gerechnet und natürlich hatte Deidre das Kommen Gaelans nicht mit einem Wort erwähnt, warum auch....hatte sie bereits erwähnt, dass sie für Schmetterlinge und das kleine Volk nichts übrig hatte.
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Beitrag 22.05.2007, 17:43
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Gaelan
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1.5.1746, Früher Vormittag
PP: Liaden

Es war früher Vormittag, die Frühlingssonne würde bald gänzlich ausreichend Kraft aufbringen können, um die letzten Hochnebelfelder selbst zwischen den Hohen Wipfeln der kahlen Baäume ängend, zu vertreiben.
Der hochgewachsene Druide verharrte fast ungerührt, als störe er die unberührte Idylle nicht, sondern als wäre ein Teil von ihr. So lag das kräftige grün seiner Augen auf der Hütte und nur langsam udn beharrlich wollte sich die Erkenntnis einschleichen, dass er etwas sah, was ihn nicht in irgend einer Form berühren sollte, es dennoch tat.
Die kleine Unterkunft... hier lebte die Frau, zu welcher er seit seiner Rückkehr kaum mehr als Augenkontakt gehabt hatte und dies minder freiwillig beabsichtigt.
Es ging etwas von der Behausung aus, dass der gelassene Geist hinter der glatten und sanft geschwungen Stirn nicht erfassen konnte... womöglich auch nicht wollte...
So oder so war es jedoch unabdinglicher Fakt, dass er Liaden die ganzen Jahre zwar nicht ausgewichen war, die Frau, welche nun als Einsiedlerin lebte war aber kaum mehr als ein Schatten, der weit zurück in der Vergangenheit von Gaelan reichte und sich im Dunkel der restlichen Erinnerungen kaum von diesen abhob. Das diffuse war... er wusste nicht, ob er diese Tatsache begrüßen sollte oder ob er ihr lieber nachtrauern sollte. Die letzten Jahre jedenfalls hatte er sie begrüßt, denn es hatte sovieles um sovieles einfacher gemacht.
Jetzt aber stand er hier, den Beschluss des Rates selbst vernommen mit einem unzweifelhaften Aufgabe von Morrigan selbst an ihn übertragen. Sie forderte ihren Tribut.
Sein Glaube an dieses Recht war tiefer und inniger, als es nicht hätte sein können. Ein Glaube, der fast schlagartig in Frage gestellt wurde, denn durch seinen Mantel hindurch spürte der Hohe etwas anderes, an dass er den Glauben verloren hatte.
Er wusste, um was... besser wen es sich handelte, war doch dies seine Aufgabe... auf sie zu treffen.
Und dennoch... war es nur einen Moment der Unsicherheit, in der er mit sich haderte, ob er sich wirklich zu ihr hinwenden solle, aber ein Gedanke an die Grundsätze der lang überleiferten Grundsätze der Druiden, ein stilles Wort an ihn, der seine Unterstützung durch einige Strahlen der Sonne sendete... ja, dass wischte genau diese Sekunde aller Zweifel weg, in der er sich womöglich gewünscht hätte, er wäre auf halben Wege umgekehrt.
Nur leicht gerieten seine Gewänder in Bewegung, als Gaelan sich zu der Ankommenden drehte, nur kurz mussten seine Augen sie erfassen, um sie wiederzuerkenne. Er hätte es sicher auch in vierzig Jahren noch vermocht. Sie hingenen mussterte ihn ebenso kurz und kam wohl zu dem gleichen Schluss.... Gaelan erfasste noch nicht einmal den Korb, den sie bei sich trug und mit ihrer Hüfte stützte... er kam nicht weiter als von den Haaren zu ihren Augen, die so intensiv strahlten, dass irgendetwas in ihm seine Körpergröße gerade mächtig ins Wanken brachte. Sie war.. seit den Jahren... wobei er dies nicht zu beurteilen vermochte und sicher nicht konnte... Er hätte sie sicher für eine wahrhaftige Tochter des Waldes gehalten, wie ihr Haar mit soviel Leichtigkeit um ihr Gesichtszüge fiel, ihre Schultern umspielte, die von einem einfachen Mantel bedeckt waren.
Aber jgliche Illusion, denn dasmusste es wahrhaftig gewesen sein, verklang, als Liaden zu ihm herüberkam, besser einen Weg einschlug, der an ihm vorbeiführte. Das musste er spätestens erkennen, als Liaden, versuchend ihn nur beiläufig zu bemerken, ihrer Tür zuwandte.

"Was willst du hier? Ich kann nicht behaupten mit dir gerechnet zu haben, nach.....so vielen Jahren."

Und noch immer stand er ruhig und nahezu regeungslos da, der erste Schrit auf sie zu war wohl kaum im übertragenen Sinne zu sehen. Er stand somit zwar neben ihr, jedoch antwortete er nicht direkt auf dass, was sie sagte. Weshalb? Zum einen aus der Tatsache heraus, dass er ihr es erklären würde... später jedoch udn nicht in diesem Augenblick und zweitens beheilt sich sein Geist vor, nicht zu antworten. Die warme Stimme aus ihrem Mund bereitete ihm mehr unbehagen, als er es angenommen hatte und so wollte keine Faser in ihm provozieren, diese in einem Moment der Angreifbarkeit, wie er gerade vorzuherrschen schien, zu vernehmen.
Es war wichtig, was er zu tun hatte und sie war die einzige, die helfen konnte. Deshalb war er hier... nur deshalb.
Gaelan lächelte also nur leicht und wartete, bis sie die Tür geöffnet hatte. Zu ihrer Erleichterung... aus seiner Sicht, nahm er ihr dafür ungefragt den Korb ab, registrierte erst jetzt, dessen Inhalt und sein verhalten immerwährend freundliches Lächeln wurde ein wenig tiefgreifender...
Dann folgte er ihr mit seinem Blick udn endlich nach schier endlos scheinendem Schwiegen, gab er eine Antwort. Und obwohl sie ihm nicht hätte fremder werden können in all der Zeit, kam auch über seine Lippen keine kühle Begrüßung. Es war weit mehr fraglich, ob die Sanftheit, die war, welche für den blonden Druiden selbstverständlich war.
"Madainn mhath... Bel ist mit uns, es wird ein schöner Tag."
Ebenso ungefragt, wie er Liaden den korb aus ihren Händen genommen hatte, folgte er ihr nun auch in das dunkel der Hütte und stellte den Balast auf dem, nahe der Küche stehenden Tisch ab. Da stand er nun, etwas beengt schien der Raum... oder aber er wirkte zu groß, jedenfalls aber hatte Gaelan seine Hände in Taschen in seinem Gewand gesteckt und noch immer sahen die dunklen Augen, denn viel Licht fiel nicht durch die noch verhangenen Fenster, sie an.
"Es ist ebenso schön, dich wiederzusehen, Liaden."
Ja, die wohlklingenden Worte waren tatsächlich die Wahrheit, denn auf irgendeine Weise wusste er, dass sie keine Floskel waren... wer, wenn nicht er kannte sich und die eigene Angewohnheit, nur etwas zu sagen, wenn es bedeutsam war.
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Beitrag 22.05.2007, 17:43
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Liaden
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1.05.1746 früher Vormittag
PP: Gaelan

Im Moment wusste Liaden nicht was sie zuerst denken sollte, so viele Fragen und Gedanken wirbelten in ihrem Kopf durcheinander. Eines jedoch war damit jedoch klar, Gaelan hatte mit seiner Ankunft, der unerwateten wohlbemerkt, ordentlich Wind entfacht und eben ihre Gedanken damit verwüstet.
Jene wurden soeben versucht von ihr zu ordnen und blieben an dem Fakt hängen, dass er ihr nicht antwortete, sondern nur mit einem Lächeln den Korb abnahm. Sie hätte nicht sagen können, was sie mehr verärgerte. Die Tatsache das er lächelte, als sei das hier vollkommen normal und in keiner Weise.....so wie es war, oder dass er ihr wie selbstverständlich, vertraut, wie früher, den Korb abgenommen hatte, ohne das sie um dergleichen gebeten hätte.
Eines war in all dieser Verwirrung dafür um so klarer, sie sollte ihre Fassung und Ruhe wiedergewinnen, es war nur Gaelan. Gaelan den sie so viele Jahre nicht mehr gesehen hatte. Jahre in denen sie ihn schmerzlich vermisst hatte, ihn so gerne wiedergesehen hätte, gewartet hatte, ein ums andere Jahr, jeden Tag aufs Neue....und jetzt wo er hier war....wusste sie nicht, was sie denken oder fühlen sollte, wusste jedoch dass das warten vergangen war und mehr noch sie glaubte zu bemerken, wie sehr sie sich gewünscht hätte, gerade jetzt, ihn nicht mehr wiedergesehen zu haben. Es wühlte zu viele Erinnerungen, Fragen und Gefühle auf, die sie hatte in der vergangenen Zeit schmerzlich verdrängen müssen und sie war nicht wirklich erpicht darauf eben das wieder aufleben zu lassen. Er hatte sie einmal verletzt, warum sollte sie zulassen, dass er es erneut tat?
Was genau genommen eh unwahrscheinlich war, denn warum sollte Gaelan realistisch gesehen hier sein? Es war ihm sicher kaum ausgerechnet heute aufgefallen, welcher Tag heute war und es würde ihn kaum nach all den Jahren, in denen es nicht so gewesen war, ihn heute die Idee gepackt haben seine alte Kindheits- und Jugendfreundin zu besuchen.
Also war er wohl eher im Auftrag des Rates hier, warum auch sonst. Diese Schlussfolgerung ihrerseits machte die ganze Situation nicht einfacher und auch nicht erträglicher. Denn so schmerzhaft der Gedanke gewesen wäre, zu wissen er wäre einfach so hier, so war es auch nicht weniger kränkend, wäre er nur wegen eines Auftrages hier. Außerdem wollte sie von so etwas gar nichts wissen, sie hatte ihre Tätigkeit diesbezüglich bereits niedergelegt, sie stand dem Orden und seinen Regeln nicht mehr zur Verfügung und sie hatte geglaubt, dieser habe das auch verstanden. Was also sollten sie nun von ihr wollen?
Ihr Blick fiel wieder auf Gaelan, der ihren Korb abgestellt hatte und nun kurz ihr zu Hause musterte. Sie folgte seinem Blick und erst jetzt wurde ihr bewusst, das sie die Vorhänge nicht geöffnet hatte und auch sonst? Sie war nicht vorbereitet gewesen auf Besuch. Ärgerlich, so dass ihre Stirn eine missmutige Falte bildete, wandte sie sich zu den großen Fenstern und zog die Vorhänge zurück, so dass das strahlende Sonnenlicht, welches sich nun mehr und mehr zeigte, durch die Fenster in den Raum fielen und diesen mit einem warmen und angenehmen Licht erfüllten.
Dann begann sie geschäftig einiges vom Tisch und der Anrichte zu räumen, als plötzlich Gaelans Stimmer ertönte.

"Madainn mhath... Bel ist mit uns, es wird ein schöner Tag."

Es war wie eine kleine Schauer Regen, der einem den Rücken hinunterläuft und dabei ein mächtiges Kribbeln auslöst, denn es ist recht frisch das kühle Nass. Genauso fühlte sich Liaden als er die folgenden Worte aussprach und sie hielt in der Bewegung inne, welche gerade ein Glas zuschrauben wollte. Ihre Hände zitterten leicht und verärgert darüber versuchte sie sich zu fassen, drehte das Glas zu und wandte den Blick wieder zu Gaelan und fixierte sein Gesicht. Ihre Augen blickten ernst, fast finster in seine, versuchten es zu mindest, auch wenn es ihr mehr schlecht als recht gelingen wollte und seine nächsten Worte brachten sie endgültig aus der mühevoll wiedererlangten Fassung, als besitze sie so etwas nicht.

"Es ist ebenso schön, dich wiederzusehen, Liaden."

Erstaunt, fast erschrocken wurde sie ein wenig blass um die Nase und ihr Mund bebte ohne das sie etwas dagegen vermochte zu unternehmen.
Nicht etwa vor Wut wie man vermuten könnte, sondern vor aufsteigenden und mit letzter Kraft und eisernem Willen unterdrückten Tränen, welche sich aufdrängten, denn das schlimme an diesen, seinen Worten war, dass Liaden wusste er meinte sie ehrlich. Außerdem traf die Sanftheit in den Worten Liaden mehr als sie glaubte aushalten zu können. So viel vertrautes in der Stimme, so sanft wie sie früher nur ihr zuteil geworden war, aber....jetzt? Konnte es noch etwas besonderes meinen, warum sollte es? Vielleicht sprach er reifer und älter geworden nun allgemein so....er war ein....besonderer Mensch mit besonderen Fähigkeiten und .... warum sollte die Stimme nicht ebenso besonders sein, ohne dass das mit ihr zu tun hatte?....
Was blieb war die Unglaublichkeit, dass er es dennoch gesagt hatte.
Gaelan hatte nie viel geredet und keines seiner wenigen Worte war ohne Bedeutung, dass wusste sie, auch wenn es unglaublich schien.
Denn auf diese Feststellung wollte sich das Warum nicht mehr aus ihrem Kopf vertreiben lassen. Warum dann erst jetzt, wenn es denn so ist, wollte es schreien, doch Liaden ließ es nicht zu, senkte den Blick und wandte sich den Pilzen in ihrem Korb zu. Sie holte eine Schüssel aus einem Regal und ein Messer und begann damit die Pilze zu putzen.
Dabei versuchte sie sich zu sammeln und ihrer Gefühle Herr zu werden.
Wie konnte es sein das seine Stimme, seine wunderschönen, sanften und einfühlsam wirkenden Augen und sein Lächeln sie immer noch berührten. Sie kannte ihn doch nicht mehr, sie hatte ihn nicht mehr gesehen und gesprochen seitdem er fortgegangen war und da war er 15 gewesen. Das war....zu viele Jahre her, als das man behaupten könnte, er sei noch derselbe. Konnte er auch nicht sein, denn der Gaelan von damals wäre nicht erst Jahre später zu ihr gekommen, er hätte nicht vergessen was er ihr bedeutet hatte und was sie geglaubt hatte ihm zu bedeuten.
"Ja ein schöner Tag....wie so oft....das Fest wird sicher um so schöner, wenn sich das Wetter bis heute Abend hält." Sie wandte sich zu ihm um, deutete auf den Stuhl.
"Du kannst dich setzten, solltest du länger bleiben wollen, zu mindest wohl um mir zu erzählen warum du hier bist. Auch wenn es....." hier kam sie ins Stocken und die selbstsicher klingende Stimme zitterte ein wenig, gewann aber bald wieder den alt bekanntem Ausdruck zurück. "ebenso schön ist dich wiederzusehen, so nehme ich kaum an, diese Freude wird mir zuteil.....weil du dich plötzlich an mich erinnert hast, sondern wohl eher weil sie dich geschickt haben. Also....was wollen sie von mir....habe ich etwas angestellt was ihnen nicht passt?"
Ihre Stimme klang zwar immer noch ernst, aber dennoch weich und mit einem Funken Ironie am Schluss, den wohl nur der Gaelan von damals verstehen würde nicht der Fremde vor ihr. Denn das war es wohl was sieben Jahre aus zwei Menschen machte....Fremde.
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Beitrag 22.05.2007, 17:44
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Gaelan
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1.05.1746 früher Vormittag
PP: Liaden

Goldene Strahlen der frühlingshaften Sonne erfüllten den niedrigen Wohnraum mit sanftem Licht, der dem nur noch schwelenden Scheiten in dem kleinen Kamin zur Seite stand, die das Zimmer noch immer mit wohliger Wärme versorgten, als sie die schweren, dunklen Vorhänge vor den Fenster zurückzog.
Es war nicht ausladend weitläufig, das Zimmer, mehr den Verhältnissen einer Einsiedlerin entsprechend... jedoch einzig der Größe der Räumlichkeiten wegen. Die Einrichtung mochte einfach, jedoch nicht ärmlich gewesen sein. Diese Tatsache aber lag wenig im Interesse der Augen, die nach den letzten verklungenen Silben Liaden folgten, indem was sie tat.
Dabei nahm das warme gelb nahezu all die Blässe aus ihrem Gesicht, die wie ein Schauer über sie gekommen sein musste, denn vor dem Eintreten in ihr Haus... so war sich Gaelan sicher, konnte man eine solch ungesunde Farblosigkeit auf ihren Wangen nicht erkennen.
Vielleicht hatte er sie nur nicht ausreichend aufmerksam gemustert, um diese Frage tatsächlich beantworten zu können. Womöglich hatte er ihrem Antlitz keine Aufmerksamkeit geschenkt... wahrscheinlicher aber lag sein Augenmerk weit mehr auf ihren Augen, die er seit so langer Zeit nicht zu Gesicht bekommen hatte.
Jetzt, wo sie sich zu Boden wandten.... sich verbargen vor der verlorenen Aufmerksamkeit, der sich der hochgewachsene Druide erst jetzt bewusst wurde. Was immer ihn geleitet hatte, momentan gab ihm dessen Verschwinden das Bewusstsein, er war durchaus begründet anwesend.
Anwesend und doch still... als würde er kaum auffallen wollen, stand der noch immer in seinem Mantel Gekleidete aufbruchsbereit nahe des Tisches und beobachtete Liaden... besser deren Gestalt im Ganzen, wie sie den Korb gesammelter Pilze an sich nahm und begann dessen Inhalt zu putzen... alsbald auch etwas auf seine Feststellungen zu entgegnen.
Ja... auch sie sah den Anbruch eines schönen Tages, aber wen verwunderte dies, in der Nacht, in welcher der Herr über das Licht seine Auferstehung zelebrierte.
Auch auf ihre nächsten Worte entkam Gaelan kein zusprechender Dank, trotzdem sie ihm anbot, sich zu setzen. Er nickte höflich, mit gänzlich seltsam mystischer Erhabenheit und schwieg. Seine kräftiggrünen Augen wichen dabei keinen Zentimeter ihrer Konfrontation... nicht nur der ihrer Worte... ebenso auch der ihrer wieder bestimmten Mine.
Augenblicke nur geriet jedoch diese Mine, wie Stimme ins Stocken...

“ Auch wenn es...“

... mich nicht mehr interessiert?
Dann wäre sein Besuch nicht von minderer Wichtigkeit, der Boden auf den der Same seines Anliegens aber fallen würde, wäre wenig fruchtbar.
Wider dieser Befürchtung, die ihn wohlweißlich in Zeitnot brachte, folgte er ihren Worten weiterhin... es blieb nicht viel Zeit, die Dreiheit der Göttinnen im Süden aufzusuchen. Und dass er dabei von ihr begleitet werden musste... die, welche ihre Haltung wiedergefunden hatte... stand auch nicht nur zu einer unheilvollen Debatte. Ohne sie würde es nach dem Willen der Götter keine Reise geben... sie selbst hatten es ihm gezeigt... damals in dieser Nacht in der Mitte des Aprils.

"ebenso schön ist dich wiederzusehen...“

Ein gutes Zeichen... so als wäre jeder wärmende Strahl der Sonne ein Zeichen, dass einzig positiv gedeutet werden könnte. Es verwies ebenso darauf, dass ... dass sich etwas nicht verloren hatte in all den Jahren, die er sie nicht gesehen hatte.
Überstand ein schön ist dich wiederzusehen Jahre? Sieben an der Zahl... Sie bewies es soeben. Und Jahrhunderte? Er hatte es zuvor bewiesen.
Und wie auch damals bewies Liaden Gespür, das man ihr keinesfalls absprechen konnte. Ein Blick in ihre Augen, ein Wort aus ihrem Mund zeigte diese Fähigkeit zu deutlich, als dass es viele gab, die bedauerten, dieses Kind aus dem Hain hatte sich für einen anderen Weg als den der Druiden entschieden.
Erwartend musterte sie nun den Mann, zumindest aber lag ihre Aufmerksamkeit auf Gaelan, der ihr eine Antwort schuldig war... zurecht, wohlgemerkt. dieser jedoch lies die Ruhe des Augenblickes wirken, der in dieser Abgeschiedenheit in diesem Raum ihres Hauses entstand, bevor die nahezu nahtlos an die harmonische Stille anknüpfende Stimme aus seinem Mund Erklärungen würde versuchen anzubringen...
„ Ich danke dir für dein Angebot... jedoch drängt mich die Zeit.“ Mit diesen Worten näherte er sich in wenigen, schreitend bemessenen Schritten ihrer Person und verweilte kaum in ihrer Nähe, aber weit weniger als noch zu vor in ihrer Ferne.
„Mein Anliegen besteht in dem, was man an mich heran trug. Es gilt dir, trotzdem es nicht in meiner Hand lag, darüber zu entscheiden.“
Damit nahm das leichte Lächeln und der freundlich offene Blick merklich ab und ein Schleier weisen Nachdrucks überzog die weich geschwungenen Züge Gaelans, welcher in der Härte der geraden Lippen und verdunkelt grünen Augen Ausdruck fand.
Sie verlangen danach, du sollest mich begleiten. Wir müssen vor der Mittagssonne noch aufbrechen... es würde ihnen kaum passen, würdest du mein Angebot ablehnen.“
Um den Inhalt des gesagten wirken zu lassen schwieg der hochgewachsene, schmale Druide eine handvoll Atemzüge, bevor er mit wieder alter Harmonie auf seinen Zügen fortfuhr.
„ Wir reisen nach Süden, man schickt mich nach Inverness.“ , erklärte Gaelan fast beschwichtigend... womöglich auch nur erahnend, dass die vorherigen Worte kaum ausreichen würden, die Frau vor ihm zur Erfüllung seiner Bitte zu bewegen.
Unverrückbar wusste ein Teil in ihm, welcher nun schon so lange schwieg... auch jetzt keine Silbe verlauten ließ... Liaden würde auch das umreißen des Reiseziels weit weniger mehr als erhofft dazu bewegen, einzuwilligen.
Jedoch ohne weitere Einwende von ihr war von seiner Seite aus alles gesagt worden, was sie hätte wissen müssen und so forschte sein kräftig tiefes Grün unaufdringlich nach einer Antwort in ihrem Blick... wartete darauf, wie sie diese übermittelte Botschaft würde aufnehmen.
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Beitrag 22.05.2007, 17:44
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1.05.1746, früher Vormittag
PP: Gaelan

[i]Sie verlangen danach, du sollest mich begleiten. Wir müssen vor der Mittagssonne noch aufbrechen... es würde ihnen kaum passen, würdest du mein Angebot ablehnen.“[/i]

Diese Worte hallten noch immer in ihrem Kopf wieder, auch jetzt noch da er längst weitergesprochen hatte und sie bereits erwartend musterte.
Das grün seiner Augen, welches soeben noch in gewisser Härte und weiser Distanziertheit auf ihr gelegen hatte, ruhte nun weitaus milder, dafür nicht weniger auffordernd auf ihr und sie versuchte trotzig seinem Blick stand zu halten.
Er wollte eine Antwort, einzig und allein deshalb war er gekommen.
Nun nicht ganz richtig, er wartete auf eine Antwort, auf die richtige, denn es war klar und deutlich, dass er nur eine dulden würde und somit war er genau genommen nicht einmal wegen ihrer Antwort, sondern allein wegen des Auftrages an sich hier erschienen.
Ein Auftrag.....ein Auftrag hatte ihn weg von ihr geführt und ein Auftrag war es nun, der ihn wieder her führte, her zu ihr.
Warum tat es weh zu wissen das es nur ein Auftrag war. Warum tat es immer noch weh? Es war vorbei, es war schon so lange vorbei....fast kam es ihr länger vor als die Zeit, welche man zusammen gehabt hatte.
Zusammen....damals.
Damals hatte er ihr auch oft von seinen Aufträgen berichtet, von jenen kleinen die er erfüllen musste während seiner Ausbildung und von jenen von denen er gehört hatte, von denen er träumte sie irgendwann wenn er älter war selbst zu erhalten und erfüllen zu können.
Damals hätte sie auf eine solche Frage breit gelächelt, sich auf ihre Theke gesetzt, die Beine baumeln lassen und gelacht. Nicht über ihn, sondern über die Tatsache, dass er wirklich glaubte, dass sie jemals einen Auftrag für sie haben würden.
Doch dieses Verhalten einer dreizehnjährigen mochte in diesem Moment genauso wenig passend sein, wie der Trotz, dem sie ihm entgegen hielt und dennoch ließ er sich nicht aus ihren Augen bannen und so senkte sie den Blick.
Sie konnte sehen das der leichte Wind, welcher durch das geöffnete Fenster wehte, seinen Saum umspielte und es war ein dankbarer Blickfang. Wenngleich er ihr bewusst machte wie nah sie einander standen.
und wie entfernt wir uns dennoch sind.... vielleicht waren sie es immer gewesen. Vielleicht waren sie viel zu unterschiedlich gewesen, als das damalige Fantasien von einem gemeinsamen Leben von vornherein zum Scheitern verurteilt waren. Vielleicht war es nicht möglich zwei so unterschiedliche Herzen zu einem zu verbinden, vielleicht hatte es nie sein sollen.
Und wenn doch, änderte es nichts an der Tatsache, dass es nicht geklappt hatte. Gaelan hatte seine Aufträge erhalten, er hatte seine Bestimmung empfangen und folgte ihr zielstrebig. Alles andere hatte keinen Platz mehr in seinem Leben gehabt und somit hatte auch sie und scheinbar sogar jede Erinnerung an sie aus seinem Leben weichen müssen.
Jedenfalls machte es auf sie den Eindruck, dass er scheinbar vergessen hatte, wer sie war und was es für sie bedeuten mochte, dass er plötzlich hier stand wegen eines lächerlichen Auftrages, der ihr vollkommen egal und gleichgültig war.
Möglicherweise hatte sie die Antwort gefunden, oder das was sie ihm sagen sollte.
Dennoch schaffte sie es kaum den Blick zu heben und als sie ihm schließlich doch in die Augen sah, war es schwer eine eindeutige Empfindung darin zu lesen, außer vielleicht Schmerz, denn sie hatte nicht vergessen. Sie mochte es versucht haben, sie mochte es sogar geglaubt haben, aber sie hatte nicht eine Sekunde ihrer gemeinsamen Zeit hinter sich lassen können und was viel schlimmer war, erschreckender, sie hatte niemals aufgehört ihn zu lieben.
" Sie also ja?" Das klang weit nüchterner als sie vermutet hätte.
" Sie wollen also.....verlangen, dass ich dich begleiten soll und wären verärgert, wenn ich dies nicht täte." Sie machte eine Pause und nickte dann unterstützend als sie ein gebrummtes, nachdenkliches mh, von sich gab.
"Das ist ja.....ich bin beeindruckt, dass sie sich an mich erinnern, obwohl ich bereits vor geraumer Zeit, wenn nicht schon viel länger, bereits deutlich gemacht habe, dass ich weder mich gedenke nach ihren Befehlen zu richten, noch an jegliche Form von Bestimmung, Aufträgen und sonstigen mythischen (Firlefanz) Aberglaube glaube."
Sie sah ihn an. Sie wusste die Worte waren hart, sie waren möglicherweise zu hart, verletzend, aber vielleicht war es genau das was sie unterbewusst gewollt hatte. Vielleicht wollte sie ihm weh tun, wie er ihr weh getan hatte und es immer noch tat.
Weil es alles ist was wir noch teilen....
Nichts war mehr geblieben als den Schmerz, den man sich gegenseitig zufügte. Es war lächerlich da mitzumachen, es war lächerlich so zu denken. Aber sie konnte nichts dagegen unternehmen, sie war mit der ganzen Situation vollkommen überfordert.
Seine Nähe, die ihm mit jedem Windhauch seinen Geruch, wahrnehmen ließ, der Erinnerungen weckte, der so vertaut wie eh und je schien, machte die Situation nicht leichter, nur noch unerträglicher und sie wusste sie musste etwas tun.
Also drängte sie sich an ihm vorbei und stand mitten in der kleinen Hütte, überlegend mit welcher Tätigkeit sie sich würde ablenken lassen können.
Ihr Blick fiel auf das Hinterzimmer und das noch nicht gemachte Bett und sie war froh, etwas gefunden zu haben, dem sie sich widmen konnte und das ihr ermöglichte ihn nicht ansehen zu müssen.
"Ich weiß wirklich nicht warum du hier hergekommen bist und mir das erzählst. Du hast doch sicher gewusst, dass ich nicht mitkommen werde."
Es war keine Anklage, es klang recht ernst und gefasster als man nach ihrer augenscheinlichen Flucht erwartet haben mochte, dennoch schwang etwas unbekanntes in ihrer Stimme mit. Es glich Hohn und war dennoch anders. Wenngleich die Frage natürlich nicht mehr Ironie hätte besitzen können, denn wer würde wahrlich für möglich halten, dass Gaelan das hätte wissen müssen. Er hatte alles was mit ihr zu tun hatte vergessen, sie war nicht mehr als eine Fremde...wie sollte er sich da noch erinnern, wie sie über diese Dinge mit ihm gelacht hatte. Warum sollte er jetzt anfangen sich zu erinnern, wenn er es die ganze Zeit nicht getan hatte. Es sei denn sie bedeutete ihm einfach nichts mehr.....ein Gedanke...eine Möglichkeit, welche sie sich aus unerfindlichen Gründen nicht erlaubte zu denken.
Sie hatte das Bett fertig gemacht und setzte sich nun auf dieses, sah ihn fragend an.
Ihre Stimme war sanfter geworden und ihr Blick hatte Trotz und Ärger verloren, war erneut offener und aufmerksam geworden, wie er für sie eher typisch war.
"Außerdem verstehe ich auch nicht was ich damit zu tun haben könnte. Was sollten sie von mir wollen? Was soll es geben, dass du das nicht alleine machen kannst?"
Sie haben nichts mehr gewollt als uns zu trennen und jetzt nachdem sie alles kaputt gemacht haben, was wir hatten, was wir hätten haben können, wollen sie uns wieder zusammen bringen, warum kann ich das nicht glauben?
Doch diese Frage sprach sie nicht laut aus, sie verstummte sang und klanglos in ihrem Kopf und würde somit unbeantwortet bleiben.
"Ich bin sicher du kannst deinem Weg auch alleine folgen......das hat doch bisher auch gut geklappt, ich denke nicht das ich dir helfen kann.....und ich bin sicher Ihnen möchte ich auch nicht helfen. Sie können sich ja gerne bei mir beschweren, sie wissen sicher wo sie mich finden können. Und nun...." als sei das Gespräch damit beendet kam sie zu ihm herüber und griff nach der Schüssel mit den Pilzen.
"da du ja so schnell fort musst, nehme ich nicht an das du zum Essen bleibst, muss ich mich um mein Essen kümmern. Ich wünsche dir eine angenehme Reise nach Inverness."
Sie würde weder sagen, dass er wohlbehalten zurück kommen sollte noch das sie froh sein würde, wenn er wieder hier wäre, denn was hätte sie davon? Es gab sie für ihn nicht mehr und es schien ganz so als sollte sie intensiver daran arbeiten ihn ebenfalls aus ihrem Leben und Herzen zu streichen, denn offensichtlich war ihr dies entgegen aller Annahme bisher keineswegs gelungen.
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Beitrag 22.05.2007, 17:45
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1. Mai 1746, früher Vormittag
PP: Liaden

Die grünen Augen des Druiden folgten Liadens Anmut, mit welcher sie ihren Haushalt zu verrichten gedachte, durch ihre kleine und bescheidene Hütte. Mit ebensolch wissend scheinendem Gleichmut, mit dem seine Augen sie beobachteten, folgte er ihr die wenigen Schritte hinüber zu dem kleinen Zimmer, in welchem sie schlief.
Mit Unverständnis schien der rechte Ausdruck, zu beschreiben, mit was sie ihm begegnete.
Er hatte es geahnt. Er war unmöglich im Stande zu leugnen, ein Teil seiner Gedanken war gewillt gewesen diesen Verlauf der Zeit zu kalkulieren. Und wer mochte es ihr verdenken. Die Zeiten, welche Liaden als Einsiedlerin in diesem Teil des Waldes ihr Leben zu leben gedachte, war nahezu symbolisch für ihr Verhältnis zu allem, an dass er und die Gemeinschaft des Hains glaubte.
Zurückgezogen suchte sie nur selten den Kontakt mit den ihren. Denn ohne Zweifel war sie… trotzdem sie es nicht anzuerkennen gedachte, eine der letzten Kinder Albas, die mit dem Wohlspruch der Göttlichen Geister des Waldes Kraft besaß, das Rad der Zeit und den Kreislauf des Lebens zu beeinflussen. Und trotzdem sie ihnen, die sie beschenkten, nicht huldigte nahmen sie ihr nicht diese Macht.
Gaelan wusste weshalb. Er hatte ihre Güte und ihren Wohlspruch Jahrhunderte erlebt. Nun lebte er weiter, als sei er einzig wenige Jahre nicht auf dieser Welt der Menschen gewesen.
Liaden wünschte ihm eine angenehme eise nach Inverness, während sie damit begann Pilze zu putzen. Der in weiße Gewänder gehüllte Mann, dessen weiche Gesichtszüge keine Spur davon trugen, sie mochte mitunter den ein oder anderen verletzenden Satz über ihre Lippen gebracht haben, beobachtete sie trotz der drängenden Zeit schweigend.
Er wirkte nicht, als denke er über eine weitere Ansprache nach, die sie würde überzeugen, ihn zu begleiten. Gaelan wusste, sie hatte die Ausbildung einer Priesterin absolviert… sie war ebenfalls im Hain aufgewachsen und vor allem kannte sie die Götter… sie wusste mit ihnen zu sprechen. Sie wusste ebenso, ihre Wünsche und Bitten waren kaum etwas, dem man sich zu widersetzen vermochte. Das Schicksal gab den weg vor, auf welchem sie alle wandelten… Ihre Macht, den weg zu sehen, war, was sie so nah an die Wundervollen brachte. Und sie sah ihn ebenso… sie musste es sehen… konnte nicht davor die Augen verschließen, was ihre Vorhersehung war, die in diesen Augenaufschlägen bedeutete, ihn zu begleiten. Es waren nicht nur die Raben der Göttin des Krieges, die es ihm durch ihre Schreie verraten hatten.
Es war Bel selbst, der die Bilder ihrer beiden Reise vor seine Augen legte. Gaelan musste sie einzig annehmen und erkennen.
Nun stand er noch immer hier. Seine schmalen Finger, die sich zeitweilig zwischen die Stoffbahnen seines Gewandes geschoben hatten, zeigten sich jedoch wieder, als er sie, aufeinander gelegt nicht weit vor seinen Körper hielt.
Das grün seiner Augen schloss sich vor dem Licht dieser Welt… tauchte hinüber, als seine Lippen lautlos einige Beschwörungen der Bitten formten. Eine Prozedur, die Minuten dauerte, in denen er hätte keinen Ton aus dem Jetzt in dem er sich befand in die Anderswelt in die er so wandelte wahrgenommen. Als er wieder zurückfand sein Blick unverändert auf Liaden lag, flackerte in dem kräftigen Grün seiner Augen etwas dunkel Bedrohliches. Ein Schleier, der sich durch seine Pupillen und seinen Geist zu schieben schien. Er war es vermutlich, der das wärmende Lächeln und die immer weichen Züge Gaelans kalt und hart wirken ließ.
Schweigend schritt er die wenigen Meter zwischen ihnen und hielt vor Liaden inne. Die Finger seiner ausgestreckten Hand legten sich warm auf ihr Handgelenk. Nicht betroffen von dem Schleier, der seinen Geist befallen zu haben schien, vermissten sie nichts von der Wärme, die sonst seine Züge zu spenden vermochten.
Doch ungeachtet dessen bemächtigte sich die Macht in dem Druiden alsbald auch der Haut, die er berührte … Sie formte stille Bilder der Vergangenheit erst hinter seiner Stirn, alsbald auch im Geist Liadens, ohne dass sie es vermocht hätte sich dem Willen der Götter, zu widersetzen. Die Szenen der vor vierzehn Tagen geschlagenen Schlacht entstanden schemenhaft und aus einer äußerst ungewöhnlichen Perspektive eines Paares Rabenaugen, die auf ein undeutliches Getümmel herabsahen.
Und was geschehen war, geschah noch einmal durch die Augen des Vogels, mit dem sie in der Vergangenheit verbunden waren…. Bis sein Flug auf dem leblosen Körper eines Gefallen endete… Ein Krächzen verwarf jede Vision und ließ Gaelan aus der Anderswelt zurückkehren und seine Hand schlagartig von Liaden lösen.
Wieder kehrte Vertrautes auf die Züge seines Gesichtes zurück.
Gaelan atmete gleichmäßig, als habe ihn soeben erlebtes nicht erreicht. Sein Blick lag ohne Abweichung noch auf Liaden, als er einige Worte der Erklärung in ruhigem Tonfall hinzufügte.
„ Es gibt vieles, dessen ich nicht im Stande bin…. Deshalb wird es keinen anderen Weg geben, als dass wir gemeinsam aufbrechen. Sie wünschen es… Sie wissen, was ich sehe… ich sehe, was sie wissen.“
Kurz schwieg er ein weiteres Mal, während seine Hände sich wieder zwischen die Lagen seines Gewandes schoben.
„Ich weiß, inwiefern du es würdest vorziehen, weiterhin ein unberührtes Leben zu führen. Aber… wenn du ihnen nicht hilfst, so helfe denen, die vergessen haben.“
Er sah sie eindringlich an… Er bat sie nicht darum, ihm zu helfen. Er bat sie lediglich, ihn der Menschen wegen zu begleiten, die Opfer dieses Krieges geworden waren.
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1. Mai 1746, früher Vormittag
PP: Gaelan

In gleichmäßigem Schwung, mit nahezu eleganter Bewegung und unnatürlicher Präzision putzte und Schnitt Liaden die Pilze. Ihre Gabe äußerte sich selten nur darin, dass sie singen konnte. Sie beherrschte nicht nur das Spielen der Harfe und vermochte mit ihrer Stimme zu berühren und vielleicht noch mehr, was sie jedoch nie versucht hatte herauszufinden.
Doch diese Elleganz und dieses gewisse Etwas fand sich in jeder ihrer Bewegungen wieder, konzentriert in den Händen.
Somit sah es mitunter unwirklich aus, wenn sie ihr Essen zubereitete anstatt einfach nur normal und gewöhnlich.
Sie selbst bekam es schon lange nicht mehr mit. Sie hatte ihre Andersartigkeit von Kindesbeinen an gelehrt bekommen und vor allem hatte sie gelernt damit umzugehen, sie aber keinesfalls als etwas Besonderes hinzunehmen. Sie war in manchen Dingen gut, in anderen war sie schlechter. So war es nun einmal, sie konnte es kaum ändern, dass sie ebenso ausgesucht worden war von ihnen wie Gaelan, aber sie hatte sich entschlossen ihren eigenen Weg zu gehen nicht den, welchen sie vorzuschreiben gedachten. Sie beide hatten unterschiedliche Entscheidungen getroffen….vor so langer Zeit.
Es war einfach zu lange her….so lange das sie sich nicht wieder erkannten und vielleicht war es besser so.
Liaden war fast fertig mit ihrem Tun, als sie das Gefühl hatte, etwas Seltsames geschah.
Es war so ähnlich, wie wenn sie Besuch von einem Schmetterling bekam, aber aufdringlicher….eher wie das Gefühl als…Sie heute morgen erschienen war….und noch einmal anders…bedrohlicher…
Liaden hob den Kopf und sah auf, erkannte Gaelan, der sie ansah und….seine Augen….sie…sie waren….
Was immer mit ihm passiert war, etwas Bedrohliches schimmerte in seinem Blick, eine fremde Macht, ein fremder Wille vielleicht….er ängstigte sie und obgleich sie es wollte schaffte sie es nicht ihm zu sagen er solle sich ihr nicht nähern, als er auf sie zukam.
Er berührte sie an ihrer Hand, die welche das Messer hielt.
Für Augenblicke sah sie in seine Augen, in denen sie nichts von Gaelan wieder erkennen konnte, wie noch Minuten zuvor. Es war als gebe es ihn nicht mehr, als sei er nur noch eine Hülle für…was immer es war….
Sie wollte bereits zum Sprechen ansetzten, wollte sich wehren, wollte…einfach nur das er ging, als plötzlich….
Bilder, jede Menge Bilder, die in ihren Kopf drangen und sie schaffte es nicht es aufzuhalten oder zu stoppen.
Es war als würde was immer sich Gaelan bemächtigt hatte nun per Kontakt mit ihrer Hand sich versuchen in ihre Gedanken zu schleichen und es gelang.
Liaden sah Bilder von…einer Schlacht, von kämpfenden Männern, die sich….gegenseitig bekämpften…nahezu abschlachteten.
Es war eine merkwürdige Perspektive, wie die eines Vogels aus der sie auf das Schlachtfeld blickte, aber…sie wollte gar nicht. Sie wollte das alles nicht sehen.
Doch es war ihr unmöglich sich zu wehren oder Gaelan von sich zu stoßen.
Also musste sie es ertragen, warten bis eine Krähe auf einem der toten Körper landete und dann brach der Kontakt zu den Bildern schlagartig ab. Die fremde Kraft war so schnell aus ihrem Kopf verschwunden, dass es fast weh tat als sie fort war und alles was noch an sie erinnerte, war das leichte Zittern ihrer Hände und ein leises Klopfen hinter ihrer Stirn, die andeuteten sie würde Kopfschmerzen bekommen.
Eigentlich müsste sie sich dafür mehr als dankbar bei Gaelan bedanken und ihm ihre Meinung sagen, aber…sie bekam kaum ein Wort über die Lippen.

„ Es gibt vieles, dessen ich nicht im Stande bin…. Deshalb wird es keinen anderen Weg geben, als dass wir gemeinsam aufbrechen. Sie wünschen es… Sie wissen, was ich sehe… ich sehe, was sie wissen.“

Liaden schluckte und wandte den Blick ab, ihre Hand zitterte noch immer und so griff sie nach der Schüssel. Sie musste sich ablenken, sie musste zurück in die Normalität und…ihr Essen und…
Doch sie blieb stehen, hatte ihre Hand noch immer dort wo sie war und machte keine Anstalten sich fortzubewegen.

„Ich weiß, inwiefern du es würdest vorziehen, weiterhin ein unberührtes Leben zu führen. Aber… wenn du ihnen nicht hilfst, so helfe denen, die vergessen haben.“

Sie begegnete beim Aufsehen seinem eindringlichem Blick und sah ihn für Sekunden an, dann senkte sie ihre Augen sah auf die Pilze vor ihr und seufzte innbrünstig.
Ihm helfen…..
„Gaelan…“
Das klang weicher als sie es wollte. Sie drehte ihm den Rücken zu und brachte ließ den Blick durch die Fenster schweifen und anschließend durch ihre Wohnung.
Was sollte sie in Inverness?
Ihm helfen….
Ihm….
Sie hatte von ihm geträumt, ausgerechnet gestern Nacht, sie hatte Besuch gehabt von Deidre ausgerechnet heute Morgen und sie hatte ihr gesagt, sie dürfe nicht vergessen wer sie sei….was gewesen sei….
Im Klartext durfte sie ihn nicht vergessen….
Ach verdammt!
Sie drehte sich wieder zu ihm herum und sah ihn dann ernst an.
„Na schön…ich komme mit.“ Sie nickte unterstützend und schüttelte dann jedoch sofort den Kopf.
„Aber ich mache das nicht für Sie!" Sie sah ihn entschlossen und ernst an. "und ich mache das auch sicher nicht…..für dich….ich….tue es…..“
Das war dumm gewesen…etwas anzufangen was sie nicht beenden konnte….
Sie wusste nicht weshalb sie es tat und vielleicht….vielleicht wusste sie es zu gut.
„Habe ich Zeit….mir etwas für die Reise einzupacken…..essen wir noch etwas?“ Sie deutete auf die Pilze und sah ihn abwartend an.
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Beitrag 22.05.2007, 17:46
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1. Mai 1746, früher Vormittag
PP: Liaden

Es umgab den Druiden eine Aura der Ruhe. Seine Augen lagen warm und freundlich auf Liaden. Er wartete auf ihre Entscheidung, die er dank Bel’s Licht schon gesehen hatte.
Er hatte sie nicht direkt gesehen, die Zustimmung Liadens, jedoch einen Teil ihrer gemeinsamen Reise. Natürlich war ein solcher Blick in die Zukunft der Welt, das Gaelan als Geschenk gegeben wurde, kein festgeschriebenes Bild.
Jede Vision der Tage, die das Sonnenlicht noch nicht erblickt hatten, war ein zerbrechliches Gebilde, das Gefahr lief mit einer einzigen Entscheidung eines Menschen in tausend Scherben zu zerspringen.
Denn die Gabe, die ihm die Götter einhauchten… zu sehen… war keine allmächtige Waffe, sowie die Ehrwürdigen selbst keinen Einfluss auf die Zukunft der Dinge hatten. Das Rad, das den Lauf der Welt symbolisierte, vermochten selbst sie nicht anzuhalten.
Der groß gewachsene Druide wusste um die Geheimnisse der unsterblichen Bewohner der Anderswelt. So gesehen war er keine Wiedergeburt des ewigen Lichts… Gaelan selbst sah sich als dessen Untergebenen, den Bel erwählt hatte, einen Funken der Göttlichkeit in seiner Brust zu tragen.
Dieser Funke gab ihm den unerschöpflichen Quell des Wissens der Ewigkeit.
Dieser Quell gab ihm auch die Gewissheit, Liaden würde der Reise, die ihnen bevorstand zustimmen. Und während dieser Funke Galean mit einer immerwährend, strahlender Aura umgab, die nur erahnen ließ, wie es in ihm aussah, stand in seinen Augen die gesamte Wärme dieser Göttlichkeit… aber womöglich auch deren Unerreichbarkeit an Weisheit, die jedem Menschen zu Lebzeiten verwehrt blieb.
Mit diesen Augen, dieser Haltung vernahm er letztendlich ihre Entscheidung…. Sie musste ihr wahrlich schwer gefallen sein wie sie sich wieder zu ihm wandte. Er dachte, er wäre im Stande gewesen, den fliehenden Gedanken zu erkennen, der ihr ablehnend im Geiste vorschwebte.
Gaelan, der die Zeit ihrer Entscheidung über nur zurückhaltend gelächelt hatte, hob seine Mundwinkel erneut etwas. Er war erfreut über ihre Entscheidung und folgte dabei ihrer Rechtfertigung … Rechtfertigung?
Was es war… der Druide, dessen Hände noch immer in seinen Umhängen verborgen waren, nickte besonnen, als Liaden klarstellte, für wen sie es tat. Ihre Stimme verebbte jedoch nahezu ratlos und so ergänzte sein Klang ihren Satz.
„ …für unser Volk.“

„Habe ich Zeit….mir etwas für die Reise einzupacken…..essen wir noch etwas?“

Gaelans Haupt wandte sich zu den Fenstern, die die Sicht auf den Wald frei gaben. Er schätzte so die Tageszeit und wandte sich nach wenigen Augenblicken wieder zu Liaden, die ihn fragend musterte.
Ein leichtes Kopfschütteln verriet seine vermeintliche Antwort.
„Der Tag ist fortgeschritten… Wir sollten verhindern, kostbare Zeit verstreichen zu lassen.“ Er sah sie verständnisvoll an.
„Unsere Reise wird unter ihrem Schutz stehen. … Ich verstehe jedoch, wenn du zuvor noch etwas essen möchtest. Es obliegt deiner Entscheidung, wann wir aufbrechen.“
Auf diese Worte hin wandte Gaelan sich zum verlassen des Hauses, sah sie noch immer respektvoll an. Seine Stimme verlor nicht den Klang freundlicher Sanftheit.
„Bitte, packe ein, was du für notwendig erachtest. Wir reisen zu Pferd…. Ich werde draußen auf dich warten.“
Anstatt sich zu verbeugen, schloss er, dieser Geste gleich kommend kurz die Augen, dann verließ er ihre Hütte.
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Beitrag 22.05.2007, 17:46
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1. Mai 1746, früher Vormittag
PP: Gaelan

Sie hatte seine Antwort erwartet. Nun ja zumindest überraschte sie seine Antwort in keiner Weise.
Irgendwie hatten es diese ganzen Prophezeiungs-Schicksals-Boten_Erfüllungs-Dinge nie Zeit. Sie mussten immer gleich und sofort aufbrechen um erfüllt zu werden.
Dabei sprachen sie natürlich genug in Rätseln, als dass sie nicht wissen konnte, was für eine Rolle sie in dem großen ganzen spielen sollte.
Dabei wäre ihr wohler gewesen, sie hätte es gewusst. Denn sie wollte selbst entscheiden, was sie würde tun und was nicht.
Für das Volk…hatte Gaelan gesagt. Für das Volk, welches Volk? Die unsichtbaren Alten? Oder aber meinte er die Druidengemeinschaft, welche sich hier vor dem Rest der Welt verbarg? Welches Volk meinte er?
Das da draußen? Jene vor denen sie im Schutz lebten? Ja klar sicher. Man fürchtete sie, aber schützte sie. Das war ihre Aufgabe.

Ihre war es nicht und daher….
Ach sie hatte keine Volk, weder eines das sie schützte noch gehörte sie einem an….sie war….allein.
Und trotzdem steckte sie mitten drin in dieser Sache, weil…..weil SIE es so wollten….dumme Schmetterlinge, wenn sie sie da in eine dumme Sache gezogen hatten, würden sie was erleben….
Gaelan hingegen verkündete, dass es ihre Entscheidung war wann sie aufbrächen. War es stattdessen nicht mehr IHRE?
Sie seufzte verkniff sich jeden Kommentar. Seiner Stimme oblag eine Sanftheit, die sich auch in seinen Augen widerspiegelte und sie…..sie erinnerte an….Zeiten, die verloren waren…unwiederbringlich. Sie würden niemals wiederkommen….nie mehr.

„Bitte, packe ein, was du für notwendig erachtest. Wir reisen zu Pferd…. Ich werde draußen auf dich warten.“

Sie sah ihm hinterher wie er die Tür schloss und sie alleine ließ.
Endlich hatte sie Zeit durchzuatmen und seufzte schwer.
„Was mache ich hier nur.“
“Das was du tun musst mein Kind….du gehst deinen Weg…sei wachsam und traue deinem Herzen….“
Liaden sah sich suchend um. Sie wusste wer das war und alles was sie sah war ein Schmetterling, mit blau-silbernen Flügeln, welcher aus dem Fenster flog.
Habe Vertrauen mein Kind…und vergiss nicht was du bist…vergiss nicht wer er ist…vergiss ihn niemals.“
„Aha…ja sehr schön.“
Das hatte ihr noch gefehlt. Weitere sprechende Boten.
Vielleicht war die Reise besser als sie gedacht hatte. Vielleicht würde sie so endlich all diesen kleinen Boten entkommen und Ruhe haben. Die Ruhe vor all diesen Wesen, die sie gesucht hatte, die sie suchte immer noch.
Sie war NICHT wie sie. Sie war keine Druidin und sie verfügte auch nicht über die Kraft wie sie. Sie war eine durchschnittlich gute Heilerin, weil ihre Finger wussten zu berühren. Ob Wunden, Instrumente oder Stoffe….aber mehr gab es nicht…sie war niemand. Und vor allem niemand in ihrem Plan, in ihrem Netz!
„Na schön Liaden. Geh einfach.“
Sie trat in ihre kleine Schafkammer, nahm zwei Taschen, die aus feinem leder gearbeitet waren und mit Ornamenten verziert waren. Sie war schon alt, sie hatte sie gemacht für……aber er war schon fort bevor er sie sie ihm hatte geben können. Dennoch hatte Liaden sie aufbewahrt und nun…sie verfügte über nichts passendes was sie zum Reisen nutzen konnte.
In die eine verstaute sie sorgfältig, ein paar frische Kleider, so wie eine Bürste, drei kleine Handtücher, etwas Seife, so wie zwei Lederbändchen für ihr Haar. Oben auf verstaute sie eine warme Decke für die Nacht.
In die andere fanden, die Pilze, in einem Säckchen, ein paar Kräuter zum Würzen, Brot, Hafergebäck, Teeblätter und 2 Gläser Marmelade, so wie Kompott und etwas Fleisch, welches sie vorrätig hatte, ihren Weg. Außerdem verstaute sie dort noch ihr Buch, indem sie einiges hineinschrieb, wenn sie das Bedürfnis dazu verspürte, so wie ein paar alte aber saubere Stofffetzen.
Zuletzt sammelte sie ihre wichtigsten Kräuter und Salben in einem kleinen Säckchen, welches sie sich an den Gürtel band, der ihr Kleid zusammenband.
Ihren Mantel hatte sie nicht abgelegt und sie trug ihre weichen Lederschuhe.
Das dürfte für die reise reichen, sicher würden sie sowieso in den meisten Nächten eine Unterkunft suchen und finden. Es sei denn Gaelan zog es vor die Menschen zu scheuen wie sie es hier gelernt hatten….na ja….
„Atmen Liaden…es wird schon.“
Sie sah sich in ihrem zu Hause um und verweilte liebevoll mit den Blicken auf all den kleinen Gegenständen des Alltags….
Vielleicht sollte sie ein….
Na ja sicher hatte Gaelan eine Waffe dabei…nur für den Notfall, der hoffentlich nie eintrat.
Dann trat sie zum Fenster, schloss die Fensterläden und trat anschließend vor die Tür, welche sie abschloss.
Dann sah sie zu Gaelan.
„Ich bin soweit.“ Sie trug ihre beiden Taschen auf den Arm und sah ihn fragend an.
„Wo bekommen wir die Pferde her….ich habe hier keine und du weißt hoffentlich das ich…..den Hain…..nun ich betrete ihn nicht mehr. Also…solltest du noch mal zurück müssen….werde ich hier warten.“ Sie sah ihn entschlossen an. An ihrer Meinung hatte sich trotz ihrem Ja zu seiner Bitte nichts geändert.
Was tust du hier Liaden….das wird niemals gut gehen….du und er…..das ist verrückt.
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Beitrag 22.05.2007, 17:47
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1. Mai 1746, früher Vormittag
PP: Liaden

Vor die Tür getreten und diese hinter sich geschlossen, wartete Gaelan darauf, dass Liaden bereit war, die Reise anzutreten, die ihr vorbestimmt war. So wie ihm vorbestimmt war, sie zu begleiten.
Der Vormittag schritt voran und selbst die Hochnebel, die in entfernten Senken hingen, begannen, sich aufzulösen. Die Sonne die ungebremst an diesem Festtag nur für den schien, dem sie ihre Kraft verdankte, konnte der Druide schemenhaft durch den hellen Wolkenschleier erkennen, der sie noch immer verdeckte.
Zufrieden sah er ihr für einige Minuten zu, wie sie die Erde erwärmte und erhellte, bevor seine moosgrünen Augen über die Bergketten am Horizont glitten. Sie waren hinter den Stämmen dieses alten Waldes mit seinen hohen Nadelbaumkronen zu erkennen.
So verweilte Gaelan weitere Minuten und erlangte die Gewissheit, dieser Tag würde ebenso ein schöner sein, um gen Süden aufzubrechen.
Es war friedlich in diesem Teil des Waldes… friedlich und freundlich. Gaelan zog seine rechte Hand unter dem verbergenden Umhangstoff hervor und hielt sie ausgesteckt vor seinen Körper. Die Augen des Druiden schlossen sich langsam und die weichen Lippen entließen einen tiefen Atemzug, der die frische Waldluft lange in seinen Lungen gehalten hatte.
Gaelan zog viel Energie aus der Kraft der Natur. So auch in diesen Momenten, in denen er die Harmonie des Augenblickes gänzlich in sich aufsog. Es war, als spüre er die Anwesenheit der Essenz allen Lebens, den Hauch der auch dem ewigen anhaftete. Die Luft war vor seinem geistigen Auge angefüllt mit Farben und dicker, reichhaltiger als Mana selbst.
Wie liebte er das Gefühl der Leichtigkeit, in dem er begann sich selbst langsam aufzulösen und zu einem Teil dessen zu werden, was ihn umgebend, atmete und lebte.
Das Geräusch aus der Ferne, das andeutete, Liaden schloss ihre Haustür, ließ ihn die Lider zurückkehrend wieder heben. Er sah zu ihr, blinzelte kurz… Er wusste nicht weshalb… Vielleicht, weil es schwer fiel aus anderen Welten zurück in diese zu finden.
Er nickte zustimmend, als sie sagte, sie sei soweit. Dabei nahm er ihre beiden Satteltaschen zur Kenntnis, die sie über dem Arm trug und ebenfalls die Erklärung, dass sie unter keinen Umständen zum Hain gehen würde, damit sie würden Pferde holen können.
Gaelan lächelte. Gutmütig und zustimmend. Er respektierte ihre Ansichten und wandte sich daraufhin in die Weite des sie umgebenden Waldes.
Ein Pfiff, der mehr dem Ruf eines einheimischen Vogels glich ertönte unvermittelt aus seinem Mund. Daraufhin geschah nichts und Gaelan drehte sich wieder zu der, die er würde begleiten.
Seinen Zügen war nicht anzusehen, dass es ihn würde sorgen, dass nicht unmittelbar eine Reaktion auf seinen Ruf folgte. Er lächelte Liaden freundlich an, aber wider erwartend schwieg er. Gaelans Wesen sprach wenig, wenn es nichts gab, dass er zu sagen hatte.
Und so brach das Schweigen erst die sich in mäßigem Trab nähernde Stute an deren Sattel ein weiteres Pferd gebunden war. Der blonde Druide begrüßte das nachtschwarze Tier, dessen Anwesenheit er scheinbar gespürt haben musste, denn er wandte sich im rechten Moment zu seinem Reittier, auf eigene, vertraute Weise. Er ging auf seine Stute zu und legte sanft die Handfläche auf dessen Stirn. Das Tier wich unterdessen auf keine erkennbare Weise zurück, sondern blieb ruhig stehen. Es herrschte ein Augenblick harmonische Stille zwischen den beiden, in denen sie miteinander schweigend zu kommunizieren schienen. Und als er sich von Brangwen gelöst hatte, band er die Zügel des zweiten Tiers, einem stattlichen Grauschimmel von seinem Sattel los.
Während die dunklen Augen der schwarzen Stute Liaden schienen ebenso still zu mustern, übergab Gaelan das zweite Pferd … dessen Zügel an Liaden.
Und außerdem nahm er ihr die Satteltaschen ab, warf sie über das Pferd und begann, die Riemen zu verschnüren, damit sie würden Halt haben.
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Beitrag 22.05.2007, 17:47
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1. Mai 1746, früher Vormittag
PP: Liaden

Wunderbar…einfach wunderbar!
Das fing ja ganz toll an. Liaden seufzte….innerlich. Nach Außen hin war ihr von all den Gefühlen nichts anzumerken. Jedenfalls war sie sich sicher, dass man so wenig sah was in ihr vorging, wie Gaelan mit ihr redete.
Früher hatte er auch nie viel gesagt, aber dann hatte sie gesprochen…für sie beide. Eine….einvernehmliche, verbindende Stille hatte zwischen Ihnen geherrscht, oder aber sie hatte vermocht auszudrücken, was sie beide fühlten und dachten. Sie hatte in ihm lesen können wie in einem offenen Buch.
Heute?
Heute war er nur ein einziges großes Rätsel. Ein fremdes Rätsel vor allem.
So blieb ihr verschlossen was er mochte denken, so wie sie nicht verstehen konnte, was er mit seinem Reittier zu flüstern hatte.
Sie selbst wartete.
Was sollte sie auch sonst tun?
Es war zu spät jetzt noch einmal umzukehren. Sie hatte zugestimmt, mitzukommen, jetzt musste sie auch dadurch.
Vielleicht konnte sie wenigstens mit dem Pferd reden.
Dazu bräuchte sie dann den Namen und…..den Glauben, dass es sie verstand.
Früher hatte Liaden daran geglaubt….früher hatte sie an vieles geglaubt….
Sie ließ sich von Gaelan die Satteltaschen abnehmen und nahm stattdessen die Zügel des Pferdes an sich. Es hatte wachsame braune Augen und sah gutmütig und treu aus.
Wenngleich nicht so wissend, wie das Tier von Gaelan, welches sie musterte.
Na ja wahrscheinlich musterte es sie nicht. Pferde musterten nicht….sie waren keine Schmetterlinge, sie waren….
„Wie heißt das Tier?“ Sie sah fragend zu Gaelan.
„Ich meine die beiden….wie heißen die Pferde. Ich….würde es gerne wissen nur…..für den Fall das….“
Welchen Fall?
„das ich es ….. wissen sollte.“
Liaden versuchte dabei den Hauch der Unsicherheit in ihren Augen hinter geschäftigem Ernst zu verbergen.
„Werden wir die Straße nehmen, oder hast du vor….querfeldein im Verborgenen zu reisen?“
Sie wusste nicht wieso sie das alles interessieren sollte.
Tat es auch nicht, aber sie wollte seine Stimme…
Sie wollte nicht mehr länger dem Schweigen zuhören und dem Wind, der gefährliche Botschaften bereithalten könnte.
Während sie also auf seine Antwort wartete, beobachtete sie die Baumkronen, welche in der Mittagssonne warm und vertraut schimmerten.
Liaden hatte den Hain…oder das hier nie verlassen, es war ihre erste Reise….und sie wusste nicht mal weshalb sie diese wirklich antrat.
Besser auf was sie sich einließ, aber vielleicht war das ganze mal eine Abwechslung. Sie kam endlich raus hier, hatte sie das nicht immer gewollt und war nur aus unerfindlichen Gründen nicht gegangen?
Ja vielleicht war es der erste Schritt zu….was auch immer.
Mit Sicherheit würde sie einiges Sehen, dass sich zu sehen lohnte und….
Sie sollte aufhören darüber nachzudenken.
Sie würde sehen was passierte und solange mit….ihm zusammen sein. Wie immer das sich gestalten würde.

TBC: Höhlengänge
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Beitrag 22.05.2007, 17:47
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Gaelan
Druiden
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Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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Wohnort: Was geschieht, wenn du die Fäden lößt, Liaden...?
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1. Mai 1746, Vormittag
PP: Liaden

Während er sorgsam Liadens Reisegepäck in den ledernen Taschen festschnürte, richtete Liaden eine Frage an ihn, auf welche hin er sich kurz lächelnd zu ihr wandte. Er unterbrach seine Tätigkeit jedoch nicht, sondern ließ von dem Sattel der weißen Stute erst ab, als er fertig war.
Für Gaelan stellte sich nicht die Frage, weshalb sie den Namen des Tieres nicht wissen sollte. Er nahm ihre Erklärung mit einem Nicken auf. Es wirkte nicht ungläubig oder zweifelnd. Er nickte lediglich, um Liaden zu signalisieren, sie müsse es ihm nicht erklären, wenn sie selbst die Erklärung nicht wusste oder sie nicht über ihre Lippen kam.
Er war gerade dabei, Brangwens Zügel zu ergreifen, und sie mit sich zu führen, als Liaden eine Frage bezüglich der Reise hatte, die sie beide unternehmen würden…. Besser, die sie angetreten hatten. Denn in diesem Moment gab es kein zurück mehr… ein Stein wurde losgetreten, indem sie aufbrachen…. Er würde in einer Art Kettenreaktion weitere ins Rollen bringen und am Ende in einer Lawine enden.
Es waren oft die kleinen Dinge… die unbedeutend Scheinenden, die die Welt bewegten.
Das sie Fragen stellen wollte, lag in ihrem guten Recht und es stand nicht in Gaelans Absicht aus dem Weg ein Geheimnis zu machen.
Sie reisten. Es stellte sich für Druiden selten die Frage, ob sie sich vor der Zivilisation der Andern verstecken sollten. Dafür folgten sie dem Weg des Vertrauens, der ihnen sicheres Geleit mit dem Schutz ihrer Götter gab.
Als der große Druide nahe Liaden inne hielt, die Zügel Brangwens in der Linken, hob er die andere Hand unvermittelt und strich mit den Fingern durch die dunkelgraue Mähne der Stute… schob das Rosshaar dabei etwas beiseite.
Seine Augen, die auf dem Tier gelegen hatten… oder besser in dessen Mähne verloren schienen, richteten sich auf Liaden. Es lag kein lebhaftes Funkeln in den kräftig grünen Augen… Sie hatten die Übermütigkeit seiner Jugend verloren und waren nun von einer stoischen Friedlichkeit beseelt. Sie unterstrich den sanften Schwung seiner Lippen, als Gaelan sich Liadens Aufmerksamkeit gewahr wurde.
„Ein schönes und kraftvolles Tier… Ich habe Sie ausgesucht.“ Eine Pause unterbrach Gaelan, der wieder zu dem Grauschimmel sah und über dessen Stirn strich, die sich durch einen grauen Schatten, in Form eines … hmm… würde man es abstrahieren, vielleicht käme man auf die Idee, es handele sich um einen Schmetterling… abzeichnete.
Gaelan lächelte Liaden an und dieses Mal wirklich Liaden. Er lächelte nicht, weil er es für gewöhnlich in solch einer Situation tun würde.
„Sie wartet schon lange darauf, dass jemand ihr ihren Namen gibt…. Der jemand, der ihn kennt.“ Das Grün in Gaelans Augen lag viel sagend für einen Windstoß auf Liaden, dann drehte er sich zu seiner schwarzen Stute und tätschelt dieser über die dunkelgrauen Nüstern.
„Das ist Brangwen. Sie ist mein Seelentier.“ Mit diesen Worten führte er die Zügel über den Nacken des Tieres und ging zu seinem Sattel. Brangwen schien sich gegen die Behauptung ihres Reiters halbherzig zu wehren … oder wollte sie nur nicht in all dem, was er sagte ungehört bleiben?
Jedenfalls schüttelte sie heftig den Kopf, als wolle sie ihre Mähne von Wasser befreien und schnaufte dabei.
Gaelan schüttelte seinerseits den Kopf, während er in den Sattel stieg.
Die Zügel angezogen, sah er zu Liaden.
„Wir sollten aufbrechen.“ Dies war keine schroffe Aufforderung, vielmehr eine Aussage, die er getroffen hatte.

Tbc: Höhlengänge
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Beitrag 22.05.2007, 17:48
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