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Vom Druidenhain in Richtung Inverness

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Sons of Scotland > Wiesen, Felder und Wälder

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Liaden
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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Wohnort: fighting against his fate
Vom Druidenhain in Richtung Inverness  Antworten mit Zitat  

TBC von: Höhlengänge
3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan

Ein ganzer Tag, eine lange Nacht und ein weiterer Morgen lag zwischen dem was an diesem 1. Mai geschehen war.
Sie hatten in dieser Zeit geschwiegen oder nur das Notwendigste gesprochen. Liaden wusste nicht, ob Gaelan ihr böse war wegen dem was sie gesagt hatte. Ob sie ihn soweit gekränkt hatte, dass er nicht mehr mit ihr sprach, oder ob es einfach seine Ruhe und Gelassenheit war, die ihn schweigen ließ.
Sie hatte nicht darüber nachgedacht.
Es war ihr recht gewesen.
Immerhin hatte es ihr leid getan und dann doch wieder nicht. Was sie gesagt hatte stimmte und hatte ausgesprochen werden müssen. Es stand schon so lange zwischen Ihnen.
Jetzt nicht mehr…
Was sie in dem Augenblick, da sie ihn gefragt hatte, geahnt hatte wusste sie durch seine Antwort, die er ihr schuldig geblieben war.
Er hatte es vergessen…sie…ihre Liebe und den anderen Weg.
Es war eine Gewissheit, die tief in ihr aufgeschrieen hatte, endlich und sicher.
Sie konnte sich nicht irren und der Schmerz darüber…er würde nicht einfach vergessen werden können.
Sie würde es Ihnen nicht verzeihen hatte sie gesagt. Es war wahr. Sie würde es nicht vergessen.
Sie war Ihnen nichts schuldig, rein gar nichts.
Wenigstens hatte das Gespräch neben dieser traurigen Erkenntnis, die in der Brust schmerzte, einen Erfolg gehabt, der positiv war.
Die Stimmen hatten sie die Reise durch die Höhle in Ruhe gelassen.
Zwar hatte Liaden hier und da ihre Präsenz gespürt, aber sie waren still geblieben und hatten sie nicht versucht mit ihrem Flüstern und falschen Gesten in ihren Bann zu ziehen, sich in ihr Herz zu schmeicheln, mit ihren Lügen und ihrer Falschheit.
Das sie seit zwei Tagen 21 war und damit eine Frau? Auch das hatte seine Bedeutung in der tiefen umfassenden Dunkelheit dieser Höhlen verloren.
Sie hatte so vieles verloren…
Schweigend schritt sie vor Gaelan, der ihr leise, kaum hörbar, folgte durch die Höhle.
Es war merklich von Minute zu Minute heller geworden und sie mussten bald das Ende dieses Weges erreicht haben.
Liaden konnte nicht leugnen, sich zu freuen, die beklemmende Enge los zu sein. Endlich wieder Himmel, Sterne und das Tageslicht zu sehen.
Sogar die Schmetterlinge hatten ihr gefehlt. Ihr Schimmer Hoffnung wäre in der Dunkelheit ein schwacher, so doch aber, Trost gewesen.
Was denkst du nur wieder…mach dich nicht lächerlich!
Seit wann war sie froh über diese Plagegeister?
Die Reise nahm sie mehr mit, als gut für sie war, eindeutig.
Das schwache Licht wurde spürbar heller und erleichtert atmete Liaden tief ein, als sie einen Fuß auf grünes Gras setzte und schützend die hand vor die grünen Augen hielt, als das helle Sonnenlicht sie gleißend blendete.
Sie blieb stöhnend stehen und lehnte sich an die Höhlenwand.
Befreit atmete sie dabei die frische Luft ein.
Sie fühlte sich als wäre sie Tage lang eingesperrt gewesen in einem zu engen dunklen Käfig. Hier spürte man die Frische, die Helligkeit, die Wärme und alles das… lebendig war.
Selbst den Atem der Erde meinte sie im leichten Wind zu spüren, der ihr Gesicht streifte und mit ihrem Haar spielte, dessen rote Locken ungeschützt von ihrer Kapuze offen dargeboten wurden.
Sie hatte diese in der Höhle nicht gebraucht.
Jetzt war sie froh, dass sie sie nicht übergezogen hatte. Das Gefühl war zu berauschend schön und sie schätzte es, es nur noch ein wenig auskosten zu können.
Atme den Duft des Waldes, atme den Duft deiner Seele mein Kind und spüre die Kraft in dir. Spüre sie und nimm sie mit, dahin wo du gehst wirst du sie brauchen.
Die Augen aufschlagend konnte sie dem Schmetterling nur noch hinterher sehen.
Sie lächelte.
Dummes Ding…
Was wusste es schon von ihrer Seele und ihrer Kraft, was wusste es von dem Weg den sie ging. Sie kannte ihn selbst nicht und sie war sich nicht mal sicher, ob Gaelan ihn kannte.
Wohin brachte er sie und weshalb?
Sie sah zu dem Druiden herüber und versuchte in seinem Gesicht zu lesen. Seine Empfindungen…
So vertraut und fremd…
Es brannte immer noch. Es brannte so sehr…
Wehmütig…schwer und…
Hör auf!
Sie durfte nicht so denken. Was verloren war, war verloren. Es würde nicht wiederkommen. Muster hatten sich verändert und sie konnte nicht weiter blind die Augen davor verschließen.
Zeit zu weinen um das was nicht mehr war, blieb ihr nicht. Nicht jetzt.
„Wohin gehen wir jetzt? Du hast mir immer noch nicht verraten, wo das Ende dieser Reise sein wird und warum ich mit dir kommen musste?“
In ihrer Stimme lag weder Vorwurf noch Anklage, aber sie war fest und bestimmt.
„Sag es mir Gaelan. Ich bin lang genug ohne Fragen mitgekommen. Wohin gehen wir?“
Sie strich sich die Locken zurück und während sie auf eine Antwort wartete, knüpfte sie den Knoten des Lederbändchens auf, das ihr Haar zusammenhielt, was daraufhin im Wind unbändig, wie zuckende helle Flammen zu wehen begann.
Ihre grünen Augen, deren Tiefen heute nicht wie die Meeresbrandung Wellen schlugen, sondern sanft und ruhig wirkten, lagen unentwegt auf ihm.
Wartend, beobachtend, fragend.
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Beitrag 22.05.2007, 17:49
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Gaelan
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Geschlecht: Geschlecht:männlich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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Wohnort: Was geschieht, wenn du die Fäden lößt, Liaden...?
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TBC von: Höhlengänge
3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Liaden

Er zügelte sein Pferd, das er neben sich her aus den Höhlen geführt hatte.
Gaelan sah wissend zu seiner Begleiterin. Er lächelte sanft auf ihre fragen hin, die sie zu stellen wusste.
Seine grün lag einen ausgedehnten Augenblick auf ihr. er nickte ruhig, andeutend, er würde ihre Frage zu gegebener zeit beantworten. Erst aber entließ er sein Pferd, indem er dem das Zaumzeug abnahm. Die schwarze Stute trottete davon, nachdem er sich aus einer Satteltasche alles genommen hatte, dass er für das Ritual brauchen würde.
Die Sonne tauchte das Haar des stillen Druiden in glänzendes Goldbraun. Er nahm den Zopf, den er gebunden hatte, öffnete ihn und schnitt mit einem kleinen Messer eine Strähne ab.
Er bat auch Liaden, dies zu tun, nahm auch ihr Opfer entgegen und verknotete beide Teile miteinander.
Noch immer vor dem Dunklen Gang ins Erdinnere stehend, beschwor er in einer alten Sprache jene, die sie passieren ließen. Diese Prozedur dauerte vielleicht eine halbe Stunde, dann band er die beiden Strähnen ihrer Haare erneut um ein Amulett und legte dieses in einen Spalt, der für Unwissenden nicht zu erkennen war.
Nach einer hochachtungsvollen Verbeugung, verabschiedete er sich von den Wesen der Höhlen und widmete sich wieder dem Fortlaufen der Reise.
Nach einem Pfiff, der weder schrill noch kraftvoll war, sondern mehr dem flüstern des Windes glich, erschien Branwen wieder. Sie kam artig zu ihrem Herrn und Gaelan sah prüfend durch das Gepäck, dass sie mit sich führten. Diese Musterung beendet, drehte er sich zu Liaden.
„Wir sollten weiterziehen.“ Es war eine unzweifelhafte Gewissheit, die er in Worte formuliert hatte. Er legte Branwen ihr Zaumzeug an und rieb über das kurze, schwarze Fell des Pferdes. Er hielt die Zügel, verständigte sich wortlos mit Liaden darüber, dass sie weiter reiten würden.
Trotz der starken Windstöße, die zwischen den Bäumen ihr Unwesen trieben, schien Gaelans Haar davon kaum berührt zu werden. Es fiel wie immer leicht und weich über seine Schultern und bewegte sich nur mäßig, als er sich in seinen Sattel hob.
Neben ihr reitend, erklärte er ihr, er wolle ihre Fragen gerne beantworten. Jedoch betonte er im gleichen Atemzug, er wisse ebenso nicht jede Einzelheit über ihre Reise.
„Ich vertraue auf die Stimme, die uns leitet.“ Seine dünnen Lippen umspielte ein leichtes Lächeln, wie er bei seinen Worten zu Liaden sah.
„Unsere Reise führt uns nach Süden, solange bis sie uns sagen, wir sollen eine andere Route einschlagen.“ Gaelans Blick richtete sich nach vorn und er schien sich zu konzentrieren. Er drehte en Kopf leicht zu ihr.
„Und das Ziel wird gleichsam der Anfang sein. Auf dem Weg dort hin…“ Er sog tief die Luft ein, entließ sie ruhig wieder.
„Auf dem Weg werden wir es deutlich vor uns sehen. Und deutlich auch erkennen.“
Die Lider geschlossen, drehte er sich dem wind entgegen,. der aus der Richtung blies, in die sie beide ritten.
„Liaden,“, sprach er sie unvermittelt an. „Du fragst sehr oft nach dem Warum. Es bedrückt dich.“ Er drehte seinen Kopf würdevoll zu ihr, betrachtete sie mit seinen sanften Augen.
„Warum bist du hier auf dieser Reise? Weshalb bist du mitgekommen?“ Seinen Fragen fehlte der anklagende Ton. Es fehlte ihnen ebenso an jeglicher Absicht, durch eine Antwort zu Erkenntnis zu kommen, die die Antwort ihrer Frage wäre.
_________________
Beitrag 22.05.2007, 17:50
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Liaden
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Liaden

Er vertraute also der Stimme, die sie führte?
Irgendwie verwunderte es sie nicht und…verwunderlicherweise erfüllte es Liaden auch nicht mit Zorn.
Sie verstand ihn nicht. Sie verstand nicht wie er Ihnen vertrauen konnte. Aber…
Aber sie wusste wie es war jemanden zu vertrauen, ob man wollte oder nicht, man spürte einfach, dass man es tat.
Sie kannte es…
Liaden sah angestrengt auf den Weg vor ihnen, den sie ritten.
Sie wollte ihn nicht ansehen müssen.
Das sie ihm zuhörte?
Das war selbstverständlich, dass er sie fragte?
Damit hatte sie nicht gerechnet und sie sah kurz überrascht zu ihm.
Ihre Augen trafen die seinen.
Bewegung trifft auf Beständigkeit
Warum nur hatten Sie sie trennen müssen?
Sie wandte den Blick ab und sah wieder nach vorne.
Warum sie auf dieser Reise war?
Weil er gefragt hatte.
Das war, dass erste was ihr auf diese Frage durch den Kopf schoss.
Ob es wirklich die Antwort war?
Liaden wusste nicht warum, aber sie merkte, dass sie darüber nachdachte und darüber warum sie hier war.
War es nur Gaelan?
Oder war nicht doch mehr?
War es…
Schmetterlinge…
Waren es die Schmetterlinge?
Waren Sie es?
Nein.
Nein es waren nicht Sie , es waren nicht die Schmetterlinge.
Aber…
Es war auch nicht Gaelan.
Sie war hier, wegen Ihr.
Sie war hier, weil das Teil ihres Weges war.
Teil eines Weges, eines Musters, dass …
Wenn du das Muster verändern willst, Kind des Waldes, dann musst du den Weg gehen.
Ob es ein Gedanke war, den sie hatte, oder ob sie wirklich eine Stimme gehört hatte, die ihr das geflüstert hatte, wusste Liaden nicht.
Aber sie spürte, dass es die Wahrheit war.
„Ich bin hier um das Muster selbst zu weben Gaelan.“
Sie sah wieder zu ihm und betrachtete ihn, versucht in seinen Augen nach Reaktionen darauf zu suchen.
„Was heißt das jetzt? Das wir aus verschiedenen Gründen hier sind? Das wir aus…gegensätzlichen Gründen hier sind?“
Sie seufzte, wieder nach vorne sehend.
„Was heißt es schon, außer dass wir wie immer auf verschiedenen Wegen gehen, seit du mich verlassen hast.“
Sie schwieg einen Moment, dann fragte sie in die Stille zwischen Ihnen, ohne ihn dabei anzusehen.
„Hast du gefunden was du gesucht hast Gaelan?“
Ihre Stimme klang nicht anklagend, sie war vielleicht traurig, aber das konnte Liaden nicht verhindern, wenn sie den Schmerz in ihrer Brust fühlte, bei jedem Wort, dass sie aussprach.
„Auf deiner Reise meine ich. Hat…war es das wert?“
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Beitrag 22.05.2007, 17:50
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Gaelan
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tbc von: Druidenhain, Höhleneingänge

3.Mai 1746, Nachmittag
PP: Liaden

Gaelan ritt schweigend weiter. Er zügelte sein Reittier und sah zu Liaden.
„ Wir müssen unsere Reise einen Teil des Weges zu Fuß zurücklegen.“ Er deutete mit einer fließenden Bewegung seiner schmalen Hand nach Südosten.
Abgestiegen, hielt er Branwen an ihren Zügeln und wartete bis seine Begleiterin es ihm gleich getan hatte.
„Wir werden Vorsicht walten lassen müssen. Der Weg wird gefährlich.“ Seine Stimme war so sanft und sicher, wie es ihm eigen war.
Er legte seine Augen einen stillen Moment auf den Wald, der in der Richtung lag, in die sie würden gehen müssen.
Noch war von dort nicht zu sehen, weshalb sie hatten absteigen müssen.
„Ich bin dem Ruf gefolgt.“, gab er nach weiteren Momenten von sich. Zu Liaden gedreht, sah er sie ruhig an. Erklärend fügte er an, er folge seiner Bestimmung.
Damit trat er den ersten Schritt zu Fuß an und schwieg, bis sie neben ihn getreten war. Da sie keine ersichtliche Strasse nutzten, der Wald an dieser Stelle immer lichter wurde, fanden sie nebeneinander hergehend ausreichend Platz.
Sein zurückhaltendes Lächeln traf sie wissend.
„Es ist schön, dass du dich entschieden hast, das Muster selbst zu weben.“
Er sah wieder gerade aus. Sein Lächeln verschwand unter dem geraden Strich, den sein Mund formte.
„Dieser Weg ist uns beiden vorbestimmt. Wir beschreiten ihn gemeinsam. Es ist so, wie es gedeutet wurde.“
Gewiss nickte er zu ihr.
„So, Tochter des Waldes, ist es.“ Gaelans Stimme wurde fester, verlor etwas von ihrer Sanftheit, die in seinen Augen dagegen immer zu stehen schien.
„Es wird so sein…“ Er klang vorausdeutend. „Die Fäden sind fest verwoben. So fest, wie die Sonne am Himmel steht. So unverrückbar, wie der Wind, die Blätter zum rascheln bringt.“
Er hielt inne, schloss die Augen und sog die Luft tief ein. Als dächte er laut, knüpfte er mit seinem wieder aufgenommenen Schritt an seine letzten Worte an.
„Wie vermag man ein festes Netz zu lösen und die einzelnen Fäden neu verspinnen?“
Er klang nachdenklich, sah ernst in die Zukunft der nächsten Schritte.
Sie näherten sich dem, was Gaelan vorausgedeutet hatte. Vor ihnen fiel die erde steil ab und floss tiefer etwas sanfter in ein weitläufiges Tal. Ein schmaler Pfad, den sie nur hintereinander gehend zurücklegen konnten markierte den einzigen offensichtlichen Weg, dem sie folgen mussten.
Bevor Galean jedoch weiter ging, drehte er sich zu Liaden.
Das grün seiner Augen funkelte in der Sonne, als sehe man an einem schönen Tag durch das Blätterdach einer Birke in den klaren Himmel.
„Habe ich dich verlassen, Liaden?“, fragte er frei heraus und dabei war sein Unterton viel zu warm, um wahr sein zu können.
Er senkte entschuldigend den Kopf, verbeugte sich leicht. Die Erhabenheit, die ihn jedoch ständig zu umgeben schien, verlieh selbst seiner Demut Würde.
„Wenn dem so ist… verzeih mir diese Schwäche.“
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Beitrag 22.05.2007, 17:51
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Liaden
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tbc von: Druidenhain/Vor den Höhlengängen
3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Liaden bemerkte wie Gaelan schweigend an ihr vorbei ritt und auch nach einigen Minuten nicht auf ihre Frage antwortete.
Ob er es nicht konnte, durfte oder einfach nicht wollte, dass wusste sie nicht.
Aber sie spürte einen tiefen Schmerz und das Gefühl von Trauer darüber, dass er ihr eine Antwort verweigerte.
Es tat weh wenn sie ihn ansah und bemerkte, dass er, obgleich sie ihn so lange nicht mehr gesehen hatte, sich nicht viel verändert hatte, wenn sie ihn so von der Seite betrachtete.
Es umgab ihn noch immer diese weise und anmutige Aura und dennoch dieses sanfte Lächeln, dass zwar würdevoll und dennoch warm leuchtete.
Sie erkannte jede seiner Regung, wenn er sich auf dem Sattel leicht bewegte und sie spürte, dass so viele verdrängte Erinnerungen an schöne Tage, die sie verbracht hatten, in ihr wach wurden.
Sie sollten es nicht und so wandte sie den Kopf ab, konzentrierte sich auf den Wald, welchen sie durchquerten.
Es war beinahe Mittag, die Sonne stand hoch am Himmel und für den 2. Mai war es wirklich erstaunlich warm.
Die Vögel zwitscherten und begrüßten das Licht ebenso mit Freude wie den nahenden Sommer.
Der ganze Wald schien lebendig, wenn sie sich auf ihn konzentrierte und sie lächelte soeben über ein Eichhörnchen, das von einem Ast zu einem anderen sprang, als Gaelan zu sprechen begann.
Während er erklärte, das sie einen Teil des Weges zu Fuß zurücklegen mussten, zeigte sein Arm in Südosten und er steig bereits aus dem Sattel.
Liaden sah noch in die Ferne und versuchte in der Aussicht, sowohl das Ziel ihrer Reise, als auch den Grund zu sehen, aber das funktionierte nicht.
Alles was sie sah war Wald und Himmel.
Sich das Haar aus dem Gesicht streichend und den Zopf, den sie geflochten hatte, nach hinten werfend, stieg auch sie von ihrer Stute.
Das Tier schnaubte und rieb ihren Kopf an ihrer Schulter, als sie Gaelan fragend beobachtete.
Zu dem Tier sehend, mahnte sie dieses mit entrüstetem Blick.
Sie wollte sich nicht mit ihm anfreunden.
Dennoch konnte sie den treuen braunen Augen nicht lange böse sein.
Also seufzte sie, strich dem Tier durch die Mähne, während sie ihren Mantel auszog und zusammengerollt an ihre Satteltasche knotete.
Es war zu warm für die Enge eines solchen Gewands und in dem einfachen grauen Kleid mit den langen Ärmeln fühlte sie sich immer noch ausreichend bekleidet.
Gaelan hatte erklärt, dass es gefährlich würde und Liaden hatte ebenso wie er versucht in dem Wald etwas zu erkennen.
Aber er schien nichts Erschreckendes an sich zu haben.
Sie fühlte sich auch nicht unwohl und Wälder machten ihr ohnehin keine Angst.
Sie fühlte sich in der Kühle, die die Schatten der Bäume, spendete, wohler als hier in der ungeschützten Ebene, die sie durchritten hatten, nachdem sie die Höhlen verlassen hatten.
Als Gaelan plötzlich sie ansah und sagte, er sei dem Ruf gefolgt…es sei seine Bestimmung, da blieb ihr erstaunt der Mund offen stehen.
Sie hatte nicht jetzt mit diesem Richtungswechsel ihres Gesprächs gerechnet und als er seinen Weg fortsetzte war Liaden zu der Überzeugung gekommen, dass er das beabsichtigt hatte.
Immerhin war sie zu erstaunt um darauf einzugehen.
Um ihm zu widersprechen.
Wahrscheinlich hatte er geahnt, dass sie es würde tun und war dem so entgangen.
Sie trat hinter ihm in den Wald ein und versuchte nicht darüber nachzudenken.
Als sie zu ihm aufgeschlossen und neben ihm herging, die Stute dabei locker an ihrem Zaumzeug gehalten, sah er sie plötzlich an und sie konnte sein Lächeln sehen, dass sie sanft musterte.
Sie mochte nicht, wenn er sie so anlächelte.
So wie er es früher getan hatte.
Er hatte es nicht gewusst, nicht bemerkt, aber das war etwas anderes als jetzt. Jetzt bemerkte er es nicht, weil er nicht wusste, dass sein Lächeln sie berührte und Herzklopfen in ihr auslöste, sondern weil er vergessen hatte, das es mal so gewesen war .
Dennoch konnte sie weder seinem Lächeln ausweichen, noch Gesagtem.
Er klang abwesend als er feststellte, dass die Fäden verwoben waren…das ihr Weg ihnen beiden vorbestimmt war.
Es klang als sehe er…als wisse er Dinge, die er ihr verschwieg.
Vielleicht glaubte er sie nur zu ahnen.
Sie hätte gerne gewusst, ob es befürchtungen waren, die ihm das Lächeln genommen hatten.
Früher hätte sie das getan.
Früher hätte sie es gekonnt.
Heute konnte sie nur versuchen wegzusehen und das Gefühl in sich nicht zu vergessen.
Das Gefühl, wie weh es tat, dass zu wissen und das sie es ändern würde wollen.
Egal wie, sie würde einen Weg finden.
Einen Weg das Netz zu lösen und die Fäden neu zu weben, auch wenn er das bezweifelte mit seiner Frage.
Dein Weg, Liaden…dein Weg…
Ja, ihr Weg.
Sie hatte keine Ahnung wie sie es schaffen sollte das Muster zu durchbrechen, dass sie fest um Gealan und sie gewebt hatten, aber es würde eine Möglichkeit geben.
Sie konnte nicht weben, aber Liaden hatte mal einer Weberin im Dorf zugesehen dabei wie sie einen Wandteppich gestaltet hatte.
Sie hatte erklärt, dass man zwar äußerst vorsichtig sein musste und viel Geduld brauchte, aber wenn der Moment kam, da man den Faden wickelte, musste man fest zupacken und durfte nicht zögern.
Wenn man zögerte wurde der Faden zu locker und der ganze Teppich drohte an der Stelle später aufzureißen.
Sie würde nicht zögern!
Das wusste sie.

„Habe ich dich verlassen, Liaden?“

Gaelans Worte rissen sie aus ihren Gedanken.
Sie sah ihm fest in die Augen und merkte, dass ihr Herz laut schlug.
Seine Stimme war so…sanft gewesen und sie…
…sollte ihm die Schwäche verzeihen, wenn dem so war.
Hatte er sie denn verlassen?
Vielleicht nicht wie er es zu meinen schien.
Sie schluckte schwer.
Es fiel schwer den Kopf zu schütteln und sie sah ihn nicht an.
„Nein, das hast du nicht Gaelan.“
Ihre Lippen waren ein fester Strich, so sehr presste sie diese aufeinander, damit sie nicht zitterten.
Sie schwieg einen Moment, bevor sie weiter sprechen konnte.
„Du hast mich nicht verlassen, aber du hast dich gegen mich und für sie entschieden.“
Sie sah hoch und konnte nur schwer seine Augen erkennen.
Ob es die Sonne war, die sie blendete oder die Tränen ihr die Sicht nahmen, spielte keine besondere Rolle.
„Und dann hast du mich allein zurückgelassen und vergessen.“
Sie sah ihn für Momente fest an, dann ging sie an ihm vorbei.
Als sie auf gleicher Höhe war, blieb sie stehen.
Sie war ihm so nah, dass sich ihre Arme berührten.
Sie erzitterte und hatte Mühe ihre Stimme zu kontrollieren.
„Und du bist nie wieder zurück gekommen, obwohl ich gewartet habe.“
Sie sog heftig die Luft ein und trat dann endlich an ihm vorbei und begann mit dem Abstieg.
Sie war unkonzentriert, oder noch immer aufgewühlt, so dass sie die Wurzel nicht bemerkte, welche sich ihr in den Weg stellte.
Ihre Stiefelsohle blieb darin hängen und nach dem Gleichgewicht rudernd, verlor sie eben dieses und purzelte, rollend den Abhang hinunter.
Das alles passierte so schnell, dass sie nicht mal dazu kam erschrocken aufzuschreien.
Ihr Fall wurde abrupt gestoppt, als sie mit der Hüfte unsanft und Hart gegen einen Stein kullerte.
Kurz aufstöhnend blieb sie einen Augenblick liegen, atmete unkontrolliert heftig ein und aus.
Erst als sie das Drehen in ihrem Kopf nachgelassen hatte, öffnete Liaden die Augen.
Genau vor ihr sah sie in der Erde steckend ein Stück Holz.
Es war an einer Lederschnur gebunden und Liaden griff mit der Hand nach der Kette.
Sie lag da…so direkt vor ihren Augen…
Als sie den Talisman in der Hand drehte, der die Form eines Herzens hatte, wusste sie, dass er dort auf sie gewartet hatte.
Von wem kommst du bloß?
Das er nicht von Ihnen war, dass hatte sie gewusst, als sie ihn genommen hatte, dass es kein Zufall war, dass spürte sie ebenso.
Aber sie wusste nicht wer hier seine Finger ebenso nach den Fäden ausstrecken wollte und sie wusste vor allem nicht, ob sie es würde wollen.
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Beitrag 22.05.2007, 17:51
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Gaelan
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden


“Liaden!“
Er spürte, der Ausruf in seinen Gedanken war auch über den weichen Schwung seiner Lippen gekommen. Jedoch hörte er in diesen Sekunden weder seine Stimme, noch die Natur.
Er hörte nur den Funken des Entsetzens in ihrem Gesicht, der einen Moment in eben diesem gestanden hatte. Er hallte in ihm wieder.
Gaelan ließ die Zügel seines Pferdes achtlos fallen und raffte die weißen Gewänder die er trug.
Ohne seinem Geist ausreichend Zeit zuzugestehen, über sein Handeln nachdenken zu können, stellte er sich dem Abstieg.
Der Hang, den sie heruntergerutscht und gerollt war, war steil. Gaelan bewältigte ihn in bemessen langer Zeit.
Druiden trugen entweder keine Schuhe, oder wie in Gaelans Fall nur sehr dünnes Leder, das mehr dem darstellen eines Standes, als wirklich der Bekleidung des Fußes galt.
Er spürte das Brennen, als spitzes Geröll zwischen den ausgewaschenen Wurzeln kleiner Kiefern ihm die Sohlen zerschnitten, aber er rutschte weiter den Hang herunter.
Er schürfte sich die Hände bei dem Versuch auf, Halt an Ästen oder Gras zu finden, um ihr nicht auf gleichem Weg zu folgen.
Aber alles, dem seine grünen Augen momentan gewahr wurden, war ihre Gestalt, deren Fall ein Fels abgefangen hatte. Bei ihr angekommen, schenkte er wenig anderem Beachtung, außer dem Feststellen, sie sei bei Bewusstsein. Er suchte nach ihrer Aufmerksamkeit.
„Liaden…“, betonte er mit weichem Nachdruck. Er fasste ihre Schultern, konnte seine geweiteten Augen nicht von ihr nehmen.
„Liaden, bist du verletzt?“
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Beitrag 22.05.2007, 17:52
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Liaden
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

“Liaden!“

Sein Ausruf vibrierte in ihren Ohren, hallte in ihrem Kopf wieder und wieder.
Etwas hatte in dem Wort gelegen, in der Art wie er ihren Namen gerufen hatte.
Das spürte Liaden deutlich auch wenn sie nicht sagen konnte, was es gewesen war.
Noch bevor Gaelan sie erreichte, hatte sie den Anhänger in die Tasche gleiten lassen, die sie umgebunden trug.
Warum wusste sie nicht, aber sie spürte deutlich, dass es besser so war.
Der Anhänger war für sie bestimmt und nicht für den Druiden, der sich vor sie kniete und ihre Schultern umfasste.
Es waren nicht seine Hände, es war seine Stimme, die sie zwang den Blick zu heben und ihn anzusehen.
Die Frage danach ob sie verletzt war stand in seinen Augen, die beinahe entsetzt auf ihr lagen.
Sie meinte darin noch etwas anders als Angst zu sehen.
Etwas, dass in dieser sanften Mischung aus hellem, intensiven blau und warmen grün, der Mischung türkis, verborgen ruhte.
Etwas, das sie so gerne finden, aber nachdem sie nicht einfach greifen konnte.
Liaden zwang sich Luft zu holen, dabei fiel es schwer zu atmen und das lag nicht an ihrem Sturz.
Sie wollte den Blick abwenden, richtete ihn auf ihren Fuß, als sie bemerkte, dass etwas sie daran hinderte sich aufzurichten.
Die Stiefel, die sie trug waren aus weichem Leder, jedoch robuster, als die der meisten Bewohner des Druidendorfes.
Jedoch bestand der Schuh nicht aus festem Material. Liaden brauchte es nicht, sie war gewohnt die Wälder barfuss zu durchstreifen.
Jedes Kind lernte das im Laufe seiner Ausbildung zum Priester oder zur Priesterin. Man musste die Kraft der Erde nicht nur mit Geist, sondern auch mit dem Körper spüren um seine Seele der Natur zu öffnen.
Eine wichtige und eine tiefgründige Lektion, die viele Tage mit blutigen Sohlen und Schmerzen verbunden ist.
Sie konnte sich daran erinnern.
Aber auch daran, dass sie diese Lektion gegenüber vielen anderen sehr viel schneller lernte.
Es hatte ihr nie sonderlich viele Probleme bereitet barfuss zu laufen und daher hatte sie festes Schuhwerk lange ganz abgelehnt, später nur widerwillig angenommen.
Das sie die Stiefel jetzt trug lag an der Reise, die sie und Gaelan unternahmen. Liaden kannte das Ziel nicht, aber sie hatte das Gefühl verspürt, dass Schuhe sie begleiten sollten.
Sie hatten sich bei diesem Fall vielleicht als wenig nützlich erwiesen.
Ohne die Stiefel wäre sie vermutlich nicht an der Wurzel hängen geblieben. Barfuss ging man weit vorsichtiger.
Aber vielleicht würde sie das auch nur gerne annehmen, denn im Grunde waren nicht die Stiefel, sondern ihre Unvorsichtigkeit schuld an dem Sturz. Sie war aufgewühlt von ihren Gefühlen und dem was sie Gaelan gesagt hatte und das war Auslöser für ihren Fall gewesen.
Ihr rechter Fuß, den welchen sie nicht bewegen konnte, sah mitgenommen aus.
Die Sohlen des weichen Leder waren aufgerissen und offenbarten blutende Risswunden an dem zierlich blassen Fuß.
Außerdem hatte sich eine Schlingpflanze willkommen heißend um das nackt dargebotene Fußgelenk geschlungen und Liaden bemerkte erst jetzt das die empfindliche Haut darunter brannte wie heißes Feuer.
Ihr Gesicht verzog sich kurz unter der beginnenden Wahrnehmung des Schmerzes, der durch den Schock des Sturzes vorher scheinbar ausgeblieben war.
Doch sie schüttelte den Kopf.
„Es geht schon. Mir ist nichts weiter passiert.“
Ihren Oberkörper aufrichtend griffen die zarten Hände entschlossen nach den Schlingpflanzen und versuchten diese zu lösen.
Es waren Mieren. Eine Schlingpflanze, die wie Unkraut, nahe feuchten Stellen wucherte und sich auszeichnete durch ihre brennenden kleinen Stacheln, die sich beinahe unsichtbar in die Haut des Opfers bohrten.
Liaden kannte diese Pflanze weil sie in der Nähe ihrer Hütte, am Flussufer wuchsen und weil sie schon einmal damit in Berührung gekommen war.
Jedoch nicht an ihrem Haus.
Es war ein paar Jahre her. Sie war damals elf gewesen, nicht älter als zwölf.
Sie und Gaelan waren am Fluss gewesen und während er sich vorgenommen hatte dort still die alten Lehren zu rezitieren, als meditative Übung, die man ihm aufgegeben hatte, machte sie sich einen Spaß daraus den See zu beobachten, wie er in der Mittagssonne funkelte und glitzerte.
Als es zu langweilig geworden war, hatte sie singend damit begonnen Steine zu sammeln und als sie einen besonders Schönen entdeckt hatte, nach dem ihre Hand griff, verfing sich diese in den dort wachsenden Mieren, so wie jetzt ihr Fuß.
Heute erschien ihr der Schmerz größer, als damals wo sie zunächst darüber gelacht hatte und dann beschämt und bereuend den Kopf senkte, weil Gaelan sie ausschimpfte und sie ertragen musste, dass er ihre Hand säuberte und massierte, damit der Schmerz sich verflüchtigte.
Vielleicht hatte sie sich das Gelenk verdreht, Liaden konnte das nicht genau erkennen.
Bei dem Versuch mehr zu sehen, strich sie unvorsichtig über den Stängel der Pflanze und zog, die Luft schmerzlich gepresst einatmend, die Hand sofort zurück.
Dort wo die Stacheln ihre weiße Haut berührt hatten, bildeten sich rote Flecken.
Frustriert schüttelte sie den Kopf.
So konnte sie nicht aufstehen und sie wollte sich nicht helfen lassen.
Nicht diesmal, weil sie nicht wusste was mit ihr los war, wenn Gaelan sie so besorgt ansah und sie merkte, dass dort etwas in seinen Augen stand, was sie lange vermisst, was sie nicht geglaubt hatte dort jemals wieder zu finden.
Als sich ihr Blick hob, bemerkte sie, dass der Druide aufgestanden war, und sich ihrem Fuß näherte, sie wollte nach seiner Hand greifen, um ihn aufzuhalten.
„Gaelan“, aber so wie ihr die Stimme versagte weiter zu sprechen, hielt auch ihre Hand auf halber Strecke inne und sie ließ sie zurück in ihren Schoss sinken.
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Beitrag 22.05.2007, 17:53
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Sein Griff nach dem Dolch an seinem Gürtel war schnell und geübt. Mit der anderen Hand fuhr Gaelan über die Pflanzen, die sich um Liadens Fuß gelegt hatten. Er berührte dabei die rote Haut. Dies glich jedoch mehr dem Hauch des Sommerwindes.
Kaum spürbar und schnell.
Ebenso durchtrennte er die Schlingen, mit wenigen Schnitten. Er befreite Liadens Knöcheln von dem schmerzlichen Kraut ohne bei der Berührung mit den Mierenstengeln seine weichen Züge zu verziehen.
Gaelan, sowie es auch andere ausgebildete Druiden ihr Eigen nannten, besaß ein sehr hohes Maß an Selbstkontrolle. Einer wie er, vermochte selbst große Schmerzen zu ertragen, solange er der Beherrschung seines Körpers mächtig war.
Er steckte seinen Dolch, die einzige Waffe, die er besaß wieder zurück und löste die Hand von dem geschnitzten Griff aus Ziegenhorn.
Behutsam nahm er ihren Fuß, drehte ihn leicht, um sich die vermutete Stauchung genauer anzusehen. Schließlich nickte er auf seine sanfte, aber gewisse Art.
„Deine Haut muss verbunden werden.“ Er sah zu ihr, ohne seinen Kopf dafür zu drehen.
„Wir werden rasten und ich werde es mir ansehen.“ Gaelans Äußerung war voller Gewissheit, jedoch fehlte seiner Stimme der anweisende Ton.
Wieder legten seine Augen sich auf sie, diesmal aber, drehte er seinen Oberkörper ganz zu ihr. „…Wenn du es wünschst.“
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Beitrag 22.05.2007, 17:53
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Seine Berührung war so sanft wie der Sommerwind lau im Tal der Druiden wehte, wenn es richtig warm geworden war und das Sommerfest weit hinter ihnen lag.
Vor allen in den Mittagstunden, wenn sie am höchsten Punkt stand und alles in gleißend goldenes Licht tauchte.
Dann war der Wind nicht mehr als ein warmer Hauch.
Seine Hände hinterließen auch einen solchen Hauch.
Einen, der ihr Herz schneller schlagen und gleichzeitig aussetzen, ließ.
Es lag ein Rauschen in ihren Ohren und doch besaß sie nicht genug Kraft sich genügend zu konzentrieren, um die Worte darin zu verstehen.
Sie fühlte sich verwirrt und der Schmerz nahm ihr die Kraft klar zu denken.
Denn so sehr tief im Knöcheln pochte und auf der Haut brannte, so kam er nicht gegen den dumpfen Schmerz in ihrem Herzen an, von dem sich Liaden nicht sicher war, woher er gekommen war, oder was ihn wirklich ausgelöst hatte.
Seine Stimme?
Seine Augen?
Das was er sagte oder…
Das was er trotzdem nicht sagte.
Das was es trotz allem nicht bedeutete.
Sie sah auf, als er ihren Fuß in seinen Händen, vorsichtig und gewohnt behutsam wendete.
Sie verzog dennoch das Gesicht, weil es schmerzte, wenn er ihn bewegte.
Sie musste sich den Knöchel verstaucht haben…das Gelenk geprellt und die Reizungen auf der Haut und die brennenden Abschürfungen taten ihr übriges.
Sicher waren sie zudem verunreinigt, sie musste sie säubern, damit sie sich nicht entzündeten und der Fuß wund wurde.
Liaden hatte einmal eine Frau behandelt, deren Fuß sich entzündet hatte, wegen Dreck, der nicht entfernt worden war.
Sie war elendig am Fieber gestorben, so sehr Liaden sich um sie bemüht hatte.
Die Frau war zwar alt und schwach, sowieso recht kränklich gewesen, aber der Tod kam schnell, wenn man nicht aufpasste.
Er kam ohne Warnung und schon so ein harmloser Sturz konnte mehr als eine Warnung sein.
Sie nickte zustimmend, als Gaelan erklärte, dass die Haut verbunden werden musste.
Sie wusste, dass er Recht hatte. Natürlich…
Sie spürte, dass seine Augen auf ihr lagen, ohne dass sie bemerkt hätte, wie er seinen Kopf gewendet hatte.
Sie wollte nicht, aber sie konnte nichts dagegen machen. Das Gefühl war stärker, also sah auch sie auf und blickte in seine Augen.
Seine Stimme blieb ruhig und dennoch war sie anders, als er erklärte, sie würden rasten und er würde sich ihren Fuß ansehen.
Es fehlte etwas an der Art, wie er mit ihr sprach, dass vorher dort gewesen war.
Seitdem er bei ihr aufgekreuzt war.
Diese…
Die Anweisung!
Es fehlte der Ton in seiner Stimme, der eine einfache Aussage, eine Feststellung, sogar eine Bitte zu einer klaren Vorschrift machte, die befolgt werden musste, egal ob man selbst wollte oder nicht.
Sie fehlte vollkommen und es…überraschte Liaden so sehr, dass sie nicht wusste, was sie auf seine Frage entgegnen sollte.
Wollte sie das?
Das er sich den Fuß ansah?
Er durfte sie nicht so berühren.
Er durfte es nicht, weil er nicht wusste, was das bedeutete.
Er wusste nicht was er auslöste und wie sehr sie sich sehnte danach, dass er es tat.
Wie sehr sie sich all die Jahre nach ihm und seine Nähe gesehnt hatte.
Er durfte das nicht wissen, weil…weil es nichts ändern würde.
Was gewesen…was passiert war konnte sie nicht mehr ändern.
Sie würde das Jetzt beeinflussen können, wenn sie vorsichtig, wenn sie klug und standhaft war.
Wenn sie nicht aufgab und sich nicht von Ihnen beeindrucken ließ.
Dann schon.
Aber…ob dies so ein Moment war…
So eine…Chance…
Sie wusste es nicht und sie hatte so vieles zu verlieren.
Sie wusste um den Schmerz einer Zurückweisung.
„Das wäre sehr nett, danke.“
Sie formulierte die Worte bedächtig und äußerst vorsichtig.
Sie ahnte, dass sie eher ernst denn bittend klangen, aber sie lächelte leicht, um ihnen jede Schärfe zu nehmen.
Sie wollte ihn nicht verletzen.
So vieles hatte sie beide schon einander angetan.
Es war genug!
Irgendwann war es genug.
„Gaelan?“
Ihre Stimme zitterte, als sie ihn direkt ansprach und sie senkte den Blick, legte die Hände ineinander.
„Ich kann nicht aufstehen.“
Sie sah wieder zu ihm. Sie war verlegen und sie wusste, dass sie sich in gewisser Weise ärgerte, dass ihre Worte so sehr stimmten.
„Ich schaffe es nicht alleine.“
Sie würde ihn nicht bitten, aber sie hoffte er verstand es auch so.
Als er zu ihr trat, erkannte sie mit einem kurzen Blick in seine Augen, dass er es wohl hatte.
Auch wenn er nichts sagte, hob er sie mit einer Leichtigkeit auf, von der Liaden nicht glauben konnte, dass es an ihr lag.
Sicher war er kräftiger als man es von außen her vermuten würde.
Sie war kaum so leicht, wie es für ihn schien sie auf dem Arm tragend, weiter den Abhang hinunter zu balancieren.
Dort wo der Stein sie aufgefangen hatte, gab es einen Weg, der scheinbar durch ausreichende Besucher, gefestigt worden war.
Die Erde war fest und hielt sicher, so dass es nicht lange dauerte, bis er auf dem Waldboden zu Fuße des Hügels ankam.
Liaden hatte ihre Wange an seiner Brust und sie konnte durch die Gewänder hindurch seinen Herzschlag spüren.
Sie konnte die Wärme fühlen, die von seinem Körper ausging und ihr Herz klopfte wieder so laut, dass sie das Vogelgezwitscher nicht hörte, dass immer lauter wurde, je näher sie dem Wald gekommen waren.
Sie wollte den Moment nicht loslassen.
Den Moment der sie beide einander so nah gebracht hatte.
Es gab so viel zu verlieren, aber das war so unbedeutend geworden.
„Gaelan“, ihre Stimme war ein Flüstern, aber sie wusste, dass er sie hörte. Er hatte sie immer gehört, egal wie leise sie zu ihm sprach.
„ich habe dich vermisst.“
Sie sah zu ihm hoch, als er stehen geblieben war.
„All die Jahre habe ich mich nach dir gesehnt.“
Sie lächelte und es wirkte trotz der Traurigkeit, die darin mitschwang, glücklich.
Vielleicht war sie es gerade eben auch.
„Halt mich einfach noch einen Moment so fest und lass mich in deiner Nähe sein? Denkst du das geht? Bevor…bevor du wieder an all deine Aufgaben und die Reise denkst. Glaubst du das wäre möglich? Nur für diesen Tag,…bitte?“
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Beitrag 22.05.2007, 17:54
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

„Es wäre nicht richtig.“ Seine Stimme war belegt, wenn auch noch immer fest. Ob dies von der Anstrengung herrührte, vermochte sie nicht zu sagen.
Er lockerte seinen Griff, ließ sie auf dem Grasbett, das geschützt hinter einem Fels wuchs herunter. Aber anstatt ihr dabei zu helfen, sich zu setzen, löste er seine Umarmung nicht auf.
Er zeigte nicht, ob er dachte, er habe sie ebenso vermisst.
Auf seinen weichen Zügen stand nichts, dass Liaden hätte einschätzen können.
Das kräftige Grün seiner Augen kam dem ihren näher. Er berührte ihre Lippen intensiv lang anhaltend. Dann entfernte er sich wieder von ihnen, aber nicht ohne selbst ein einfühlsames Lächeln zu tragen.
Für einen Moment schien alles von ihm abgefallen, im nächsten stahl sich Bedauern in seine Augen, denen auch die Erhabenheit folgte, die Gaelan zu umgeben schien.
„Einen Moment…“, hauchte er traurig, als wären seine Worte nur das Flüstern des aufgefrischten Windes.
Er entschuldigte sich still dafür, half ihr dabei, sich zu setzen.
Vor ihr hockend, ließ er ihre Hand los, die er bis zuvor gehalten hatte.
„Ich werde die Pferde holen. Danach umsorge ich deine Wunde.“
Die schlanke Gestalt des Druiden erhob sich fließend. Er nickte ihr verabschiedend zu, bevor er den schmalen Weg wieder bergauf ging. Seine Stute und Paliun waren ihm entgegen gekommen und er führte sie an den Zügeln zu der Stelle, an der sie rasten würden.
Wortlos entnahm er einer der Satteltaschen etwas Verbandsmaterial und eine Salbe, die er auf die Entzündung auftragen würde. Die Wasserflasche reichte er fragend zuerst Liaden, nachdem er sich zu ihr gesetzt hatte.
„Möchtest du einen Schluck Wasser?“ Er sah besorgt zu ihr. Seine Augen sahen bergauf.
„Ich sollte vorsichtiger in der Wahl des Weges sein.“, gab er bedächtig zu.
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Beitrag 22.05.2007, 17:54
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Es wäre nicht richtig, hatte er gesagt…
Nicht richtig…
Und doch fand Liaden nichts davon in seinen Augen, die sie ansahen, als er sie auf dem weichen Gras abgestellt hatte und noch immer im Arm hielt, da sie nicht hätte alleine vermocht zu stehen und den Fuß zu belasten, den sie sich verletzt hatte.
Sie sah in dem schimmernden Grün, dass beinahe blaugrün wirkte im Lichtspiel der Blätter über ihnen, Nichts, dass sie hätte einschätzen können.
Unerwartet bemerkte sie seine Augen näher kommen, die Absicht dahinter traf sie jedoch gänzlich überraschend.
Seine Lippen auf den ihren in einem Kuss, nicht flüchtig, sondern so innig gewollt, dass es ihr die Luft zum Atmen nahm, darauf war Liaden nicht vorbereitet gewesen, als sie um diesen Tag gebeten hatte.
Dennoch lag darin alles was sie sich wünschte, was in ihrem Herzen auf ebensolch innige Erwiderung stieß, wie ihre Lippen den Kuss erwiderten.
Der Moment, da alles um sie herum zu flüstern, vor Lebendigkeit zu beben schien, war so intensiv, dass es beinahe körperlich schmerzte, als er sich von ihr löste.
Die Frage, nach der Bedeutung dieses Kusses, wäre Liaden vielleicht über die Lippen gekommen, aber nicht jetzt.
Jetzt erahnte sie seine Worte, bevor er sie sprach und nachdem er sie ins Gras gesetzt hatte, sah Liaden ihm nach, wie er die Pferde zu holen begann.
Einen Moment, hatte er gesagt.
Würde es bedeuten, dass das nicht noch einmal vorkommen sollte? Oder durfte?
Würde es bedeuten, es durfte nicht, aber…das was da war…es war da?
Natürlich war es da!
Liaden hatte es gespürt, sie hatte die Ehrlichkeit seines Kusses gespürt, wie sie in ihm etwas gespürt hatte, dass sie aus ihrem Herzen kannte.
Ihr Herz welches die Antwort auf eine Frage gegeben hatte, die nie gestellt worden war.
Was immer er vergessen hatte, was immer es war, dass er nicht durfte und wer es ihm verbieten sollte…
Er liebte sie.
Dessen war sie sich nie so sicher, wie jetzt, da Liaden beobachtete, wie er vorsichtig mit den Tieren hinter sich, den Abstieg begann.
Sie drehte unbewusst an dem Herzamulett, welches sie gefunden hatte, ohne es dabei aus der Tasche zu ziehen, in die sie den Anhänger gesteckt hatte.
Ob er seine Kette noch hatte?
Irgendwo?
Vielleicht wusste er nicht mehr von wem sie war, warum er sie bekommen hatte und was sie bedeutete, aber…vielleicht hatte er eine Ahnung, ein Gefühl in sich, das es ihm irgendwann wieder verriet.
Es war möglich…
Es würde möglich sein!
Liaden glaubte fest daran. Das Muster konnte geändert werden. Sie konnte es und sie hatte bereits begonnen.
Als Gaelan wieder vor ihr kniete, nahm sie die Flasche aus seiner Hand, mit dankbarem Lächeln, entgegen.
„Ich danke dir.“
Sie trank langsam und bedächtig.
Sie war nicht wirklich durstig, aber sie verspürte den Wunsch nach kühlem Nass dennoch.
Als sie ihm die Flasche wieder zurück reichte, schüttelte Liaden bestimmt den Kopf.
„Es war nicht dein Fehler Gaelan. Dich trifft keine Schuld, an diesem Unfall.“
Sie lächelte.
„Du hast es vielleicht vergessen, aber ich war schon immer diejenige von uns beiden, die unvorsichtig war. Ich habe schon seit ich denken kann Unheil angezogen. Du musstest mir schon oft helfen, wenn ich mich in missliche Lagen gebracht habe und, “ sie lachte leise und ehrlich. „wie oft hast du mich ausgeschimpft, weil ich nicht auf dich gehört habe.“
Liaden ließ das Lächeln verklingen, dass gut tat, ob dieser Erinnerungen und sah wieder zu Gaelan.
„Ich habe nicht richtig aufgepasst. Ich hätte genauer hinsehen müssen, dann hätte ich die Wurzel sicher gesehen.“
Sie sah entschuldigend zu ihm. „Es tut mir leid. Ich muss mich entschuldigen, jetzt halte ich unsere Reise auf.“
Sie lächelte leicht. „Jetzt mache ich uns schon wieder Ärger, du siehst also…auch wenn du dich nicht mehr erinnern kannst…es hat sich nichts geändert.“
Sie streckte die Hand aus und strich über seine Wange, lächelte dabei glücklich, bevor sie, seinen Kopf sanft festhaltend, damit er nicht würde verhindern können, was sie vor hatte, ihn erneut küsste.
Nicht in der Intensität, die Gaelans Kuss inne gewesen war, sondern in einer natürlichen Selbstverständlichkeit, die ihre Antwort auf seine verzehrenden Worte sein sollte, die behauptet hatten, dies sei der Moment gewesen und nun vorbei.
Es war nicht vorbei, dass würde sie nicht zulassen.
Sie würde ihn nicht noch einmal gehen lassen, nicht noch einmal…
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Beitrag 24.05.2007, 13:43
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Er erwiderte ihren Kuss ohne sich dagegen wehren zu können. Für einen Moment, dann schob er seine über ihre Hände, dien seine Wangen festhielten. er nahm ihre schmalen Finger sanft von seiner Haut und bettete sie in seinen Händen.
Der schmale Zug seiner Lippen lächelte entschuldigend, jedoch nicht ablehnend. Er hatte es nicht abgelehnt, dass sei ihn küsste.
Gaelans Augen wichen ihren aus. Er beschloss, das Verbandszeug zu holen, erhob sich dafür leise.
Wiederkehrend, nachdem er in Brangwens Satteltasche Verbandszeug, eine Salbe und Tücher mitgebracht hatte, setzte er sich neben Liaden ins Gras. so, das er ihr Bein erreichen konnte. Er schob ihr Kleid weiter nach oben, strich unbewusst einfühlsam über die Haut oberhalb der Verbrennung durch die Miere. Sein Blick haftete viel zu lang auf ihrem Knöcheln und stieß letztendlich auf seine Hand, die Galeans Augen weglenkte. Er sah zu ihr auf und seine grünen Augen trafen beabsichtigt auf ihre.
„Bitte…“, floss es weich über seine Lippen. Seine Stimme schien keinerlei Ecken und Kanten zu besitzen, während er weiter sprach. Sie war so weich, wie der Wind und so freundlich wie die Frühlingssonne. „Bitte, Liaden. Erzähl mir davon.“
Ruhig lächelte er zu ihr, widmete sich dann der Vorbereitung der Verbände. „Erzähl mir von damals.“
Er tastete sich bis zu dem entzündeten Fleisch vor, warf ihr einen Seitenblick zu, der weniger erwartend oder fordernd war.
Gaelan nahm an, sie würde ihm davon erzählen.
Von früher. Von der Zeit, von der sie sprach und die ihm kein Begriff war. aber vielleicht würde sie es werden, durch ihre Augen, die seine sein würden.
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Beitrag 10.07.2007, 19:52
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Liaden spürte das warme Gefühl, dass ihren Körper erfüllte, als sie Gaelans Erwiderung zu fühlen vermochte.
Liaden war sich nicht sicher gewesen, wie er auf ihren Kuss reagieren würde.
Aber sie hatte ihn nicht geküsst, um das herauszufinden, sondern weil sie in dem Augenblick gespürt hatte, sie musste es…sie wollte es tun.
Das Gaelan ihren Kuss erwiderte, wog nun wie ein warmer Sonnenstrahl an einem eigentlich finsteren Morgen.
Sie lächelte deshalb trotzdem sanft, als er den Kuss beendete, indem er ihre Finger von seinen Wangen löste und ihre Lippen trennte.
Dabei wirkte ihr Lächeln offener als jenes von Gaelan, in welchem sie die Spur einer Entschuldigung, erkennen konnte.
Sie lächelte auch darüber.
Nicht aus Triumph oder Genugtuung, sondern weil sie ihn lächeln sah. Selten genug war das auf ihrer bisherigen Reise der Fall gewesen und immer wieder wenn sie seinem Lächeln begegnete, bekam Liaden wenigstens einen Hauch davon zu fassen, was sie so lange vermisst und entbehren hatte müssen.
Das grün ihrer warmen Augen folgte Gaelan, der zu den Pferden trat und scheinbar alles für das Verbinden ihres Knöchels zusammen suchte.
Früher hätte er es sich nicht nehmen lassen, sie zu belehren. Darüber wie unvorsichtig sie gewesen war.
Dabei war es immer mehr Sorge als Wut gewesen, die seine Stimme geleitet hatte.
Liaden erinnerte sich gut daran.
Mehr als er.
Sie hätte gerne über all das, was er verloren hatte, geseufzt, aber sie kam nicht mehr dazu, diesem inneren Gefühl nachzugeben, denn Gaelan bat sie einfühlsam und doch sehr ehrlich, etwas zu erzählen.
Etwas von damals.
Von den Zeiten, die sie geteilt und deren Erinnerung er verloren hatte.
Sie sah zu dem Druiden, mit dem sie seit so vielen Jahren…ihr ganzes Leben, verbunden war und versuchte abzuschätzen, inwiefern er es wirklich hören wollte.
Liaden wusste um die Angewohnheit, eines Heilers, den Patienten abzulenken.
Es nahm den Menschen, die Möglichkeit an den Schmerz zu denken, wenn sie die Aufgabe erhielten ihren Geist mit Erinnerungen, am besten schönen Erinnerungen zu beschäftigen.
Aber in Gaelans Augen konnte Liaden keine solche Absicht erkennen.
Er war auch weit weniger Heiler, als sie.
Schon immer gewesen.
Sie lächelte ausgeprägt, verzog nur kurz, die Luft scharf einatmend, das Gesicht, als er ihre verwundete Haut berührte.
Sie schmerzte wirklich sehr.
Liaden hatte es vergessen und sie musste darüber lächeln, weil es so war, wie sie es eben noch gesagt hatte.
Selbst bei ihr hatte es funktioniert, ganz ohne das Gaelan das beabsichtigt hatte.
„Ich werde dir davon erzählen Gaelan, gerne.“
Liaden faltete ihre Hände in ihrem Schoss, versuchte den Schmerz auszublenden, dass brennen und unangenehme Klopfen unter ihrer Haut.
„Es ist so viel, dass…das es zu erzählen gibt.“, erklärte sie nachdenklich, aber ohne Wehmut.
„Ich weiß kaum, wo ich beginnen soll.“
Ein lachen verlor sich in ihrer klaren Stimme, die sich erst wieder nach einigen Schweigeminuten, erhob.
„Früher, als du noch in der Ausbildung zum Druiden und ich in der zur Priesterin war, da gab es eine Zeit, in der wir Nachmittags immer in den Wald gegangen sind.“
Sie musste überlegen.
„Wie müssen so elf oder zwölf gewesen sein.“
Sie sah zu Gaelan, verfing sich in seinem blonden Haar und lächelte, während sie sanft darüber strich, bevor sie die Hand wieder zurück in ihren Schloss legte.
„Du hattest noch kürzeres Haar und Locken.“
Sie schmunzelte über sein Gesicht, fuhr dann fort zu erzählen.
„Aber es war genauso blond wie jetzt. In der Sonne strahlte es wie der Honig, den du nur ganz am Frühjahrsanfang gewinnen kannst. Der, der von allen Honigsorten am süßesten und klebrigsten ist.“
Liaden lachte und rieb die Hände aneinander, bevor sie ihn einen Moment schweigend betrachtete.
„Dein Haar ist länger geworden, aber…es sieht immer noch so süß wie der Honig aus, Gaelan.“
In ihrer Stimme lag liebevolle Sanftheit und sie ließ den Worten zeit, vom Wind hinfort getragen zu werden, bevor sie weiter sprach.
„Damals also sind wir nach dem Unterricht immer in den Wald gegangen. Ich wäre gerne schon vorher gegangen, aber du hast immer erfolgreich geschafft mich davon abzuhalten, gegen die Regeln zu verstoßen und den Priesterinnen einen Grund zu geben, mich zu bestrafen.“
Liaden lächelte erneut, ein wenig Trauer lag in ihren Zügen.
„Meine Mutter war die dafür immer sehr dankbar. Sie hatte ständig Angst, dass ich sie in ihrer Position als Hohepriesterin vor den anderen beschäme, weil ich mich nicht zu benehmen weiß.“
Liaden lächelte nach einer Weile, als sie den Kopf schüttelnd weiter sprach.
„Ich war nicht so gehorsam wie du und schon gar nicht so gelehrig und brav. Aber, dass was du an all diesen guten Eigenschaften an mich weitergegeben hast, habe ich an anderer Stelle dir gegeben.“
Sie sah zu Gaelan, suchte das blau seiner Augen, fuhr aber fort, nachdem sie sah, dass er konzentriert war.
„Wenn wir in den Wald gingen, so gab es immer viel zu entdecken. Du warst sehr vorsichtig und immer umsichtig, dass wir die Geister und die alten Geschöpfe nicht stören oder gar verärgerten. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich weniger über diese Welt wusste, weil ich einfach nicht so genau schaffte zuzuhören wie du, oder weil du schon immer der warst, der mit der Gabe ausgezeichnet war, alles ‚Alte’ um uns herum zu spüren und zu achten.
Ich, jedenfalls war weit weniger umsichtig und trotzdem habe ich es oft geschafft dich mit meiner Fröhlichkeit und der unbedarften Freude anzustecken.“
Sie lächelte in Erinnerungen schwelgend.
„Wenn du sagtest wir sollten nicht einfach Steine in den Fluss werfen, weil unter in ihnen die Geister lebten und sie dort mit der Erde verwurzelt seien, so habe ich einfach damit begonnen und irgendwann hast du mitgemacht, als du meinen lachenden Bitten und Flehen nicht mehr widerstehen konntest.“
Sie sah zu Gaelan.
„Nicht immer haben wir Unsinn gemacht, natürlich nicht. Es gab auch Tage, an die erinnere ich mich ebenso gut. Manchmal haben wir auf den Felsen, die über den Fluss hinausragten, gelegen und du hast mir Geschichten erzählt.“
Liadens Augen blitzten warm. „Ich wusste nie woher du die Worte nahmst, du hast sie gesponnen wie die Weberinnen ihre Tücher. Immer in warmen Farben. Selbst wenn du dunkle Schatten eingearbeitet hast, hast du es immer wieder geschafft, die Geschichten fröhlich und in warmen Farben enden zu lassen.“
Liaden sah wieder zu ihm und lächelte sanft.
„Von allen Nachmittagen waren die am schönsten wenn wir nebeneinander in der Wiese gelegen und in den Himmel über uns gestarrt haben.“ Sie machte eine Pause, seufzte und setzte dann neu an.
„Wir haben dort gelegen, geschwiegen und doch miteinander geredet, ohne Worte zu brauchen. Manchmal haben wir von der Zukunft geredet und…und davon, dass wir uns nie verlieren würden.“
Ja, dass hatten sie. Sie hatten sich versprochen nie aus den Augen zu verlieren. Sie hatten sich geschworen ihr Weg wäre ein gemeinsamer Weg.
Nicht alle Versprechen waren gehalten worden und doch…
Doch waren sie jetzt hier.
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Beitrag 12.07.2007, 14:03
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3.Mai 1746, gegen Mittag
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Gaelans schmale Finger zogen die Enden der Stoffbahn zusammen, die er um die Wunde gelegt hatte. Der Verband lag locker auf, würde für die nächsten Stunden aber sicher sitzen, bis es wieder an der Zeit war, nach der offenen Wunde zu sehen.
Galean hob den Blick, seine schmalen Lippen zeichnete ein sanftes Lächeln, von dem man nicht sagen konnte, ob es von Liadens Worten herrührte oder für den groß gewachsenen Druide normal war.
Wohl war es dank ihrer Geschichten nur einen Hauch intensiver.
„Das sind schöne Erinnerungen.“, sprach er lächelnd und nahm die Hände von ihrem Bein. Er widmete sich dem zusammenpacken des kleinen Bündels, in dem alle wichtigen Verbandsutensilien aufbewahrt waren.
„Deine wohl gewählten Worte formen es vor meinen Augen.“
Das taten sie, so lebendig, als hätte er selbst es einmal erlebt. Gaelans sanfter Blick streifte Liadens Augen erneut. Sie waren von sehr vollem Grün. intensiv, mehr noch vor dem Hintergrund dieses sonnigen Frühlingstages. Bald würde die Natur in den Sommer übergehen, die Sonne mitnehmen und mehr Wärme bringen. „Ich danke dir, Liaden.“
Er senkte den Blick und erhob sich. Seine Gewänder raschelten bei seinen Bewegungen nicht, wie es gewöhnlich war. Er schritt zu den Pferden und verstaute das Verbandszeug an seinem Platz.
Dann kehrte er mit Wasser, Brot und Käse zurück und ließ sich neben ihr nieder.
„Teilen wir etwas von dem Essen und ruhen wir uns aus.“ Er drehte den Kopf für einen Augenblick zu ihr.
„Du ruhst deinen Fuß aus, dann werden wir weiter ziehen. Der Weg, der vor uns liegt ist weiter, als jener, den wir schon hinter uns gelassen haben.“
Er lächelte deutlicher, schnitt dann Brot und reichte es ihr mit etwas Käse.
„Liaden, was haben wir uns damals erzählt?“, wollte er mit sicherer Stimme wissen.
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Beitrag 13.08.2007, 13:50
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Liaden sah Gaelans Lächeln und sie sah auch wie es sich verändert hatte. Es war noch immer so klar, warm und freundlich, wie sie es nicht anders von dem Druiden kannte und doch befand sich in den grünen Augen des Mannes eine Art Glanz der vorher nicht da gewesen war.
Liaden war beinah so als flüstere eine Stimme ‚gut gemacht Tochter, gut gemacht Wellenkind’.
Vielleicht war es nur ein Säuseln im Wind, ein Moment kleiner Unaufmerksamkeit in der sie den Schmetterling nicht gesehen hatte, der es gewesen sein musste.
Diese aufdringlichen Wesen waren es doch immer die in ihre Gedanken eindrangen und doch…diesmal freute Liaden die Stimme, denn sie hatte wahr gesprochen mit dem was sie gesagt hatte.
Es waren schöne Erinnerungen und so wie Gaelan dies zu sagen vermochte, so sicher stand es auch in seinem Blick, in den lächelnden Augen.
Schöne Erinnerungen.
So schön, wie der Moment, den sie jetzt hier zusammen teilten.
Liaden beobachtete Gaelans geschickte Hände, wie sie die Utensilien zusammen packten, die er für das Verarzten ihrer Wunde und das Anlegen des Verbands gebraucht hatte.
Er tat all dies mit fließenden, ruhigen Bewegungen die so stetig wirkten wie ein ruhiger Flusslauf, der unveränderlich fließen wird, wie die Natur ihn geschaffen und die alten Mächte es ihm vorbestimmten.
Es lag so viel Gewissheit und Sicherheit in seinem Tun.
Sie selbst lächelte ausgelassen, ein wenig intensiver, bei seinen folgenden Worten.
Sie freute sich, wenn er sie darin lobte, wie sie die Worte vorgetragen hatte.
Sie war nie so gut im Erzählen gewesen wie Gaelan Geschichten vortragen konnte.
Sie hatte weder die Fertigkeiten noch das Kunstwerk besessen Bilder zu malen, wie Gaelan das konnte.
Seine Stimme war es gewesen, die seltener erklungen war und doch in einer Art, die Liaden immer wieder fasziniert und unvergleichlich gefunden hatte.
Das fand sie noch immer und wenn auch Gaelan ihre Worte berührt hatten, dann konnte sie nur darüber lächeln, denn es zeugte von ihrer Verbindung, die in diesem Moment so deutlich und stark, wie schon lange nicht mehr aufleuchtete.
Seinen Dank nahm sie mit ehrlichem Lächeln und kurzem Nicken.
Er hatte sich nicht bedanken müssen. Liaden hatte es ihm gerne erzählt und doch wusste sie darum, wie es war das Bedürfnis zu verspüren sich bedanken zu wollen.
Sie nahm seinen Danke gerne und sah ihm hinterher, wie er das Säckchen zurück zu den Satteltaschen brachte.
Er schlug vor etwas auszuruhen und das gemeinsame Essen, in Form von Brot und Käse, zu teilen, das sie mitgenommen hatte.
Liaden nickte lächelnd, denn sie fühlte sich wirklich als könne sie eine Pause vertragen.
Ihr Knöchel hatte aufgehört zu schmerzen, aber dort wo die Schlingpflanze ihre Haut aufgerissen hatte, brannte es noch immer stetig und dumpf.
Aber je weniger sie daran dachte um so weniger schmerzte alles.
Sie konnte ihre Gedanken gut ablenken, während sie von dem Brot und Käse nahm und langsam zu essen begann.
Das der Weg noch länger werden würde, als das was sie bereits hinter sich gelegt hatten, ließ sie bedächtig nicken.
Sie kannte noch immer nicht das Ziel ihrer Reise, aber mittlerweile glaubte Liaden daran, dass das eigentliche Ziel bereits ein ganz anderes war.
Und stetig näherte sie sich diesem.
Vielleicht auch durch Worte.
In einem Lächeln sah sie zu Gaelan, als sie nachfragen musste.
„Welche Worte meinst du, welche Gespräche? Die über die Zukunft, oder andere?“
Sie nahm erneut etwas Brot. „Was möchtest du, dass ich erzähle Gaelan?“ Sie fügte mit einem aufbauenden Lächeln an. „Ich erzähle es gerne, wenn du es hören möchtest.“
Gaelan sah mit einem stillen Lächeln, dass sie an frühe Tage erinnerte, auf seine Hände.
Als er sich ihr wieder zuwandte, stand in seinen Augen deutlich, was er nur Momente später aussprach.
„Nein…“ Er schüttelte leicht lächelnd den Kopf. „Nein Liaden, erzähle mir, was die Zeit an dein Ohr trägt.“
Ein Stück Brot abreißend, nickte er wissend. „Unsere Reise ist lang. Wir werden viel Zeit haben.“
Sie lächelte, den Blick senkend.
„Du erwartest viel Gaelan, du hast hoffentlich nicht vergessen, wie schlecht ich im Geschichten erzählen bin. Du kannst das noch immer besser als ich.“
Sie nahm etwas Brot und wartete ein paar Augenblicke, bevor sie sich wieder dem Erzählen widmete.
„Aber ich will es gerne versuchen.“
Sie ließ sich zurück ins Gras sinken und starrte in den blauen Himmel. Ein paar Wolken zogen dort langsam vorbei, denn der Wind war nur ein sanftes Flüstern, ein zartes Streicheln und nicht mehr als das.
Kannst du sehen was ich sehe, da oben im Himmel Gaelan? Sag mir was siehst du in der Wolke da…nein nicht die weiter links, ja genau die. Was siehst du in ihr?
Während ihre Gedanken flossen und einfach zu ihm getragen wurden, sah sie unverwandt in den Himmel und nicht zu Gaelan. Liaden wartete stattdessen gespannt auf die zarte Antwort, die ihren Geist sanfter als der Wind zu streichen vermochte.
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Beitrag 13.08.2007, 13:51
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Gaelan
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Gaelan stimmte ihr zu. Sie sagte, sie wolle es gern versuchen und es erfreute ihn, dass sie dies tun würde. Er wusste nicht um jenes, was sie meinte, verloren zu haben. Aber er würde es gern erfahren. So sehr, dass er das Gefühl nicht erkannte, dass ihn dazu brachte, nachzufragen.
Gaelans Leidenschaft kannte er selbst nur bezüglich seinen Göttern. Bezüglich seiner Bestimmung. Dass Liadens Zusage ihm ein ungewolltes Lächeln entlockte, verwirrte den Druiden etwas und er verbat sich, zu ihr zu sehen.
Da er annahm, die würde es ihm erzählen, auf die Art, auf die man Geschichten erzählte, war er sich doch sicher, es würde ebenso auch gehen, ohne sie anzusehen. Doch wie er bemerken musste, war es nicht an dem.
Er hatte auf seine schmalen Hände gesehen, in denen er sein Stück des Brotes drehte und plötzlich erkannte er aus den Augenwinkeln, wie die Frau neben ihm sich ins Gras sinken ließ. Ale er genau hinsah, fielen ihm ihre intensiv grünen Augen auf, in denen sich der Himmel spiegelte. Er glaubte in ihren Pupillen einen Vogel zu erkennen, der über sie am Himmel hinweg flog.
Ein flüstern hallte mit einem Mal in seinem Kopf und barg sich hinter seiner Stirn.
Konnte er sehen, was sie sah? Dort am Himmel.
Gaelan stockte der Atem. Denn er tat, um was sie ihn bat. Er hob den Blick, weg von ihren Augen aus denen sie zu ihm zu sprechen schien, ohne ihn dabei anzusehen... Er hob seine Augen suchend in den Himmel.
Er folgte ihrer Führung, als lege er seinen Willen in die Hände der Stimme, die ihn erfüllte.
Solch ein intensives Gefühl hatte er zuletzt erlebt, als er in der Anderswelt selbst gelebt hatte. Jeder Tag dort war eine lange Spanne Zeit, angefüllt mit dauerhaften Gefühlen, die jenem ähnelte, dass er jetzt empfand.
Er suchte nach der Wolke. Ein Willen bemächtigte sich ihm, der nicht aufgrund einer Unterhaltung verbissen nach dem Gebilde am Himmel suchte, sondern weil er selbst es wollte.
Gefunden, ließ er die Hände in den Schoß sinken und das Stück Brot fallen. Es war nicht an dem, dass ihn das weiße Wolkengebilde sonderlich bezauberte, aber bevor er hätte es überdenken können, sprach sein Mund aus einer tiefen Erinnerung heraus.
„Es wird Regen geben...“
Gaelans war fest und warm, als habe er das Ende einer Geschichte gedeutet. Als habe er soeben die Moral von etwas bekundet, das so tief und gewiss war, dass es zu Tränen rührte. Der Sinn der Worte flackerte auf, ohne zu ergründen, was er gesagt hatte. Da blitzte das Band von Worten auf, das sich vor seinem geistigen Auge knüpfte und geschwungen auf unbeschriebenes Pergament legte. Aufgereiht, wie eine Perlenschnur, legte sich die Geschichte vom Wolkenvater. Davon, wie er am Himmel über diesen wachte und doch seine einzige Tochter Aila verlor, weil der Himmel so weit war, wie er blau war. Die traurige Geschichte einer Suche, die zur Entstehung der Wolken führte und am Ende, wenn Gaelan der Schnur hastig in Gedanken folgte, war da schwebend über allem der Schluss.
Es würde Regen geben.
Der Druide senkte zweifelnd den Blick. Das war eine Geschichte, die er nicht erzählen konnte. Sie gehörte nicht zu den Lehren, denen er folgte. Sie handelte weder von ihnen noch über sie.
„Das ist eine Wolke.“, brach er schließlich das Schweigen. „Jede von ihnen erzählt uns die Weisheit des Himmels und lehrt uns die Hoheit von Lugh.“ Sein schmaler Mund bog zu einem gewohnt offenen Lächeln, dass so sanft war, wie der wind, der sein Haar streifte und doch nicht bewegte.
„Vielleicht sollten wir alsbald weiter. Glaubst du, Liaden es wird dir gelingen?“
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Beitrag 26.08.2007, 09:04
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Liaden
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3.Mai 1746, gegen Mittag
PP: Gaelan und Liaden

Liaden spürte die Traurigkeit, die ihren Körper durchfloss. Sie fühlte das Ziehen und Reißen in der Brust, dass mit jedem Atemzug stärker wurde und zunahm. Sie hätte es nicht aufhalten können, selbst wenn sie gewollt hätte. Da war keine Kraft in ihr, die diesem mächtigen Gefühl hätte trotzen können.
Da waren ihren Gedanken, die die von Gaelan gestreift hatten. Ganz deutlich war es gewesen. Sie hatte seine Gedanken, seinen Geist berühren können. Für einen winzigen Moment war alles so, wie es immer gewesen war. Für diesen bezaubernden Augenblick schien sich nichts verändert zu haben. Als wären sie beide die alten, oder könnten es immer noch sein, weil sie diese Verbindung, das teilen ihrer Gedanken, ihrer Gefühle, weil sie das nicht verlernt hatten.
Aber dann war es ganz schnell wieder fort gewesen. So schnell, dass nicht ein Blinzeln Liadens ausgereicht hätte, ihn festzuhalten, den Moment.
Warum erzählst du mir nicht…
Aber sie merkte schon im Ansatz ihrer Frage, wie die Verbindung unterbrochen war. Sie kämpfte einen Moment darum, Gaelan wieder berühren zu können, doch so leicht wie es zuvor gewesen war, so hart war jetzt die Mauer, gegen die Liaden prallte und sich schmerzhaft daran rieb.
Der Gedanke abgewiesen zu werden, brannte tief und verletzend.
Es war nicht so, dass Gaelan es bewusst tat. Wahrscheinlich ahnte er es nicht einmal, wenn er davon sprach, was die Wolke ihm sagte und sich dabei auf seine sicheren Lehren berief.
Lehren, die er früher niemals einer Geschichte vorgezogen hätte.
Hast du dich so verändert? Wie kann das sein, wenn ich immer noch die gleiche bin? Wie kann es möglich sein, dass so weit gegangen bist ohne mich? Kann das sein, Gaelan?
Wenn ihr der dumme Schmetterling, das dumme Amulett und die Stimmen, dass verraten wollten, dann…dann waren sie wahrlich grausam zu ihr.
Das hatte sie nicht verdient. Teil dieses grausamen Spiels zu werden, dass sie mit den Menschen gerne spielten.
Sie wünschte sich für den Moment zurück in ihre Hütte. In den Wald, in den sie gehörte.
Es war dumm gewesen, an dieser Reise teilzunehmen, noch dümmer zu glauben, sie könne ihren ganz persönlichen Zweck haben.
“Mit dem Feenvolk spielt man nicht, Kind der Wellen. Nicht einmal du solltest es, Waldkind.“
Es war Liaden, als höre sie dieses höhnende Flüstern, dass wie ein Schaudern nach ihr zu greifen versuchte. So wie die Hand sie hatte berühren wollen, als Gaelan sie mitgenommen hatte zu den ‚Alten’, in der Höhle.
Liaden sah die Gänsehaut auf ihren Armen und fühlte, dass ihr Körper zitterte.
Sich aufrichtend, versuchte sie das Schaudern los zu werden. Das gelang nur mühsam, dennoch war ihre Stimme nicht nur deshalb abgespannt und gepresst. Das sanfte, das freundliche des Augenblicks hatte sich verloren.
Sie sah nicht zu Gaelan, während sie zustimmend nickte, dabei das Pochen in ihrem Knöchel ignorierte.
Hier wollte sie auf keinen Fall bleiben. Jetzt nicht mehr.
“Es wird schon gehen. Wir sollten wirklich weiter. Wir verlieren zu viel Zeit.“
Sie rieb die Hände an ihrem Mantel und schüttelte die Brutkrumen aus ihrem Rock.
“Um so schneller wir die Reise hinter uns bringen, um so besser.“
Der Meinung war sie sicher und daher biss sie auch die Zähne zusammen, presste die Lippen fest aufeinander, während sie sich aufrichtete und den Fuß belastete, ohne das Gaelan es hätte verhindern können.
Du hättest mir die Geschichte erzählen sollen, Gaelan.
Die Worte…das Ende dieser, die er intuitiv gesprochen hatte, trieben ihr erneut die Tränen in die Augen, die sie wegblinzelte und hart hinunterschluckte.
“Warum hast du das nicht tun können, Gaelan?“
Sie sah zu den Pferden, mied seinen Blick, wirkte aber entschlossen, während sie versuchte sicher auszusehen.
“Lass uns aufbrechen, wir können heute noch ein Stück schaffen.“
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Beitrag 26.08.2007, 19:59
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