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Die Wege in Richtung Felder, Wiesen und Wälder (weg)

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Sons of Scotland > Drumnadrochit

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Lilian Elaine McLeod
McLeod
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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Die Wege in Richtung Felder, Wiesen und Wälder (weg)  Antworten mit Zitat  

Hier verlasst ihr nach und nach die gepflasterten Wege, welche Sand und Trampelfaden weicht. Ihr macht euch auf den Weg....in die Gegend. Wohin wird er führen, zu den nahegelegenen Feldern und zur Arbeit? Zu den Wiesen und Wäldern, zum Erbeuten von Pilzen, Beeren oder Wild? Oder gar in Richtung des Lochs um Spaß zu haben? Oder soll euer Weg euch hinaus führen in die Welt um Abenteuer zu erleben? Wo auch immer er hinführt...pass auf dich auf und komm gesund wieder.
_________________



Beitrag 22.05.2007, 00:19
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Reeth Barker
Engländer
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Geschlecht: Geschlecht:männlich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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tbc von: Stall/ Anwesen der MacLeods
2.05.1746 irgendwann in der Nacht
PP: Esmond und Lilian

Ob es für die vor ihm Sitzende ebenfalls solch unangenehme Reise auf dem Rücken des Pferdes war, das seine beiden Passagiere ordentlich durchschüttelte?
Reeth wusste es nicht... Reeth interessierte es auch nicht.
Seit einer halben Stunde nun schon... würde er schätzen... ritten die beiden Engländer inklusive ihre Begleitung und sollte er erwähnen, dass diese Belastung mit brummendem Kopf, Übelkeit und jede Faser seines Körpers, die schmerzte eher dazu tendierte, nicht ratsam gewesen war. Frei herausgesprochen: Reeth fühlte sich hundsmiserabel, wobei es Hunden dann noch verhältnismäßig gut ging.
Immer wieder wollte der Horizont vor ihm verschwimmen und neben dem ein oder anderen unterdrückten Stöhnen der Schmerzen wegen, das fast lautlos über die aufeinander gepressten Lippen kam, sank er merklich immer mehr in sich zusammen. Wenn das so weiter ging, fiel er im Laufe der Nacht vom Pferd....
Nicht sehr ratsam, wenn er gerade dabei war, zu fliehen. Zugeben der einzige Gedanke, der ihn im Sattel hielt und schelte verteilte, wenn die Hände die Zügel einfach fallen lassen wollten. Das ließ auch den kalten Schweiß auf der Stirn ignorieren... trotzdem ließ sich nicht ausblenden, was unverrückbar war: Er musste sich ausruhen. Irgendwo ein paar Stunden schlafen... noch ein paar Meilen, dann sollten sie pausieren.
Wo war eigentlich Gray?
Ein Blick zur Linken über seine Schulter offenbarte ihn hinter Barker. Er schwieg...
Weshalb, daran wollte Barker nicht einmal in seinem tiefsten Inneren nachdenken. Er war auch immer noch damit beschäftigt, dass sich sein Innerstes nicht nach außen kehrte.
Reiß dich zusammen! Die ersten Schritte bist du schon gegangen....
Genau, er sollte auch die nächsten gehen, die darin bestanden, den Arm zu heben... nicht etwa um Wegelagerer zu grüßen, sondern um Esmond zu signalisieren, er solle auch sein Pferd anhalten. Denn ... welch Wunder... eine Hütte in der Einöde und es brannte noch Licht.
Nein, Reeth vertraute weder auf Glück noch die spezielle Sympathie des Herrn.
Diese hätte er auch nicht für sich verbuchen können.... fast schon interessiertes vorbeugen zu Lilian, um sie im Profil zu mustern... mehr noch ihre Verfassung zu registrieren, folgte auf diese Erkenntnis. Sie war nämlich unglaublicher Weise recht wenig wehrhaft gewesen auf dem wilden Ritt durch schottische Highlands. Und ... um auf Gott zurückzukommen... es offenbarte sich wieso. Wenn Barker schon ungesunde Blässe in den rauen Zügen stehen hatte, dann würde man Lilian MacLeod mit einer Leiche vergleichen können.
Also beschloss Barker, der Esmond kurz deutete, er solle ihm folgen während er in nicht allzu dichten Wald weg von der Strasse ritt, ihr wenigstens die Mundbinde abzunehmen. Barker wollte nicht der Schuldige sein, wenn sie womöglich an ihrem eigenen Erbrochenen erstickte.
Mit einem knappen Kopfnicken in eine Richtung weisend die leicht rechter Hand gelegen war sprach er den schweigsamen Gray an.
„ Dort hinten gibt es vielleicht ein Hütte... pass du auf sie auf, ich sehe mal nach, ob man uns unfreundlich gesonnen wäre.“
Esmond, der während Reeths Worten abgestiegen war, näherte sich... das Gesicht seines Begleiters ungläubig und forsch musternd. Man sah ihm an, dass er etwas dagegen zu haben schien.
„ Aber wir können doch nicht einfach...“ Der junge Brite verstummte... nicht weil ihm die Argumente ausgegangen waren, weshalb man friedliche Hochländer nicht überfallen sollte... zudem noch mitten in der Nacht. Sehr unschicklich. Er war nur... wie sollte man es beschreiben... angetan?... überrascht? von Barkers Reaktion, der den Kragen des Hemdes vom Pferderücken herunter zu packen bekam und den recht groß gewachsenen Engländer am Boden soweit zu sich zog, das Esmond gezwungen war, diese unerwartete Wucht nach oben einzig mit den Zehenspitzen austarieren zu können. Dabei schnürte sich der Stoff um seine Brust gar sonderbar zusammen, wie er den beängstigend rücksichtslosen Ausdruck auf den Zügen des blonden Briten so nah war.
Denn was bitte bildete sich dieser schmächtige, unerfahrene Junge ein?
Reeth war alles andere als in der Laune, mit rational vernünftiger Beweisführung zu argumentieren... er wollte in ein Bett und die Augen für einige Zeit schließen. Möglichst an einem warmen Feuer nach einem heißen Bad, denn wenn Mr.Gray es nicht bemerkt zu haben schien... Es war verdammt kalt hier draußen.
„ Kennst du das Sprichwort: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf?“ Gray nickte mit einem gequälten „Yes.“ als Reply...Man konnte es im Übrigen als ein Nicken interpretieren, wenn man unter diesen Umständen davon absah, dass dem Hals nicht allzu viel Bewegungsfreiheit zukam.
„ Dann pass gut auf, Esmond Gray. Willst du überleben? ... Ja? Natürlich willst du das! .. Dann arbeiten wir zusammen. Solange das der Fall ist....“ Die Stimme Barkers erfuhr im letzten Satz einen deutlichen Bogen, der signalisierte, die beherrschten Töne zuvor waren kurz davor, aus ihren Zügeln auszubrechen.
„ Habe... ICH... das sagen... und ich sage, ICH sehe mir diese Hütte genauer an. Du wartest hier... Nimm das Mädchen!“ Als wäre soeben nicht der schon geöffnete Kragen Barkers geplatzt ließ dieser seinen Partner sacht zu Boden und wieder von dessen Oberbekleidung ab, der sich alsbald... bis sofort Lilian annahm und ihr so gut eben möglich vom Pferd half, bis sie festen Boden unter den Füßen zu spüren bekam.
Der gestresste Brite in der dunklen Uniform dagegen ließ das Tier unter ihm wortlos wenden und verschwand in Richtung der zaghaft aufflackernden Scheins in der Ferne.

tbc: Haus der MacKimmies
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... It was gone with the wind


But it's all coming back to me

Beitrag 22.05.2007, 10:15
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Lilian Elaine McLeod
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TBC von: Stall der MacLeods
2.05.1746, Nacht
PP: Esmond und Barker

Und eben der sie in der Gewalt habende Engländer war es, welcher sie mit sich zog, nach hinten weiter hinein in den Stall, nachdem Esmond scheinbar weiter die Sattel zäumte.
Nun äußerste sich ihre Angst nicht nur in dem Schweiß, der ihr ausgebrochen war, sondern ihre Hände, mehr ihr ganzer Körper wurde von einem panischen Zittern geschüttelt und je weiter Barker sie mit sich zog, um so mehr versuchte sich Lilian erneut zu wehren. Was immer der groß gewachsene Fremde mit ihr vorhaben konnte, es war sicher keinesfalls angenehm und sie wollte es auch gar nicht wissen.
Szenen der Geschichten von überfallenden Engländern und dem was sie mit jungen Mädchen und Frauen taten, fielen ihr wieder ein. Geschichten, für das hatte sie die Erzählungen der Männer gehalten....sie musste sich geirrt haben, immerhin steckte sie mitten in einer solchen Aufführung und sie war hier das Opfer, welches sie nicht sein wollte, doch was für eine Wahl hatte sie?
Plötzlich löste sich die Hand Barkers, welche ihren Mund verschlossen hatte und anstatt zu schreien, schnappte Lilian erst mal tief nach Luft. Wenngleich diese nicht mehr wirklich ihren Zweck erfüllen wollte, als sie das kalte Metall eines Messers an ihrer Kehle spüren konnte.
Ja sicher Lilian MacLeod mochte sich weder mit Waffen noch mit Kämpfen auskennen, aber die Klinge an der Haut, dass konnte auch sie deutlich ausmachen und sie wusste auch was das bedeuten würde. Kein Entkommen.....das Ende.

„Don’t speak! Don’t move ... or you’ll die.”

Nicht das sie verstanden hätte was er sagte, doch das Wort die war auch ihr geläufig und sie kannte die Bedeutung zu Genüge, da war das Messer an ihrer Kehle nicht mal mehr nötig. Sie wusste nur nicht warum er es nicht endlich tat. Worauf wartete Barker denn noch?
Und an Esmond dessen Rücken sie sehen konnte, wie er die Pferde zu Ende sattelte, an ihn wollte sie nicht die letzten Gedanken ihres Lebens verschwenden, denn es sah kaum so aus, als würde er zu ihrer Rettung herbeieilen. Wie konnte er sie so hintergehen und warum griff er nicht ein, versuchte ihr nicht mal zu helfen, war sie ihm so egal?
Was erwartete sie, natürlich war sie das, alles andere war lächerlich gewesen zu glauben und wäre wohl auch zu viel verlangt. Er war ein gefangener Engländer in Schottland und wollte nach Hause und sie war eine Schottin, die ihn gefangen hielt und eben im Weg stand, bei seiner Flucht, mehr war da nicht und nie gewesen.
Sie spürte einen heftigen Stoß und unterdrückte einen erschrockenen Schmerzesschrei, dass Messer war eben doch zu eindrucksvoll um ignoriert zu werden, auch wenn es nicht das Messer war welches den Schmerz ausgelöst hatte, glücklicherweise für sie, denn das besagte sie lebte noch....immer. Reeth hatte sie mit einem Ruck dazu gebracht sich umzudrehen und nun sah sie ihn an, während er das Messer wegsteckte und mit einem Seil begann grob ihre Hände zu fesseln.
Lilian war viel zu überrascht um sich zu wehren, hatte sie fest damit gerechnet Barker habe vor sie umzubringen und nicht sie zu fesseln. Wenngleich die Fesseln, ihr schon jetzt die Haut aufrieben, so grob war das Material eines Pferdeseils nun schon und sie verspürte wenig Begeisterung auch nur zu versuchen sich von ihnen zu befreien, denn sie würde mit solchen Versuchen wohl mehr Schaden anrichten, als Glück haben.
Kaum hatte er die Hände gefesselt, Lilian sah ihm dabei mit einer Mischung aus trotzigem Stolz und Angst entgegen, da schnellte seine Hand vor und es gab ein reißendes Geräusch, dann spürte sie Kälte und noch während sich auf ihrem Arm eine feine Gänsehaut bildete, bemerkte sie das Reeth gerade gewagt hatte ihr Nachthemd zu zerstören. Empört sah sie zu ihm auf, wollte Einspruch gegen die Zerstörung ihrer Arbeit einlegen, hatte der Mann überhaupt eine Ahnung wie kostbar dieses Kleid gewesen war und wie viel Zeit es sie gekostet hatte es herzustellen? Außerdem würde sie so mehr als nötig frieren da sie mit gefesselten Händen kaum in der Lage sein würde ihr verrutschtes Schulteruch wieder zu richten.
Reeth Barker konnte nur froh sein, dass er sich nicht an diesem vergriffen hatte, sonst hätte sie ihn auch noch mit gefesselten Händen versucht umzubringen und irgendwie hätte sie es auch geschafft.
Ihre vor Empörung wilden Beschimpfungen wurden jedoch noch gestoppt bevor auch nur eine Silbe über die vor Zorn, Kälte und Angst bebenden Lippen kommen konnte, denn Reeth brachte sie mit einem groben Ruck wieder in die alte Position und bald schon konnte sie den Baumwollstoff zwischen den Lippen spüren, denn das war wohl der Plan gewesen ihr den Mund zu verbinden, kaum konnte er ihn auch die ganze Zeit zuhalten.
Jetzt würde man sie sicher hier zurücklassen und am Morgen würden Heather oder Connor sie finden und das ganze hier hatte endlich ein Ende. Erschöpft und müde ließ sie die Schulter hängen und war somit nicht darauf vorbereit von Reeth mit einem kräftigen Schubser hinfort geschubst zu werden und sie hatte wohl mehr Glück als alles andere, dass Esmond sie reflexartig in seine Arme schloss und dabei ihren Fall abfing.
Morgen würde sie sicher einige blaue Flecken haben dank diesem rabiaten Rotrock und sie begann wahrhaftig anzufangen Reeth Barker nicht mehr leiden zu können.
Sie wandte den Blick nach oben und erkannte durch ihre Haare, welche ihr wild im Gesicht hingen, die Augen Esmonds, welche für einen Augenblick auf ihr lagen und sich begegneten.
Langsam wandelte sich die Angst in eine stille und dafür verzweifelte Frage, gespickt mit Trauer, warum lässt du das zu, wollten die Augen fragen, nicht mehr warum gehst du fort, dass spielte mittlerweile keine Rolle mehr.
Doch Lilian bekam keine Antwort, konnte auch keine bekommen, selbst wenn er es erkannt hatte, hätte antworten wollen, Reeth Barker zerstörte alles wenn es ihm in den Kram passte und augenscheinlich passte es ihm nicht in den Kram sie hier alleine zurückzulassen, somit wurde Lilian kurzerhand von zwei kräftigen Armen gepackt und auf ein Pferd gezogen.
Vielleicht....nein sicher war es dieser Moment in dem Lillian beschloss das der Tag einfach nicht der Ihre war und es nicht schlimmer kommen konnte. Und ganz sicher stand nun fest....ja sie begann Barker nicht nur nicht zu mögen, sie begann ihn wahrhaftig zu hassen, den verdammten Rotrock.
Alles was ihr diese beiden Engländer hätten antun können, wirklich alles, wäre weniger schlimm gewesen, als das was Reeth da tat. Sie hing auf dem Rücken auf einem antrabenden Pferd, konnte nur hoffen er hielt sie irgendwie fest, da sie es nicht konnte mit den gefesselten Händen, und als er losgaloppierte ohne etwas an ihrer Situation zu ändern, begann sie zu beten.
Inständig zu beten und unterließ jedes Strampeln und jegliche Gegenwehr, aus Angst ihr Kleid möge vielleicht reißen, er sie fallen lassen und sie womöglich noch einmal von einem Pferd fallen oder gar zertrampelt werden.
Sie hatten nach einigen Minuten, die Lilian wie eine Ewigkeit vorkamen, in der sie halb tot war vor Angst, den Hof weit hinter sich gelassen, als Reeth das Pferd kurz zum halten brachte und ihr endlich ermöglichte wenigstens richtig vor ihm im Sattel zu sitzen.
Nicht das sie sich sicherer fühlte, nein sie wurde durchgeschüttelt und nur an den Seiten durch seine Arme gehalten und je länger dies andauerte und um so mehr sie spürte, wie Reeth hinter ihr wegzunicken schien, kein Wunder bei dem was er sich alles zumutete, obwohl er einen solchen Sturz hinter sich hatte, um so unerträglicher wurde ihr das ganze. Sie spürte das auch ihr Magen diese Aufregung und Angst nicht mehr würde lange mitmachen und Panik breitete sich aus, bei dem Gedanken das sie würde womöglich mit einem Tuch im Mund erbrechen müssen.
Doch wie durch ein Wunder, welches es scheinbar doch noch zu geben schien in dieser ganzen Katastrophe, brachte Reeth sein Pferd kurz zum Halten, sein Blick fiel wohl ebenso auf ein Haus, wie der ihre und auch wenn sie wusste es irgendwoher zu kennen, wollte es Lilian im Moment nicht in den Sinn kommen woher und sie hoffte nur eines, dass die Menschen da drin....die Kerzen nicht bedeuteten, es war wer zu Hause, vielleicht war das der Grund warum sie nicht erkennen wollte wessen Haus es war. Es fiel leichter zu glauben man kannte die Menschen nicht.
Dann ritt man in das angrenzende Waldstück und im dichten Unterholz gut versteckt, hielt man an.
Reeth gab irgendeine Anweisung die sie natürlich nicht verstehen konnte und war dennoch wenigstens so gütig ihr die Mundbinde abzunehmen. Fast hätte sich daraufhin ein dankbarer Zug in ihrem Gesicht gebildet, doch ihr war dafür viel zu übel und das nicht allein bei dem Gedanken wie sie vom Pferd kommen sollte.
Auf die Anweisung von Reeth war Esmond zu ihnen getreten und gerade als Lilian den Blick zu ihm wenden wollte, bemerkte sie einen Ruck, bei dem sie sich reflexartig mehr in die Umarmung Barkers zurückzog, sich fast an ihn schmiegte um nicht bei dessen Bewegung vom Pferd zu rutschen. Dieser hatte Esmond am Kragen gepackt und schien eindringlich irgendwas klar zu stellen. Dabei verstand sie erneut nur Esmonds Namen, überleben und das eindringliche ich. Aber sie konnte sich ungefähr zusammenreimen, dass Reeth Barker hier nur noch mal klar machen wollte, das er die Befehle gab. Es keime erneut so etwas wie Sorge in ihr auf, als sie Reeths grobes Verhalten sah, doch sie versuchte nicht in Esmonds Richtung zu sehen, sie durfte kein Mitleid haben, er war der Feind, es immer schon gewesen.
Mit einem Yes seinerseits schien das ganze geklärt und Reeth ließ von ihm ab um dann ehe sie sich auch nur versehen konnte, Lilian vom Pferd zu helfen.
Diese bekam kaum mit wie sich dessen Pferd wendete und er davon ritt.
Nein Lilian taumelte einige Schritte und sank dann nahe einem Baum zu Boden und musste erst einmal ihr inneres nach Außen kehren. Hustend würgend schluchzend vollzog sich dies und sie fühlte sich dabei erniedrigter als sie es sich hätte je vorstellen können. Das die Fesseln ihr dabei in die Handgelenke schnitten, und sie sich würde nicht mal den Mund abwischen können....womit auch und wie, trug nicht dazu bei sich würdevoller zu fühlen.
Obwohl ihr in diesem Moment eh alles egal war, sie war nur froh es überlebt zu haben und eines war klar, niemand würde sie mehr auf ein Pferd bekommen.
Als sie sich aufrichtete, indem sie sich zurücksetzte und erschöpft an den Baumstamm lehnte fiel der Blick der verletzten und erschöpften braunen Augen auf ihn, versuchten ihn zu mustern in nur fahlen Mondschein. Wie sollte es nun weitergehen, würde sie hier sitzen bis die Tränen getrocknet waren, bis Reeth wiederkam, für immer? Sie wusste es nicht und war sich nicht sicher ob Esmont Grei es würde wissen.
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Beitrag 22.05.2007, 10:16
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Esmond Gray
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TBC von: Stall der MacLeods
2.05.1746, Nacht
PP: Lilian

Er hatte das hier alles noch nicht gemacht.... nachdrücklich hallte dieser Gedanke immer wieder hinter seiner Stirn spürbar fordernd. Fordernd nach was?
Nun, auf Kosten dieser Gewissheit folgte ein Eingeständnis, dass nicht nur möglicherweise, sondern offensichtlich tief traf. Er hatte dies noch nie gemacht und wusste deswegen nicht, auf was er sich eingelassen hatte... was auf ihn würde zukommen, wenn er Barker zustimmte.
Und dennoch war er gegangen.... wohl weil sein Verstand ihm riet, dies sei die einzig realistische Überlebenschance. Er war darauf eingegangen... Der Strohhalm, den der andere Brite in Aussicht stellte schien weniger schnell abzuknicken als der, den sein eigenes Herz nicht sah... insgeheim jedoch erhoffte.
Nun stand er hier in der Finsternis der Nacht, seine Augen lagen nicht auf Lilian, die ihm wohl die Hoffnung gewesen war, wie sie sich am Fuße einer alten Kiefer übergab. Er versuchte viel mehr krampfhaft, wenn auch unhöflich, darüber hinwegzusehen... zum ersten, da es ihn selbst nicht minder hob, wenn ein Mensch in seiner Nähe sich übergab ... zum zweiten gab es eine Macht, die ihn zurückhielt. Er konnte sie nicht lokalisieren, aber wilde Thesen ergossen sich in seinem Geist, weshalb er von ihr Abstand halten sollte... Es war eine zu persönliche Sache, wenn einem übel war! über Vielleicht wollte sie ihn nicht in ihrer Nähe... immerhin hatte er sie entführt. bis hin zu der unüberwindbar scheinenden Blockade, die in seinem Kopf erwuchs und grundlegend damit argumentierte, dass er selbst es nicht wahrhaben wollte. Er wollte nicht, dass es so gekommen war, wie es sich momentan darstellte. Weder hätte er die rauen Worte Barkers gern vernommen, vornehmlich auch, da sie ihn auf eine Weise verletzten, die ihm unangenehm war. Genauso unangenehm wie die nur erahnte Abneigung gegen die Einstellungen und Ansichten desjenigen, der die Flucht durchführte und Esmond mitgenommen hatte. Zu guter letzt und vor allem zu dieser... wollte er nicht, dass sie in die Scheune gekommen war... Esmond wollte nicht, dass sie nicht schnell genug fortlaufen konnte. Esmond wollte nicht, dass Barker sich ihrer annahm. Esmond wollte nicht, dass er sie so behandelte, dass sie auf seinem Pferd gesessen hatte und er wollte vor allem nicht, dass er ihr weh tat.
Und was alles erfüllte sich von dem, was Esmond nicht wollte?
Alles war eingetroffen und nun stand der entflohene Sklave ehemals angesehener Adliger irgendwo zwischen der Wirklichkeit und der Träumerei in der all das hier nicht so geschehen war. Die vielleicht in dem eingetreten wäre... was Barker nur abfällig belächelt hatte....
War das da etwa der Drang in ihm, altbekannter Lethargie wieder nachzugeben und die Augen zu schließen? Nun, Lethargie bewahrte vor Tränen, die nur allzu deutlich von seinem Verstand als nutzlos abgeurteilt wurden. Der Fluchtgedanke jedoch im Nacken, wäre tiefe Melancholie nicht ratsam... meldete ebenfalls der Verstand und auch sein Herz gab ihm mit der Empfindung recht. Also was, wenn nicht sich selbst verlieren?
Und musste er anmerken, dass Lilian ihm half dabei, die Wirklichkeit nicht zu vergessen oder zu verdrängen?
Sie war fertig und hatte sich an einem Baumstamm gelehnt zurückgesetzt. Ihr Blick traf den seinen und er wich nicht aus, sondern hielt sich an ihren Augen fest, trotzdem sie ein Spiegel dessen waren, was die Frau, auf dem Waldboden sitzend, durchgemacht hatte.
Es schnürte die Kehle zu und ihm fiel es schwer, zu atmen... zu schlucken und zu leben bei diesem Anblick, der ihn wahrhaftig tiefer traf, als die vorangegangene Erkenntnis, er habe all das nicht gewollt. Denn war es nicht so, dass sie ihm dabei half zu erkennen, dass alles wollen nicht mehr von Bedeutung war. Es war geschehen. Sie beide waren hier allein in einem vor ungewollter Entdeckung schützend dichten Waldstück, Barker war auf und davon geritten und Esmond hoffte... besser sein Wille zu überleben hoffte, er kehrte zurück... möglichst noch in dieser Nacht. Es wäre zu früh, in Frage zu stellen, ob es tatsächlich sein Wille zu Leben gewesen war, der Esmond hatte fliehen lassen oder nicht viel eher die Aussicht zu fliehen vor allem, was nicht würde sein können. Und er würde daran verzweifeln, dass die Träume die er hatte dieses eine Mal greifbarer waren, als Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen. denn fassen und zu Wirklichkeit werden lassen... das war Unmöglichkeit.
Unmöglichkeit, die noch immer bestand, denn was sie zu Unmöglichkeit machte war nicht etwa die Tatsache der Abstammung, sondern ihre im fahlen Mondlicht schwarzen Augen, die ihm ohne das er es vielleicht wollte offenbarten, was sie fühlte. Ihre Seele war nicht angetan von all dem hier... und er befand sich in dem Zwiespalt, dass es die seinige in ihren Augen verlierend ebenso nicht war. Entgegen dem kam jedoch der Fakt... Er konnte nicht zurück und ein Teil des jungen Herzens wollte auch nicht zurück. Dieser Teil war es, dem er den Vorzug gab... denn dieser war es ebenfalls, der der Frage nach der eigenen Existenz noch am nächsten war.
So waren es Esmonds braune Augen, die sich nach kurzer Zeit nachgebend abwandten, ohne zu verschleiern, seine Handlung geschah aus Scham ihr gegenüber. Der hochgewachsene Brite versuchte unterdessen, diesem abwenden seines Kopfes zu Boden wenigstens für ein nicht vorhandenes Protokoll einen sinnvollen Anstrich zu geben. Er zog den unteren Saum seines zerschlissenen Hemdes aus dem Bund der abgetragenen Hose um sein Hemd kurzerhand im Anschluss daran über den Kopf zu streifen. Es war kalt gewesen und Lilian fehlte eindeutig der rechte Ärmel ihres Nachtkleides. Mit seinem Hemd bewaffnet näherte er sich ihr, begegnete dabei nur mit Vorsicht ihren Augen, bis er vor ihr angekommen war. Sich vor sie hockend, dabei vermied er es noch immer sie konsequent anzusehen, legte er den Stoff in seiner Hand auf seinen Schoß und begann mit übertriebener, wenn auch ehrlicher Konzentration, die vielen verzwickten Knoten Barkers zu lösen, die dieser um die Handgelenke Lilians gebunden hatte.
Ein irrsinniges Unterfangen sie alle lösen zu wollen, aber er wollte sich dem stellen. Als Esmond jedoch bemerkte, dass es noch eine Weile in Anspruch nehmen würde, lächelte er scheu zu Lilian auf und beschloss das Unterfangen, für das er zwar sein letztes Hemd geben würde, es aber ihr überlassen wollte, auf jetzt zu verschieben, die Knoten dagegen auf später.
Also ließ er Seil Momente lang Seil sein und widmete sich seinem Hemd, dass er recht kraftvoll und rücksichtslos entzwei riss Er hatte es auch nur auf die einigermaßen sauber erhalten gebliebenen Teile abgesehen, die sich im Schutz seines Hosensaums befunden hatten. Fertig mit seiner Zerstörungswut erhielt Gray zwei schmale Streifen Tuch.
Und dann war es unvermeidlich sie anzusehen. Wie sollte er sonst ihre Wangen treffen, um ihre Tränen zu trocknen, wie sollte er sich danach ihrem Mund widmen, an dem noch Reste ihres letzten Mahls klebten.
Behutsam tupfte Esmond so vor sich hin und versuchte hilflos, sich für all des, was geschehen war schweigend zu entschuldigen. Mehr als schweigend war nicht drin, wenn er sie so ansah... Aber unzweifelhaft konnte man das ehrliche Bedauern über ihrer beider Situation in seinen Zügen lesen.
Als er damit fertig war, die Spuren der Flucht in Lilians Zügen zu beseitigen wandte er sich wieder still den Knoten an ihren Handgelenken zu und während er eigentlich schweigen wollte, kam er doch nicht umhin, so angestrengt auf das verschlungene Seil starrend, sich auch mit Worten zu entschuldigen.
„ Es tut mir Leid.... Alles... wie es sich entwickelt hat. Ich wollte nicht, dass es so kommt.“
Sie verstand keine Silbe davon... womöglich.
Aber vielleicht verstand sie die Intention.. seinen Tonfall.. seine Stimme?
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Where is my heart?


Beitrag 22.05.2007, 10:16
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Lilian Elaine McLeod
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2.05.1746, Nacht
PP: Esmond

In stummer Verzweiflung, die nicht enden wollte, hatten ihre Augen auf ihm geruht und es war nicht sie, sondern er, de schlussendlich den Blick senkte vor Scham, wie sie meinte zu erkennen.
Sie konnte ihn verstehen, wer würde sich nicht schämen, wenn man sah was er sah, besaß man auch nur einen Hauch von Anstand. Dennoch war es eben jeder Anstand über den sie in Zweifel geraten konnte, bedachte Lilian, dass er ebenso verantwortlich war für das was man ihr angetan hatte. Er war zwar nur der, welcher weggesehen, nicht eingegriffen hatte, aber dennoch machte ihn das nicht weniger schuldig.
Sie konnte zwar nicht behaupten, dass sie einen Hass auf ihn verspürte, den verspürte sie auch Reeth gegenüber nicht, es war mehr Angst und Verzweiflung über eine Situation, in der sie nicht sein wollte, in die sie hatte nie kommen wollen.
Sie hatte es vorher nicht gewusst, aber sie hatte einer solchen Situation, in der sich zwischen dem was ihr Herz meinte zu fühlen und dem was passierte, entscheiden musste. Und dass das was geschah weitaus aussagekräftiger und entscheidender war als das was sie fühlte.
Sie sah wie er sein Hemd auszog und sie konnte immer noch nicht aufhören zu weinen, auch wenn sie schon nicht mehr wusste weshalb. Weinte sie noch wegen dem was die beiden ihr angetan hatte, weinte sie über den dumpfen physischen und psychischen Schmerz? Oder weinte sie nicht viel mehr um sich und ihn gleichermaßen, darüber das sie beide nicht wussten was sie tun sollten und auch der fahle Mondschein einem keine Klarheit würde bringen.
Für einen Augenblick drängte sich das sanft schlafende Lächeln Heathers in ihren Geist und sie musste hart schlucken und die Tränen krampfhaft zurückschieben. Sie durfte jetzt nicht an ihre Schwester denken, oder an ihre Familie, nicht daran wie sie würden reagieren, was für eine Angst sie um sie haben würden, wenn sie morgen früh erfuhren, dass sie fort war.
Wie standen auch die Wahrscheinlichkeiten sich wiederzusehen?
Sie wüsste es nicht mal zu sagen, hätte sie gewusst, was die beiden Männer von ihr wollten.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Esmond inne hielt in dem Aufknoten ihrer Fesseln, welche sich unnachgiebig fest in ihre Haut schnitten und sie sog scharf die Luft ein, als sie den Schmerz wahrnahm.
Sie hatte nicht mitbekommen, dass er versuchte sie von eben diesen Fesseln zu befreien und sie sah ihn verwundert abwartend an, als er inne hielt.
Sie begegnete dem warmen Braun seiner Augen, welches in dem schummrig kühl wirkenden Licht recht hart und dunkel wirkten, wenngleich sie es nicht waren, denn dass alleine machte sein scheues Lächeln deutlich, welches Esmond ihr zuwarf, als er sich erneut seinem ausgezogenem Hemd widmete und es kraftvoll entzwei riss.
Sie zuckte zunächst zusammen, doch als sie erkannte was er beabsichtige blieb sie ruhig und versuchte nicht einmal darüber nachzudenken, was er würde beabsichtigen, es schien als wenn jeder Gedanke, den sie bewusst versuchte zu denken, ihr Kopfschmerzen beriet und sie einzig und allein in einem nicht definierbaren Zustand vor sich hin saß und eben dachte, was sich ihr eben aufdrängte. Sie hatte nicht mal die Kraft Gedanken zu verdrängen, jedenfalls nicht ohne, dass sie sich danach vollkommen erledigt würde fühlen und ihe Familie und die Konsequenzen einer solchen Entführung waren ein solcher Gedanke....viel mehr ließ sich außer diesen nicht noch verdrängen.
Er beugte sich vor und sie konnte seine Augen nun nicht nur wieder gut erkennen, sie konnte sogar sein Haar an ihrer Stirn spüren, welches sie kitzelte, wenngleich nur für ein paar Sekunden, dann begann er sanft und vorsichtig ihr die Tränen zu trocknen und die kläglichen Spuren, die verrieten, welche Angst sie eben durchgestanden hatte.
Sie wusste er meinte es gut und sie war ihm dankbar dafür, dass er ihr half und sich nicht angeekelt sich selbst überließ, immerhin hielt ihn niemand dazu an einer Gefangenen derart zu helfen, dennoch....drängten sich erneut Tränen auf. Denn so sehr er ihr half, war es dennoch auf gewisse Art und Weise entwürdigend hier zu sitzen, gefesselt, halb entblößt, verdreckt und verschwitzt und noch dazu einen beißenden Geruch Erbrochenes in der Nase und den Geschmack auf der belegten Zunge spürend.
Erneut wollten sich Tränen aufdrängen ob dieses Moments, indem sie durchaus in der Art seiner Bewegung wahrnahm, dass er versuchte sich zu entschuldigen, auf die Art, wie es ihm möglich war.
Aber es machte eben auch deutlich, dass es nur eine Entschuldigung war und nicht der Versuch ihr zu helfen und sie wieder zurück nach Hause zu bringen.
Dabei wusste Lilian nicht einmal ob es das war was sie wollte, sie wusste das es bedeuten würde ihn nie wieder zu sehen und das er mit einer solchen Tat sein Leben würde riskieren, denn wenn er nicht ungesehen wieder auf den Dachboden würde gelangen, dann würde Connor sicher nichts mehr daran hindern ihn aufzuknüpfen.
Die Verzweiflung und die Qual in diesem Augenblick tat sich auf wie ein großes schwarzes Loch und sie war sich nicht sicher, wie sie diesem noch entgehen sollte.
Wie hatte sich ihr Leben von heute auf morgen so ändern können? Wie hatte sie die Dunkelheit nicht erkennen können, so dass sie nun vollkommen hilflos ihr gegenüber war.
Oder hatte sie sie sehr wohl gesehen nur nicht wahrhaben wollen?
Hatte es nicht schon damit angefangen, dass Connor sich so verändert hatte?
Würde diese ganze Sache auch sie verändern? Verändern wie ihn?
Das konnte sie kaum zulassen, sie dufte dem Dunklen keine Chance geben, es musste einen Weg geben, sie mochte ihnen gerade nicht sehen, aber es musste einfach eine Lösung geben und sie würde sie auch finden. Vielleicht lag sie ganz einfach darin, dass Esmond und sie nun alleine waren. Vielleicht hatte Reeth vor alleine weiter zu fliehen und Esmond nur deutlich gemacht was passieren würde, würde er ihn verraten.
Hoffnungsvoll und ruhiger lag ihr Blick nun auf Esmond, der das erste Mal die Stille zwischen ihnen unterbrach.

„ Es tut mir Leid.... Alles... wie es sich entwickelt hat. Ich wollte nicht, dass es so kommt.“

Sie versuchte anhand der wenigen Worte, wie mir und alles und nicht und kommen, sowie seinem Tonfall zu verstehen was er ihr sagen wollte, denn Lilian spürte es war wichtig, es war einfach etwas was sie verstehen musste. Vielleicht nicht mal die Worte, sondern nur dessen Intention. Die im Grunde eine Entschuldigung darstelle, jedenfalls nahm sie dies an. Es mochte so etwas sein wie es tat ihm leid.....das er nicht mitkommen konnte.....das sie mitkam....das Reeth mitkam......
Es war ein merkwürdiger Moment, das Dunkle im Nacken, kein Licht voraus und dennoch das tiefe Gefühl von Sicherheit und Hoffnung, dass sich in ihr breit machen wollte, wie sie so dasaß und Esmond ansah, seine Worte verklingen ließ.
Es war ihre Hand, welche sich trotz der Fesseln auf die seine legte und ein sanftes Lächeln, welches andeuten sollte, dass sie verstanden hatte was er sagen wollte, oder viel mehr alles was sie wissen musste verstanden hatte.
"Merci..... Gura mie ayd...... Esmont." Sie lächelte und für einige Sekunden war da derselbe offene, vertaute und zärtliche Blick in ihren Augen, wie damals auf dem Feld, als sie sich das erste Mal unterhalten hatten.
Damals....es war gerade gestern gewesen...wie konnte sie von damals sprechen, auch wenn es ihr wie ein anderes Leben vor kam?
Sie riss sich zur Ordnung und sah ihn fragend an, deutete auf sein Werk des Aufknüpfen der Fesseln und dann in die Richtung in die Barker verschwunden war.
"Barka?......not cam…..beck?" Das klang mehr brüchig als sicher, aber so sicher war sie auch nicht ob Esmond würde verstehen, oder ob sie die Antwort wollte wissen. Aber sie fügte dennoch an.
"Gefangen," deutete auf ihre Fesseln.....
"Barka....." sie wollte mit einer Bewegung ins Nichts anzeigen, dass er weg war und dann deutete sie auf Esmond, seine Hände, die versucht hatten sie zu befreien.
"liberte?" und deutete auf sich und ihn.
Ob er verstand das sie ihn versuchte zu fragen, ob sie beide nun frei waren. Ihre Augen drückten aus das sie sich beruhigt hatte, dass sie weitaus gefasster als noch zuvor war, aber sie vermochte nicht zu sagen, ob es an der Aussicht lag nun befeit zu werden, oder ob sie den Gedanken weiterhin die Gefangene dieser beider Engländer zu sein nur so weit wie möglich von sich schob.
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Beitrag 22.05.2007, 10:17
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Esmond Gray
Engländer
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2.05.1746, Nacht
PP: Lilian

Die Nacht war kalt und er hatte nicht darüber nachgedacht, hätte er es jedoch getan... so wäre ihm nicht klar gewesen, dass sein Hemd ihm soviel Wärme spenden konnte. Sein nackter Oberkörper wurde von Gänsehaut überzogen.
Wenn er aber ehrlich war, so hatte er keine Sekunde nachgedacht, bevor er sein letztes Hemd für Lilian gegeben hatte. Er vermochte es nicht, im speziellen sie, weinen zu sehen... Und was, außer dies konnte er noch tun, um ihr zu helfen?
Ihm schien es der einzig akzeptable Weg der Hilfe, die er geben konnte. Leider vermochte er nicht, ihr die Freiheit zu geben und damit seine einzige Möglichkeit vielleicht selbst frei zu kommen, gehen zu lassen. Nein, Esmond wusste nicht weshalb, jedoch war da eine Gewissheit in seinem Kopf, die ihm sagte, es war richtig, was er tat. Er konnte nur auf den erfahrenen Barker vertrauen, wenn er entkommen wollte und er hatte ihm ertraut. Nun gab es kein zurück mehr, das er hätte wahrnehmen können.
Und dennoch konkurrierte diese Gewissheit mit einem stechenden Gefühl in seiner Brust, wenn er sah, was Barker ihr antat. Und da es zwar anstrengend war, diesen Kampf von Gefühl und Verstand zu ertragen... er jedoch zu keinem Ende fand.... blieb Esmond nur eine Möglichkeit. Er konnte begrenzen, was der davon gerittene Barker anrichtete.
Deswegen hockte er vor ihr und ließ sie gewähren, als Lilian ihre kühlen Finger auf seine Hände legte. Er hätte wohl eine Ewigkeit, wenigstens aber bis zum Morgengrauen so verweilen können, denn während er ihre noch immer gefesselten Hände auf diese Weise indirekt wärmte, tat sie es ebenso mit ihrem Lächeln, das er schweigend betrachtete. Von innen heraus spürte er bald nichts mehr von schneidendem Wind und feucht kaltem Nebel, der sich wie ein Tuch über den Waldboden legte, auf seinem gebeugten Oberkörper.
Ohne Zweifel, sie hatte ihn verstanden... und somit die Befürchtung, er konnte ihr nicht deutlich machen, wie leid es ihm tat, sich nicht erfüllen lassen.
Esmond versank in ihrem Blick, der von ihre Stimme unterstrichen wurde, bettete unterdessen ihre Hände in seine und lächelte zaghaft zurück. Wie konnte der Herr etwas so schönes geschaffen haben... war es falsch, es mitnehmen zu wollen?
Seine braunen Augen, die bis zu diesem Gedanken in Seligkeit auf ihr lagen, verschleierten leicht, doch bevor auch sie es hätte merken können, entfloh die innige Zweisamkeit. Esmond wollte nicht bestreiten, dass ihm dies nicht ganz unrecht war. Es war kaum an der Zeit, sich in Gedanken zu verlieren, die jedoch völlig unwichtig waren. Unwichtig unter diesen Umständen einer Flucht.
Also ließ es sich von Lilians Frage gern zurückbringen in diesen Wald, am Fuße eines Baumes. Er folgte ihren Gesten und dem Gesagten.
Er folgte ihr aufmerksam. So aufmerksam, dass er sie schweigend ansah, wobei seine Hände tatenlos in seinem Schoß ruhten, als sie auf sich und ihn deutete und die wohl unwissende Frage an ihn richtete, ob sie frei wären.
Ja... waren sie frei? Und was bedeutete dieses Wort schon? So viele sind für sie gestorben, seitdem es zu einem greifbaren Ausdruck dafür geworden war, dort hin zu gehen, wo man würde am liebsten auf der Welt sein.
Wo würde Esmond Gray am liebsten sein?
Es gab eine Zeit, da hatte er sich gewünscht, er wäre am liebsten bei seiner kleinen Schwester Marry im Himmel gewesen. Aber er hatte nicht gekonnt... wer hätte dann auf Lizzie aufgepasst? Sie konnte unmöglich allein in London bleiben.
Ja... mit 16 Jahren hatte Esmond die Welt so gesehen...
Nun aber strich er sich eine Strähne seines halblangen Haares fast verlegen zurück und in seinen Augen stand wohl geschrieben, was er ihr alles darauf geantwortete hätte. Das meiste verschluckte sicher die Dunkelheit und so blieb nur ein zurückhaltendes Schütteln des Kopfes übrig, dass er ihr gab.
Ablenkend von dieser Gewissheit wendete er seinen Blick und damit seine Aufmerksamkeit wieder Lilians Fesseln zu und setzte fort, was er zuvor begonnen hatte. Er wagte es nicht aufzusehen und erst als sich das gedrehte Seil endlich fast von selbst löste, hob er seinen Kopf... zu kurz, um den Ausdruck in ihrem Gesicht erkennen zu können.
Und um dies auch noch ein paar weitere kostbare Minuten zu vermeiden, beschäftigte er sich sicher endlos damit, dass Seil in seinen Händen zusammenzurollen, bevor er wieder aufsah und in die Richtung deutete, in die Barker geritten war.
Esmond wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, seitdem Reeth sich verabschiedet hatte und bevor sie hier draußen womöglich entdeckt wurden, empfand Esmond Gray es sicher als passenden Moment, dem rohen Briten zu folgen.
" We have to go…" versuchte er ihr langsam zu erklären, wobei er "go" nochmals wiederholte und auf sein Pferd deutete. Er stand auf, half auch Lilian dabei, sich aufzurappeln und nachdem sie, mit Respekt vor dem großen Reittier abgelehnt hatte, aufzusitzen, während Esmond das Pferd an den Zügeln führte gingen sie bald nebeneinander durch das Unterholz... immer der Nase und dem schwachen Schein von Licht in der Ferne nach.


Tbc für Lilian und Esmond : Haus der MacKimmies
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Where is my heart?


Beitrag 22.05.2007, 10:17
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