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Sons of Scotland > Anwesen der Familie Duncan MacLure

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Lilian Elaine McLeod
McLeod
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Geschlecht: Geschlecht:weiblich

Anmeldungsdatum: 20.05.2007
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Wohnort: In der Achterbahn der Gefühle
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Beitrag 22.05.2007, 00:33
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Murrin MacLure
McLeod
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10. Mai 1746, Nachmittag
PP: Murrin

Murrin trat durch die Küchentür und schloss diese eher unsanft.
Sie war nicht wütend, sie war…aufgewühlt.
Dabei wusste sie nicht mal weshalb genau.
Sie hatte auch nicht die Zeit darüber nachzudenken. Sie sollte den Mann nicht zu lange alleine lassen, vielleicht glaubte er noch sie würde nicht wieder kommen.
Vielleicht würde er sich noch etwas antun, bei dem Versuch wegzulaufen.
„Murrin?“
Ihre Mutter kam die letzten Stufen die Treppe herunter und musterte sie fragend, Murrin nickte nur abwesend bereits Wasser über dem Feuer aufsetzend.
„Was...machst du da Kind? Wo ist…der Mann?“
Murrins Stimme klang zerstreut, als sie antwortete er sei in der Scheune.
„Murrin!“
Eilis Stimme war laut geworden, riss Murrin augenblicklich aus ihrer Gedankenwelt und sie blickte ihrer Mutter in die grünen Augen, die abwartend, eine Antwort erwartend, auf ihr ruhten.
„Was geht hier vor sich? Hast du ihn etwa alleine gelassen?“
Eilis machte eine Pause, sah auf den Tee, den ihre Tochter hatte vorbereiten wollen und musterte sie genauer.
„Was machst du da überhaupt?“
Murrin seufzte und ließ sich die Blechdose mit den Teeblättern in den Händen auf einen Küchenstuhl nieder.
Die Dose auf den Tisch gestellt fuhr sie sich durchs Haar, stützte den Kopf in die Hände und sah ihre Mutter von der Seite her an.
„Ich weiß es nicht.“
Eilis setzte sich zu ihrer Tochter musterte sie besorgt.
„Was ist los…warum der Tee?“
Murrins Stimme war enttäuscht und dennoch irgendwie trug sie eine Spur Verzweiflung, die sie nicht erklären konnte.
„Den Mann, den sie uns gebracht haben…Mutter…er ist krank.“
Murrin sah ihre Mutter ins Gesicht und sah wie sich deren Augen weiteten.
„Aber…er sollte doch…“
„Ich weiß,“ unterbrach Murrin sie.
„ich weiß doch was sie gesagt haben. Aber der Mann da drüben…er ist ausgemergelt, er ist ungepflegt und…er hat Fieber. Ich weiß nicht woher, aber es steht in den Augen. Außerdem konnte er kaum den Weg vom Hof bis zum Stall zurücklegen, ohne das ich ihn stützte.“
„Er kann also nicht weglaufen?“
Murrin schüttelte den Kopf.
„Und du bist sicher, dass er das nicht nur gespielt hat? Kind wir bekommen riesigen Ärger, wenn er…wenn er uns entwischt.“
„Mutter…der Mann steht dem Tod näher als dem Leben!“
Murrins Stimme klang heftig und sie konnte nicht erklären wieso sie abrupt aufgestanden war und ihre Stimme hatte nicht kontrollieren können.
„Vergib mir mein Ton. Er war nicht angemessen, entschuldige bitte.“
Murrins Augen lagen bittend auf Eilis, die sich erhob und seufzend zu ihr trat.
„Ist schon gut Murrin. Ist schon gut…Du wirst ihm Tee bringen und etwas zu Essen. Vielleicht etwas zum Anziehen. Vielleicht passen ihm ein paar Sachen von Ian. Ich werde sie holen, mach alles andere fertig…wir gehen zusammen hin.“
Eilis Augen bekamen diesen traurigen Glanz, wenn sie den Namen ihres Sohnes erwähnte und Murrin wandte den Kopf ab, nickte aber.
Eilis Lächeln war von Strebsamkeit geprägt nicht von Freude, als sie die Treppe in den kleinen Keller hin unterschritt.
Murrin setzte den Tee auf, und füllte etwas von dem noch warmen Auflauf in eine Schüssel. Den Tee goss sie gerade in einen Becher, als ihre Mutter mit einem Pullover einer warmen Hose, einem Unterhemd und einer Decke wieder in die Küche trat.
Murrin meinte auch Unterwäsche und Socken zu erkennen.
„Bist du soweit?“
Murrin nickte, steckte ein Küchenmesser ein.
Als Eilis fragend die Augenbrauen hob, erklärte Murrin schnell es sei für die Fesseln, dann traten die beiden Frauen aus dem Haus heraus und gingen den Weg zur Scheune in eiligem Schritt.
Murrin trat als erstes ein.
Sie erkannte ihn.
Er war wieder aufgestanden, ganz wie sie befürchtet hatte.
Für Sekunden musterten sie einander, als er auch sie wahrnahm und dann taumelte er mit einem Nicken, dass sie erwiderte in Richtung des Strohlagers, auf das er sich niederließ.
Murrin bedeutete mit einem Kopfnicken, ihrer Mutter einzutreten und kniete sich dann ohne weiteres vor den Engländer.
„Ganz ruhig. Ich bin wieder gekommen. Das hatte ich versprochen, erinnerst du dich?“
Sie sah ihn fragend an, versuchte in seinen Augen zu lesen, ob er sie erkannte.
„Er versteht uns?“
Eilis Stimme barg Unglauben und Murrin sah über die Schultern zu ihrer Mutter.
„Nein…aber ich dachte…vielleicht…beruhigt ihn eine Stimme dennoch.“
Sich wieder zu ihm drehend sah sie ihn lächelnd an.
„Wie ich sehe hast du versucht, dich zu waschen. Hier.“ Sie reichte ihm einen Lappen.
„Damit kannst du sicher mehr bezwecken. Ich habe hier Tee…Essen. Das wird dir gut tun. Meine Mutter,“ Sie deutete auf Eilis
„sie hat etwas Warmes zum Anziehen. Anziehen verstehst du?“
Eilis seufzte, trat an Murrin vorbei und warf einen knappen Blick auf den Mann, zog dann ihre Tochter auf die Beine.
„Komm Murrin. Lass ihm das alles da.“
Sie legte ihre Kleider auf den Boden und sah Murrin an, deutete zur Tür.
„Wir sollten gehen. Du passt auf, dass er nicht wegläuft und ich“, Eilis rieb sich die Hände an der Schürze, die sie vom Kochen noch immer trug.
„ich gehe zur Burg und melde das. Sie müssen ihn abholen und uns einen neuen…“
„Nein!“
Murrins Stimme zitterte vor Erregung und sie hatte ihre Mutter am Arm gepackt, ihre Augen sahen flehend in die ihrer Mutter.
„Bitte!“
Eilis sah sie fragend an.
„Warum sollte ich nicht? Murrin,“ Eilis seufzte.
„ich weiß, dass ist nicht schön, aber…wir brauchen einen Mann, der uns helfen kann und nicht…nicht jemand der…wir können hier keinen brauchen, der uns unter den Fingern wegstirbt.“
Murrin schüttelte den Kopf, ihre Augen waren entschlossen ihre Stimme fest.
„Ich werde ihm helfen. Ich kann das schaffen.“
Eilis Miene wurde erneut verständnislos.
„Wieso Kind? ...Wir haben dafür keine Zeit, Murrin.“
„Bitte“, Murrins Stimme war flehend.
„ich bitte dich Mutter. Sieh ihn dir an. Ich bin sicher wie können ihm helfen gesund zu werden. Wenn du zur Burg gehst…werden sie ihn…sie werden dafür sorgen, dass er…Er hätte doch keinen Nutzen mehr.“
Murrins Blick lag eindringlich auf den Augen ihrer Mutter.
„Bitte! Lass mich das versuchen.“
Eilis seufzte. Warf einen Blick zu dem Mann und seufzte erneut.
Den Blick, den sie Murrin schenkte war ernst keineswegs begeistert, aber sie gab nickend ihre Zustimmung.
„Fünf Tage. Ich gebe dir fünf Tage Zeit ihm zu helfen, wieder auf die Beine zu kommen…nicht einen Tag mehr.“
Eilis nickte knapp und Murrins Lächeln war dankbar, ihre Stimme ebenso, als sie ihrer Mutter leise dankte.
„Schon gut, du hattest schon immer einen Dickschädel Murrin mcLure. Sieh zu, dass du recht behältst und schließ den Stall ab wenn du ins Haus kommst.“
Beinahe draußen erklärte sie ernst, sie solle nicht zu lange bleiben, dann schloss sie die Scheunentür und ließ Murrin und den Mann alleine.
Sich dem Fremden wieder widmend, kam Murrin mit den Kleidern näher. Sie hockte sich neben ihn, nahm den Lappen begann ihn ins Wasser zu tauchen und sein Gesicht damit zu befeuchten.
„Hast du gehört? Fünf Tage gibt sie uns. Also du musst mir ein wenig helfen, damit du wieder gesund wirst, verstanden?“
Sie lächelte, vermied es ihm zu lange in die Augen zu sehen…sie beunruhigten sie.
Stattdessen griff sie nach dem Küchen Messer und durchtrennte in einer Anstrengung die Fesseln an seinen Händen und Füßen.
Sie lächelte, während sie diese beiseite legte, ihm stattdessen Tee und Eintopf reichte.
„Hier du musst trinken…das wird dir helfen und das Essen stärkt dich. Du musst zu Kräften kommen, verstehst du? Nachher schau ich mir dich an…ich muss wissen woher dein Fieber kommt und wir müssen dich waschen, umziehen und…ich sollte deine Haare schneiden.“
Sie lächelte, beobachtete ihn neugierig.
„Sicher verstehst du kein Wort und musst denken ich sei verrückt.“
Sie lachte.
Na schön sollte er das denken.
Fünf Tage…
Sie hatte nur fünf Tage Zeit.
Damit eben keine zu verlieren.
Sie sollte gleich heute noch Egraine suchen, vielleicht war sie im Dorf und konnte sich den Kerl angucken.
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Beitrag 22.05.2007, 09:31
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Murrin MacLure
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10. Mai 1746, Nachmittag
PP: Murrin, Eilis, Egraine

Murrin hatte sich erschrocken, als er so plötzlich nach ihrer Hand griff. Sie hatte ihm weder die Schnelligkeit noch die Kraft zugetraut, mit der er sie fest hielt. Nicht in seinem Zustand jedenfalls.
Sie sah ihn jedoch abwartend an, versuchte nicht misstrauisch zu werden, obwohl er so anders schien.
Seine Worte waren beinahe wie ein Befehl und Murrin wusste nicht, ob ihm das klar war oder er einfach nur große Angst verspüren musste, dass sie wen holte.
Weshalb konnte sie vage vermuten.
Sie nahm an, dass er befürchtete er würde als wertlose Arbeitskraft abgeholt und…
Murrin dachte nicht weiter, nickte nur kurz, als er sie endlich los ließ.
„Ich verstehe.“
Sie lächelte nicht.
Sie war nicht glücklich über den Verlauf, weil sie sich wirklich besser gefühlt hätte, jemand sah sich seine Verletzungen an, die er haben musste.
Wenn ihm niemand half würde er so oder so nicht mehr lange leben und sie konnte ihm keine Hilfe sein.
Vielleicht wusste er das nicht, vielleicht war es ihm nicht klar.
Sie hatte immerhin behauptet sie würde ihm helfen.
Sie hatte dabei jedoch mehr daran gedacht jemanden zu holen, der helfen konnte.
Seufzend schloss sie die Tore des Stalles zu, damit niemand rein…und raus konnte, bevor sie zum Haus zurückging.
Eilis, ihre Mutter, wartete in der Küche auf sie und ihr ernster Blick durchbohrte Murrins Rücken, als diese die Schüssel, in der die Suppe für den Gefangenen gewesen war, ausspülte und wegräumte.
„Sag es schon, Mutter.“
„Was?“
Murrin drehte sich um, trotzte dem Blick ihrer Mutter. Das Funkeln in ihren Augen stand dem ihrer Mutter in Nichts nach.
„Sag endlich, dass ich unmöglich bin. Das ich nicht weiß was ich da versprochen habe. Sag“, Murrin holte Luft versuchte ihre Stimme zu bändigen, damit ihr Vater sie nicht hören konnte.
Duncan MacLure würde durchdrehen wenn er erführe, dass auf seinem Hof, in seinem Stall, ein räudiger englischer Bastard saß. Er würde ihr eine ordentliche Tracht Prügel verabreichen, wenn er erfuhr, dass sie darum gebeten hatte.
Um Hilfe von englischen Arbeitern.
„Sag mir, dass ich einen Fehler gemacht habe und dass es nicht funktionieren wird. Sag mir das du wütend bist, aber…sieh mich nicht so an.“
Murrins Stimme war flehend geworden und sie lächelte ihre Mutter liebevoll an. „Du weißt, ich kann es nicht ertragen, wenn du mich so böse ansiehst.“
Eilis strenge Miene wurde ebenfalls sanfter und sie lächelte, während sie sich seufzend an den Tisch setzte.
Sie deutete mit einer Handbewegung an, dass sich Murrin zu ihr setzen sollte und diese tat es.
Eine Weile schwiegen Mutter und Tochter, dann ergriff Eilis das Wort.
Sie sah Murrin ergründend an.
„Es ist ein Fehler. Es ist ein großer Fehler und ich denke wirklich, dass du das Versprechen, dass du ihm gegeben hast…das du es nicht wirst halten können.“
Eilis Blick wandte sich nicht von ihr, als sie kleinlaut den Blick auf die Tischplatte senkte.
„Aber das ist es nicht was mir Angst macht, Murrin. Du hast schon immer Dummheiten gemacht, wenn du nicht nachgedacht, sondern Dinge einfach aus dem Bauch heraus kopflos entschieden hast.“
Murrin hob den Blick wieder und sah ihre Mutter fragend an.
„Was ist es dann?“
Eilis ergründender Blick musterte sie eine Weile ausgiebig, bevor sie Murrins Frage beantwortete.
„Ich weiß nicht wieso du es getan hast. Früher hat es einfache Gründe dafür gegeben. Aber…hier ist es etwas Anderes. Einem Menschen Hilfe zu versprechen…wenn du ihn dabei so ansiehst, dann“,
Murrin unterbrach ihre Mutter erstaunt. „Wie meinst du das so ansehen ? Wie habe ich ihn den angesehen?“
Eilis Blick wurde nachdenklich. „Genau das weiß ich nicht und genau das macht mir Sorgen.“
„Das verstehe ich nicht. „
Eilis lächelte.
„Nein, dass kannst du auch nicht verstehen, du bist ein Kind und ich deine Mutter. Mütter machen sich immer über Dinge Sorgen, die ihre Kinder gar nicht als Gefahr erkennen.“ Sie lachte ausgeprägt und warm. „So ist das schon immer gewesen.“
Murrin lächelte und ergriff die Hand ihrer Mutter. Während sie diese drückte sah sie ihr fest in die Augen.
„Ich passe auf mich auf. Ich passe auf, dass es kein Fehler wird, in Ordnung?“
Eilis nickte unbestimmt. „Aye…für alles andere ist es jetzt eh zu spät, nicht wahr?“
Murrin lächelte kleinlaut und nickte zustimmend.
„Aye, das stimmt.“
„Na dann“, Eilis seufzte aufraffend. „Ich werde mich auf dem Weg zum Feld machen.“
„Wieso?“
Murrin sah ihre Mutter überrascht an.
„Nun irgendwer muss dort etwas machen. Und er wird es kaum tun können.“
„Kommt nicht in Frage, ich kann gehen!“
Murrin stand bereits auf, aber ihre Mutter hielt sie zurück.
„Nein!“ Sie lächelte sanfter und strich ihrer Tochter über die Wange. „Nein mein Kind.“ Eilis sah Murrin fest in die Augen. „Das geht nicht. Du hast eine Verantwortung hier. Du hast jemandem etwas versprochen und das wirst du halten, aye? Denk an das was ich gesagt habe: Fünf Tage. Also fang lieber an, solange werde ich sehen, was ich auf dem Feld ausrichten kann. Vielleicht finde ich auch im Dorf doch noch jemand der mir hilft.“
Sie lächelte zuversichtlich.
„Murrin?“
„Ja?“
“Sei bitte so gut und sieh heute Nachmittag noch mal nach deinem Vater, er schläft zurzeit, aber du weißt ja wie er ist, wenn er wach wird. Vergiss, dass nicht. In Ordnung?“
Murrin schüttelte den Kopf und versprach nach ihm zu sehen.
„Mach dir keine Sorgen, ich kümmere mich inzwischen um den Hof und versprich mir, dass du dich nicht übernimmst, aye?“
Eilis lachte.
„Werd nicht unverschämt, Tochter, ich bin noch keine alte Frau.“
Sie band sich ihr Kopftuch um, zog ihren Plaid so, dass sie ihn wie einen Mantel tragen konnte, über und verließ den Hof.
Murrin sah ihr nach bis sie ihre Mutter nicht mehr sehen konnte.
Es tat ihr weh ihr zuzusehen.
Eilis war immer schon eine Frau gewesen, die angepackt hatte.
Murrin kannte ihre Mutter nur als eine Frau, die immer irgendetwas getan, die immer gearbeitet hatte.
Dennoch, die Feldarbeit war körperlich sehr harte Arbeit, vor allem da ihr Vater die Steckrüben, die Kartoffeln und den kohl mit der Hand anbaute.
Duncan MacLure hielt nichts von Werkzeug.
Jetzt würde das ihrer Mutter einiges erleichtern…
Murrin schüttelte den Gedanken ab. Sie hatte keine Zeit fürs dastehen und nichts tun. Wenn ihre Mutter gart arbeitete, dann würde sie ihr wenigstens hier alle Arbeit abnehmen, die sie konnte.
Die Ärmel ihres Hemdes, welches sie unter dem ärmellosen Kleid trug, hoch gekrempelt, besah sich Murrin den Hof.
Wo anfangen war die Frage?
Hm…

Hm war es das?
Die Zeit war sehr schnell vergangen, schneller als sie mitbekommen hatte.
Murrin hatte die Fasane, die sie hielten gefüttert. Vier sehr stolze Tiere. Ihr Bruder hatte sie einst gefangen und anstatt sie zu töten, hatten sie die zwei Tiere behalten. Sie hatten letztes Frühjahr Junge bekommen. Zwei an der Zahl. Die meisten Weibschen bekamen danach keine Junge mehr, also würden sie, waren sie darauf angewiesen, die Mutter demnächst schlachten. Die beiden Nachkommen waren idealerweise weibliche Tiere.
Murrin nahm es sich nicht, dennoch mit den Tieren einen kurzen Mittagsplausch zu halten, bevor sie die vier Schafe und die zwei Pferde, sowie die drei Ziegen, die sie im Stall hielten zu füttern und deren Boxen sauber zu machen.
Sie sah dabei, dass der britische Gefangene sie beobachtete und sie lächelte ihm hin und wieder zu.
Sie sprach auch mit ihm, selbst wenn sie sich nicht sicher war, ob er sie verstand.
Sie erklärte ihm wie die Tiere hießen. Wie alt sie waren und wie lange sie diese hatten.
Sie erzählte ihm deren Nutzen und als sie fertig war mit ihrer Arbeit sah sie zu ihm herüber und lächelte.
„Ich wollte dir noch deine Haare schneiden.“
Sie sah sich um und deutete auf einen Eimer.
„Hier“, sie reichte ihm den. „setz dich darauf, ich hole eine Schere.“
Sie betrat das Haus und kaum hatte sie die Tür geschlossen, donnerte von oben eine laute Stimme los, die die Bilderrahmen an der Wand erzittern ließen.
„Ist da wer?“
„Ich bin es Vater, Murrin.“
Murrin schrie laut, den Duncan MacLure behauptete schwerhörig zu sein, dabei hörte der alte Brummbär wie ein Wachhund.
„Murrin?...Aye Mädchen komm hoch.“
Sie steckte die Schere in ihre Schürzentasche und lief dann die Treppe hoch.
Man durfte ihren Vater nicht warten lassen, er wiederholte sich nicht gerne zweimal und er war fürchterlich ungeduldig. Vor allem ungenießbar wie verbrannter Porridge wenn er nicht bekam was er wollte und das am besten gleich.
„Ja, Vater?“
Sie trat durch die Tür und blieb am Rahmen gelehnt stehen. Sie lächelte ihn an und Duncan MacLure, der sich in seinen Kissen aufrichtete, musterte seine Tochter lächelnd.
„Setzt dich schon her, Kind.“
Sie kam zu ihm und setzte sich neben ihn. Seine hand nehmend, drückte sie diese sanft.
„Wie geht es dir heute?“
„Gut. Gut, sieht man davon ab, dass mir keiner erlaubt aufzustehen.“ Er lachte brummend. „Dabei wäre ich schon wieder in der Lage wieder richtig mit anzupacken. Das diese Tagelöhner mein Feld alleine bewirtschaften, passt mir nicht. Diesem Gesindel kann man nicht trauen.“
Er schnalzte verächtlich mit der Zunge und Murrin unterließ es ihm zu widersprechen.
Das war nicht gut und außerdem hatte sie Angst sich zu verraten.
Es gab ja keine Tagelöhner.
„Aber deine Mutter hat geschworen sie geht zu Tante Laura, wenn ich ihr widerspreche und aufstehe. Pah!“ Er brummte etwas Fluchendes vor sich hin. „Tante Laura! Dieser alte Geier, die konnte mich noch nie leiden.“
Murrin lächelte.
„Ach Vater, Tante Laura, kann niemanden leiden, dass gehört zu ihrem Wesen, als alte, komische, einsame Dame in Inverness zu leben. Sie würde nie zugeben, dass sie jemand mag, aber wir alle wissen, dass sie Ian vergöttert hat.“
Murrin hielt inne und senkte den Blick.
„Entschuldige Vater.“
Ihre Mutter hatte verboten, dass sie von ihrem Bruder sprach, aber ihr Vater gluckste lachend.
„Ach ja das stimmt. Ein guter Junge, dem konnte sich nicht mal diese stolze Kauz entziehen.“
Er sah zu Murrin, in seinen Augen lag eine Frage.
„Wo ist deine Mutter, ist sie da? Schick sie doch rauf, ich will ein wenig mit ihr reden, aye? Sie ist immer noch so traurig.“
Er hüstelte.
Duncan mochte nicht, wenn man sah, dass er seine Frau sehr liebte und für sie sogar vergaß, dass er der Herr im Haus war.
Murrin suchte in gedanken nach einer Ausrede.
„Ähm…“
„Was ist?“
Ihr Vater wurde hellhörig. Er witterte Verschwörung drei Meter gegen den Wind und niemand konnte ihn belügen. Ian hatte das immer behauptet und Murrin hatte im stets geglaubt.
Jetzt hatte sie so sehr Angst, dass ihre Knie zitterten.
Wie gut, dass sie von dem dunkelgrünen Stoff ihres Kleides verdeckt wurden.
„Also Mutter ist nicht da.“
„Nicht da?“ Duncan hob lauernd die Augenbrauen. „Was macht sie? Sie ist doch nicht etwa heimlich in die Stadt und hat eine Arbeit angenommen.“
Seine Stimme wurde drohend laut.
„Ich habe ihr gedroht ich werde sie bestrafen, wenn sie für irgendeinen dieser feinen Leute anfängt zu putzen oder kocht und wäscht.“
Murrin versuchte ihren Vater zu beschwichtigen.
„Nein, nein Vater. Sie ist in der Stadt ein paar Besorgungen machen und dann möchte sie noch Jane besuchen. Die beiden haben sich einiges zu erzählen.“
Jane war die Mutter von Aislin MacLeod, einer Freundin von Murrin.
Ihre beiden Mütter waren schon lange befreundet.
Murrin hoffte ihr Vater würde ihr glauben.
„Hm.“ Das Brummen sollte eine Zustimmung sein und Murrin spürte wie sich ihr Körper entspannte.
„Soll ich dir etwas bringen, Vater?“
„Nein.“ Er klang wieder herrisch und stur. „Lass mich alleine, ich möchte einfach etwas Ruhe.“
Murrin nickte und erhob sich.
„Schließ die Tür!“
„Ja, Vater.“
Sie senkte den Blick und schloss die Tür hinter sich.
Im Flur erlaubte sie es sich erleichtert durchzuatmen.
Dann schlich sie leise die Treppe hinunter um ihn nicht mit lautem Getrampel weiter zu erzürnen.
Die Strecke vom haus zum Stall, quer über den Hof, rannte sie beinahe.
Sie hatte den Stall nicht wieder verschlossen und hoffte der Engländer saß noch immer wo sie ihn zurückgelassen hatte.
Als sie um die Ecke des Stalles bog, sah sie ihn, wie er dasaß und sie ansah und sie lächelte.
„Tut mir leid, dass hat etwas gedauert.“
Sie ging auf ihn zu und nahm die Schere zur Hand.
„Wie kurz möchtest du es haben…“
Sie stockte, sah ihn fragend an. „Wie ist dein Name?“
Ihre gründen Augen erlaubten es sich ihn anzusehen.
Sie hatte den Blick in seine Augen vermieden.
Sie lösten etwas Seltsames in ihr aus.
Sie hatte das Bedürfnis ständig zu lächeln, wenn sie ihn ansah und sie hatte das Gefühl er kam ihr bekannt vor, auch wenn das vollkommen unmöglich war.
„Ich…“
Sie drehte den Kopf.
Irgendwie spürte sie das wer kam.
“Es kommt wer.“
Sie erhob sich aus der Hocke, in der sie vorher gekniet hatte. „Warte hier und sei leise. Es ist sicher nur ein Nachbar.“
Sie schloss vorsichtshalber die Stalltür hinter sich, versuchte so zu tun, als sei sie beschäftigt.
Als sie zum Eingang blickte, erkannte sie eine Frau auf sich zukommen.
Sie wartete bis sie nah genug war, um sie zu erkennen.
„Egraine?“
Murrins Stimme klang fragend. „Was gibt es?“
Es erschien sinnlos zu fragen, da die Frau stumm war und eh nie sprach, aber irgendwie fand sie immer einen Weg sich zu erklären.
„Du hast auf mich gewartet und nun bin ich hier. Lass mich deinen Verletzen ansehen. Er braucht meine Hilfe.“
Murrin schüttelte den Kopf.
„Das geht nicht…er hat mich gebeten.“
“Ich weiß worum er gebeten hat, aber Versprechen wirst du brechen, um ein anderes zu halten, habe ich Recht?“
Egraines dunkelgrünen Augen, die irgendwie gleichzeitig dunkel und warm glänzten, lagen ruhig auf ihr.
Es war seltsam, aber Murrin nickte.
In dem Moment da die Heilerin das gesagt hatte, wusste sie es war wahr.
Sie hatte nie vorgehabt niemanden zu holen.
Sie wusste, dass sie würde diese Bitte nicht erfüllen können, um das versprechen ihm zu helfen, halten zu können.
Es war nicht leicht, weil sie sich wie eine Verräterin vorkam, aber sie trat vor Egraine in den Stall.
Zu ihm sehend, erklärte sie sich beinahe unsicher. „Das ist…also das ist eine Freundin, Egraine. Sie…also sie kann dir helfen.“
Sie konnte ihn nicht weiter ansehen.
“Lass uns allein Murrin. Ich komme später ins Haus.“
Die Anweisung hallte in ihrem Kopf, wie ihre eigenen Gedanken wieder, obgleich sie wusste, es waren nicht ihre.
Sie nickte nur und verließ den Stall, die Tür hinter sich zuziehend.
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Beitrag 22.05.2007, 09:34
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